Mehr Lastwagen, alternde Fahrbahnen und zahlreiche Baustellen: Sachsens Autobahnen stehen vor wachsenden Herausforderungen.
Nach Angaben der Autobahn GmbH hat der Schwerlastverkehr in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Besonders hoch ist die Belastung auf der A4 im Raum Dresden.
Gleichzeitig kommen zahlreiche Streckenabschnitte in ein Alter, in dem umfangreiche Sanierungen notwendig werden.
Aktuell gibt es auf Sachsens Autobahnen sieben Großbaustellen.
Besonders viel Schwerlastverkehr auf der A4
Die A4 gehört zu den wichtigsten Verkehrsachsen Ostdeutschlands.
Sie verbindet unter anderem Görlitz, Dresden und Chemnitz und führt weiter über Thüringen Richtung Hessen und Nordrhein-Westfalen.
Gleichzeitig ist sie eine bedeutende internationale Verbindung in Richtung Polen.
Auf der Strecke treffen täglicher Pendlerverkehr, Wirtschaftsverkehr und internationaler Gütertransport aufeinander.
Die steigende Zahl der Lastwagen macht sich nach Angaben der Autobahn GmbH inzwischen auch auf Rastanlagen bemerkbar. Besonders nachts sind Stellplätze für Lkw häufig stark ausgelastet.
Auf der A4 in Richtung Görlitz wurden deshalb bereits zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen. Weitere Projekte sind geplant.
Fahrbahnen erreichen ihre Lebensdauer
Das Problem liegt nicht allein in der Zahl der Fahrzeuge.
Viele Autobahnabschnitte, die nach der Wiedervereinigung grundlegend erneuert oder neu gebaut wurden, sind inzwischen mehrere Jahrzehnte alt.
Einige Fahrbahnen erreichen das Ende ihrer ursprünglich vorgesehenen Lebensdauer.
Je stärker eine Strecke von schweren Lastwagen befahren wird, desto größer ist die Belastung für Asphalt, Beton und Brücken.
Deshalb werden in Sachsen derzeit nicht nur Fahrbahnen erneuert. Bei größeren Projekten werden häufig gleichzeitig Brücken, Schutzplanken und andere Sicherheitseinrichtungen saniert.
Große Arbeiten auf der A4
Ein Beispiel ist die A4 zwischen Ohorn und Salzenforst. Dort wird noch bis Ende Oktober auf einer Länge von rund 9,2 Kilometern die Fahrbahn erneuert.
Auch weiter östlich wird gebaut. Zwischen Kodersdorf und Weißenberg wird die Fahrbahn in Richtung Dresden auf rund sechs Kilometern saniert.
Die Autobahn GmbH begründet die Arbeiten dort ausdrücklich damit, dass die Fahrbahn das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat und Schäden aufweist.
Auch im Raum Dresden stehen weitere Maßnahmen bevor.
Zwischen dem Autobahndreieck Dresden-Nord und der Anschlussstelle Dresden-Neustadt wurden in diesem Jahr bereits Vorbereitungen für eine umfangreiche Fahrbahnsanierung getroffen.
Die Fahrbahn Richtung Görlitz soll dort voraussichtlich 2027 auf rund sechs Kilometern erneuert werden.
A13 bei Thiendorf wird ebenfalls zur Baustelle
Auch auf der A13 müssen Autofahrer mit Einschränkungen rechnen.
Zwischen Thiendorf und Radeburg werden unter anderem Schutzplanken, Fahrbahn, Entwässerung und Brückenbereiche erneuert.
Ab Dienstag, 29. September, wird die Anschlussstelle Thiendorf in Fahrtrichtung Dresden voraussichtlich bis zum 14. Oktober vollständig gesperrt.
Der Verkehr wird über benachbarte Anschlussstellen umgeleitet.
Baustellen bleiben Alltag
Die Autobahn GmbH baut vor allem zwischen März und Dezember, wenn die Witterung größere Arbeiten zulässt.
Für Autofahrer bedeutet das auch in den kommenden Jahren zahlreiche Baustellen.
Die Sanierungen sind allerdings notwendig. Wird zu lange gewartet, werden Schäden größer und spätere Reparaturen aufwendiger.
Sachsen steht damit vor einer Aufgabe, die viele ostdeutsche Verkehrswege gleichzeitig betrifft: Die nach 1990 modernisierte Infrastruktur muss nun in großem Umfang selbst modernisiert werden.