Landtagswahl Sachsen-Anhalt

Campact startet in Sachsen-Anhalt eine groß angelegte Kampagne zur Landtagswahl und empfiehlt Zweitstimmen für SPD oder Grüne.

Campact investiert 620.000 Euro in eine Kampagne für SPD und Grüne, weil die Organisation eine AfD-Alleinregierung verhindern will.

Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Campact startet nun eine 620.000-Euro-Kampagne für strategische Zweitstimmen an SPD und Grüne, weil beide Parteien in Umfragen nahe an der Fünf-Prozent-Hürde liegen.

Campact investiert 620.000 Euro in Wahlkampagne

Wie Campact am Freitag mitteilt, fließen insgesamt 620.000 Euro in Plakate, Anzeigen und Postwurfsendungen. Die Organisation will zudem ihre mehr als 70.000 Unterstützer in Sachsen-Anhalt erreichen. Finanziert wird die Aktion aus dem sogenannten NoAfD-Fonds.

Nach Angaben von Campact stammen die Mittel dieses Fonds von mehr als 75.000 Spendern. Direkte Geldzahlungen an SPD oder Grüne seien nicht vorgesehen. Campact bezeichnet die Aktion als eigenständige Kampagne und spricht offen eine Wahlempfehlung für die beiden Parteien aus.

Pollytix sieht AfD bei 43 Prozent

Grundlage der Strategie ist unter anderem eine von Campact in Auftrag gegebene Befragung des Meinungsforschungsinstituts Pollytix. Dafür wurden zwischen dem 3. und 8. August 2.604 Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt befragt.

Die AfD erreicht in dieser Erhebung 43 Prozent. Die CDU folgt mit 23 Prozent, die Linke kommt auf 13 Prozent. Für die SPD werden sieben Prozent und für die Grünen fünf Prozent ausgewiesen. Weitere 13 Prozent der Befragten hatten sich zum Zeitpunkt der Erhebung noch nicht für eine Partei entschieden.

Wahlumfragen sind keine Prognosen des tatsächlichen Wahlergebnisses. Sie bilden die politische Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung ab und können sich bis zum Wahltag verändern.

Fünf-Prozent-Hürde wird zum entscheidenden Faktor

Campact konzentriert seine Kampagne auf SPD und Grüne, da deren Einzug in den Landtag nach Ansicht der Organisation entscheidenden Einfluss auf die Sitzverteilung haben könnte. Parteien unter fünf Prozent werden bei der proportionalen Sitzverteilung grundsätzlich nicht berücksichtigt.

Dadurch kann der Anteil der Sitze für Parteien oberhalb der Sperrklausel deutlich höher ausfallen als ihr tatsächlicher Zweitstimmenanteil. Campact argumentiert deshalb, dass ein Scheitern kleinerer Parteien die Chancen der AfD auf eine absolute Mehrheit der Mandate erhöhen könnte.

Die Kampagne richtet sich ausdrücklich an Wähler, deren vorrangiges Ziel die Verhinderung einer AfD-Alleinregierung ist. Sie ist damit zugleich ein ungewöhnlich offensiver Eingriff einer außerparlamentarischen Organisation in die heiße Phase des Landtagswahlkampfs.

Sachsen-Anhalt wählt am 6. September

Die Landtagswahl findet am 6. September 2026 statt. Rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte sind zur Abstimmung aufgerufen. Gewählt wird der neunte Landtag Sachsen-Anhalts.

In den verbleibenden Wochen dürfte die Frage nach möglichen Mehrheiten eine zentrale Rolle spielen. Neben dem Abstand zwischen AfD und CDU wird vor allem entscheidend sein, welche kleineren Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überwinden.

Für Campact beginnt damit eine Kampagne, die nicht auf den Sieg einer einzelnen Partei zielt. Die Organisation versucht vielmehr, über die Zusammensetzung des künftigen Landtags eine absolute Mehrheit der AfD zu verhindern.

Quelle: Campact, Pollytix, Landtag Sachsen-Anhalt

Quelle: Campact; Pollytix; Landtag Sachsen-Anhalt