Leipzig: Sprengstoffdrohne am Flughafen – BKA fahndet mit KI-Bild nach Verdächtigem
Nach dem versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle suchen Bundeskriminalamt und Bundesanwaltschaft nach einer weiteren verdächtigen Person. Ein am Freitag veröffentlichtes KI-generiertes Fahndungsbild zeigt einen dunkel gekleideten Menschen auf einem E-Bike. Die Ermittler hoffen auf Hinweise zu Beobachtungen aus dem Sommer 2026.
Leipzig/Schkeuditz. Im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle haben das Bundeskriminalamt und die Bundesanwaltschaft am Freitag, 6. November 2026, eine neue Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet. Gesucht wird eine bislang unbekannte Person, die sich nach Erkenntnissen der Ermittler Anfang August mit einem E-Bike in der Umgebung des Flughafens aufgehalten haben soll.
Die Ermittlungsbehörden veröffentlichten dazu eine mithilfe künstlicher Intelligenz erstellte Darstellung der gesuchten Person. Zwei weitere Tatverdächtige konnten im Verlauf der bisherigen Ermittlungen bereits identifiziert werden.
Sprengstoffdrohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt
Ausgangspunkt der Ermittlungen ist ein Vorfall Anfang August 2026.
Damals entdeckten Mitarbeiter des Flughafens Leipzig/Halle auf der südlichen Start- und Landebahn eine Drohne, die am Boden lag.
Das Fluggerät befand sich nach Angaben des Bundeskriminalamts in unmittelbarer Nähe ukrainischer Antonow-Frachtflugzeuge.
Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass die Drohne mit einer Sprengvorrichtung ausgestattet war und Sprengstoff mitführte.
Die Behörden gehen deshalb von einem mutmaßlichen Anschlagsversuch aus.
Der Flughafen Leipzig/Halle gehört zu den bedeutenden europäischen Luftfrachtstandorten. Neben regulären Frachtverbindungen werden dort auch große internationale Transportflugzeuge abgefertigt.
Dass ein mit Sprengstoff versehenes Fluggerät in unmittelbarer Nähe abgestellter Frachtmaschinen gefunden wurde, macht den Fall für die Ermittlungsbehörden besonders schwerwiegend.
Welche konkreten Schäden mit der Drohne verursacht werden sollten, ist bislang nicht abschließend öffentlich geklärt.
Verdächtiger soll mit E-Bike unterwegs gewesen sein
Im Verlauf der Ermittlungen konnten die Behörden einen möglichen Startplatz des Fluggeräts eingrenzen.
Dieser soll sich an einem Verbindungsweg zwischen den Orten Rabutz und Beuditz befunden haben.
Weitere Gegenstände, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten, wurden nach Angaben des Bundeskriminalamts in der Nähe des Industriegebietes zwischen Radefeld und Lützschena entdeckt.
Die jetzt gesuchte Person könnte sich zwischen dem 31. Juli und dem 4. August 2026 in der Umgebung dieser Orte bewegt haben.
Nach bisherigen Erkenntnissen nutzte sie dabei ein E-Bike.
Die Ermittler hoffen, dass Zeugen den Menschen oder das Fahrrad wiedererkennen und Angaben zu möglichen Aufenthaltsorten machen können.
Auffällig warme Kleidung mitten im Sommer
Besonders die Kleidung der unbekannten Person könnte nach Ansicht der Ermittler auffällig gewesen sein.
Obwohl die Beobachtungen aus dem Hochsommer stammen, soll der gesuchte Mensch ungewöhnlich warm angezogen gewesen sein.
Die Beschreibung umfasst eine dunkle lange Hose, eine dicke Jacke, schwarze Handschuhe und einen großen schwarzen Rucksack.
Der Kopf soll durch eine Kapuze und eine tief ins Gesicht gezogene Kappe weitgehend verdeckt gewesen sein.
Mit dieser Beschreibung möchten die Behörden insbesondere Menschen erreichen, die sich im fraglichen Zeitraum in der Nähe des Flughafens, der umliegenden Ortschaften oder der genannten Verbindungswege aufhielten.
Das veröffentlichte Bild ist keine Fotografie der gesuchten Person. Es handelt sich um eine künstlich erzeugte Darstellung, die die bekannten Merkmale veranschaulichen soll.
Bundeskriminalamt bittet Bevölkerung um Hinweise
Die Ermittler erhoffen sich von der Öffentlichkeitsfahndung weitere Informationen zu den Bewegungen der unbekannten Person.
Von Interesse sind insbesondere Beobachtungen zwischen dem 31. Juli und dem 4. August in den Bereichen Rabutz, Beuditz, Radefeld und Lützschena.
Auch Hinweise auf eine auffällig bekleidete Person mit E-Bike und großem Rucksack könnten für die Ermittlungen von Bedeutung sein.
Ob der gesuchte Mensch unmittelbar an der Vorbereitung oder Durchführung des mutmaßlichen Anschlagsversuchs beteiligt war, ist noch nicht abschließend geklärt.
Die Behörden prüfen nach bisherigen Erkenntnissen einen möglichen Zusammenhang mit der Tat.
Ermittlungen zu mutmaßlichem Anschlagsversuch laufen weiter
Die neue Fahndung zeigt, dass die Ermittlungen zu dem Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle weiterhin andauern.
Neben der Identifizierung möglicher Beteiligter müssen die Behörden klären, wer das Fluggerät vorbereitet, mit Sprengstoff ausgestattet und in die Nähe des Flughafens gebracht hat.
Auch die Frage nach dem konkreten Ziel des mutmaßlichen Anschlagsversuchs bleibt von besonderer Bedeutung.
Der Umstand, dass ukrainische Frachtflugzeuge in unmittelbarer Nähe standen, ist ein wichtiger Ermittlungsansatz. Eine abschließend bestätigte Täterschaft oder ein konkretes politisches Motiv lässt sich daraus allein jedoch nicht ableiten.
Für die bislang identifizierten und die noch gesuchten möglichen Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.