Weihnachtstraditionen aus 27 Ländern und vier Kontinenten

44 Weihnachtskrippen aus aller Welt: Herrnhuter Heimatmuseum eröffnet besondere Ausstellung

Weihnachtskrippen aus Kürbisfrüchten, Ebenholz und Ananasfasern: Das Heimatmuseum Herrnhut zeigt ab dem 15. November eine außergewöhnliche Sammlung mit 44 Krippen aus 27 Ländern. Die Ausstellung „Krippen. Kulturen. Kontinente.“ lädt zu einer Entdeckungsreise durch internationale Weihnachtstraditionen ein. Alle Exponate stammen aus einer privaten Görlitzer Sammlung.

Von Johannes Falkenberg 3 Min. Lesezeit

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Weihnachtskrippe als Beispiel für die internationale Sonderausstellung „Krippen. Kulturen. Kontinente.“ im Heimatmuseum Herrnhut.
Weihnachtskrippe als Beispiel für die internationale Sonderausstellung „Krippen. Kulturen. Kontinente.“ im Heimatmuseum Herrnhut. Foto: Heimatmuseums der Stadt Herrnhut

Herrnhut. Wie unterschiedlich Menschen auf der ganzen Welt die Weihnachtsgeschichte darstellen, zeigt eine neue Sonderausstellung im Heimatmuseum der Stadt Herrnhut. Unter dem Titel „Krippen. Kulturen. Kontinente.“ werden ab Sonntag, dem 15. November 2026, insgesamt 44 Weihnachtskrippen aus 27 Ländern auf vier Kontinenten präsentiert. Die Ausstellung verbindet traditionelle Handwerkskunst mit kulturellen Besonderheiten und ungewöhnlichen Materialien.

Zur feierlichen Eröffnung lädt das Heimatmuseum am 15. November um 11 Uhr in die Comeniusstraße 6 ein. Anschließend sind die Exponate bis zum 14. März 2027 zu sehen.

Von Peru bis auf die Philippinen: Weihnachtskrippen aus ungewöhnlichen Materialien

Die ausgestellten Krippen zeigen, wie unterschiedlich die Weihnachtsgeschichte in verschiedenen Regionen der Welt künstlerisch umgesetzt wird.

Während in Deutschland traditionelle Holzfiguren und geschnitzte Krippen weit verbreitet sind, verwenden Künstler und Handwerker in anderen Ländern Materialien, die eng mit ihrer Heimat verbunden sind.

So können Besucher in Herrnhut eine Weihnachtskrippe aus Kürbisfrüchten aus Peru entdecken. Aus Tansania stammt eine Krippe aus Ebenholz, während auf den Philippinen Ananasfasern für die Gestaltung verwendet wurden.

Besonders ungewöhnlich ist eine Tonkrippe aus Mexiko. Dort liegt das Christkind nicht in einer klassischen Futterkrippe, sondern in einer Hängematte.

Auch die schwedische Darstellung greift regionale Besonderheiten auf: Die Heiligen Drei Könige kommen in einem hölzernen Boot zur Weihnachtsgeschichte.

Diese Beispiele verdeutlichen, wie sich ein religiöses Motiv über Jahrhunderte an unterschiedliche kulturelle Traditionen angepasst hat.

Eine Tradition, die mehr als 800 Jahre zurückreicht

Die Ausstellung erinnert zugleich an die historischen Ursprünge der Weihnachtskrippe.

Eine wichtige Rolle spielte dabei Franz von Assisi, der als einer der Begründer der szenischen Darstellung der Weihnachtsgeschichte gilt.

Im Jahr 1223 soll er im italienischen Greccio erstmals eine Darstellung des Weihnachtsgeschehens mit Menschen und lebenden Tieren organisiert haben.

Aus solchen frühen Formen entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche figürliche und bildliche Darstellungen der Geburt Jesu.

Lange Zeit gehörten Weihnachtskrippen insbesondere in katholisch geprägten Regionen zu den wichtigsten religiösen Weihnachtstraditionen.

Inzwischen sind sie in vielen christlichen Gemeinschaften weltweit verbreitet.

Dabei haben sich im Laufe der Zeit ganz unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen herausgebildet, die von regionalen Materialien, handwerklichen Fertigkeiten und kulturellen Vorstellungen geprägt sind.

Görlitzer Sammler stellen sämtliche Exponate zur Verfügung

Alle 44 Weihnachtskrippen stammen aus der privaten Sammlung von Margrit und Günther Kempgen aus Görlitz.

Das Ehepaar stellt die Exponate dem Herrnhuter Heimatmuseum für die Sonderausstellung als Leihgaben zur Verfügung.

Die Sammlung ermöglicht einen ungewöhnlich breiten Einblick in die Vielfalt internationaler Krippendarstellungen.

Dabei stehen nicht allein religiöse Motive im Vordergrund. Auch die verwendeten Materialien und handwerklichen Techniken erzählen etwas über die Herkunftsländer der einzelnen Exponate.

Für das Museum ist die Ausstellung zugleich eine Fortsetzung eines früheren Projekts.

Bereits 2021 hatte das Heimatmuseum Weihnachtskrippen aus Böhmen und der Oberlausitz gezeigt.

Während damals regionale Traditionen im Mittelpunkt standen, richtet sich der Blick nun auf vier Kontinente.

Weihnachtsgeschichte verbindet unterschiedliche Kulturen

Mit der neuen Sonderausstellung möchte das Heimatmuseum zeigen, wie ein gemeinsames religiöses Motiv in ganz unterschiedlichen kulturellen Zusammenhängen gestaltet wird.

Ob geschnitztes Holz, geformter Ton oder pflanzliche Fasern – die Darstellungen unterscheiden sich teilweise erheblich in ihrem Aussehen.

Dennoch erzählen sie dieselbe Geschichte von der Geburt Jesu.

Besucher können dadurch nicht nur die handwerkliche Vielfalt entdecken, sondern auch Gemeinsamkeiten zwischen weit voneinander entfernten Regionen erkennen.

Gerade in der Vorweihnachtszeit bietet die Ausstellung damit eine Gelegenheit, sich mit religiösem Brauchtum und internationaler Kulturgeschichte auseinanderzusetzen.

Die Schau richtet sich sowohl an Erwachsene als auch an Familien, die mehr über die Herkunft und Gestaltung von Weihnachtskrippen erfahren möchten.

Ausstellung bis März 2027 geöffnet

Die Sonderausstellung „Krippen. Kulturen. Kontinente.“ wird am Sonntag, dem 15. November 2026, um 11 Uhr eröffnet.

Anschließend ist sie bis zum 14. März 2027 im Heimatmuseum Herrnhut zu sehen.

Das Museum befindet sich in der Comeniusstraße 6.

Geöffnet ist dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr. Montags bleibt das Museum geschlossen.

Weitere Informationen erhalten Interessierte telefonisch unter 035873 30733 oder bei der Tourist-Information Herrnhut.

Themen: GörlitzOberlausitzHerrnhutSonderausstellungFranz von AssisiHeimatmuseumWeihnachten 2026Weihnachtskrippen

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