Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat mehrere Tourismusstandorte an der Ostseeküste ausgezeichnet. Kühlungsborn erhält erneut die staatliche Anerkennung als Seebad. Erstmals anerkannt wurden außerdem die Tourismusregion Ostseeküste Mecklenburg und Umlandgemeinden sowie die Tourismusorte Biendorf und Am Salzhaff.

Staatssekretär Jochen Schulte vom Wirtschafts- und Tourismusministerium übergab die Anerkennungen am 23. Juli 2026. Nach seinen Worten stehen sie für hohe Qualitätsstandards, eine erfolgreiche Zusammenarbeit der Kommunen und kontinuierliche Investitionen in den Tourismus.

Kühlungsborn erfüllt Anforderungen seit 30 Jahren

Mit der erneuten Anerkennung bestätigt das Land, dass Kühlungsborn weiterhin sämtliche Anforderungen des Kurortgesetzes Mecklenburg-Vorpommern erfüllt.

Dazu gehören nach Angaben des Ministeriums:

  • die Lage unmittelbar an der Ostsee,
  • eine hohe Badewasserqualität,
  • eine leistungsfähige touristische Infrastruktur,
  • Gesundheits- und Erholungsangebote,
  • vielfältige Freizeitmöglichkeiten.

Kühlungsborn zählt nach Einschätzung des Landes zu den touristischen Aushängeschildern Mecklenburg-Vorpommerns.

Mehr als 69 Millionen Euro Förderung

Seit 1990 wurden in Kühlungsborn 34 touristische Infrastrukturmaßnahmen mit rund 27,4 Millionen Euro unterstützt.

Gefördert wurden unter anderem Strandaufgänge, Erschließungsstraßen und der Bau eines Konzertgartens.

Hinzu kamen 66 gewerbliche Projekte mit Fördermitteln von etwa 41,6 Millionen Euro. Dadurch seien Investitionen von insgesamt mehr als 151 Millionen Euro ermöglicht worden.

Neun Kommunen bilden gemeinsame Tourismusregion

Erstmals erhielt die Tourismusregion Ostseeküste Mecklenburg und Umlandgemeinden eine staatliche Anerkennung.

Zu ihr gehören:

  • Kühlungsborn,
  • Rerik,
  • Bad Doberan,
  • Kröpelin,
  • Nienhagen,
  • Börgerende-Rethwisch,
  • Bastorf,
  • Wittenbeck,
  • Steffenshagen.

Grundlage der Anerkennung ist die verstärkte Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg.

Die Kommunen entwickelten unter anderem ein gemeinsames Tourismuskonzept, die Küstenkarte und den digitalen Urlaubsbegleiter „Küsten Guide“.

Gemeinsames Marketing soll Region stärken

Das Land sieht in der Kooperation einen Vorteil für Gäste und Unternehmen.

Gemeinsames Marketing, abgestimmte Angebote und eine engere Zusammenarbeit sollen die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Küstenregion erhöhen.

Für Besucher kann eine gemeinsame Tourismusregion zugleich bedeuten, dass Informationen, Freizeitangebote und Mobilitätsmöglichkeiten besser miteinander verknüpft werden.

Biendorf und Am Salzhaff erstmals Tourismusorte

Auch Biendorf und Am Salzhaff wurden erstmals als staatlich anerkannte Tourismusorte ausgezeichnet.

Beide Gemeinden verfügen nach Angaben des Ministeriums über attraktive Natur- und Erholungsangebote, gut ausgebaute Rad- und Wanderwege sowie verschiedene Übernachtungs- und Freizeitmöglichkeiten.

Die Anerkennung würdige die bisherige Entwicklung und solle zugleich neue Impulse für weitere touristische Investitionen geben.

Kurortgesetz wurde überarbeitet

Das Land hatte im Juni 2026 eine Novellierung des Kurortgesetzes beschlossen.

Künftig sollen staatliche Anerkennungen grundsätzlich für höchstens 15 Jahre gelten. Danach müssen die Orte erneut nachweisen, dass sie die entsprechenden Qualitätsanforderungen erfüllen.

Neu eingeführt werden außerdem die Anerkennungsarten:

  • See- und Thalassoheilbad,
  • Seebad mit Kurbetrieb.

Zugleich sollen die Anforderungen an Tourismusorte und Tourismusregionen steigen.

130 anerkannte Orte und Regionen im Land

Derzeit gibt es in Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben des Ministeriums:

  • 76 Kur- und Erholungsorte,
  • 50 Tourismusorte,
  • vier staatlich anerkannte Tourismusregionen.

Die Anerkennungen dienen als Qualitätssiegel und können für das Marketing sowie die weitere touristische Entwicklung der Kommunen von Bedeutung sein.

Tourismus bleibt wichtiger Wirtschaftsfaktor

Für viele Gemeinden an der Ostseeküste ist der Tourismus eine zentrale Einnahme- und Beschäftigungsquelle.

Hotels, Ferienwohnungen, Gastronomie, Einzelhandel und Freizeitbetriebe sind auf eine verlässliche Nachfrage angewiesen. Gleichzeitig müssen Kommunen stark frequentierte Strände, Wege, Parkplätze und öffentliche Anlagen unterhalten.

Die staatliche Anerkennung ist deshalb nicht nur eine Auszeichnung. Sie verpflichtet die Orte zugleich dazu, ihre touristische Qualität langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.

Kühlungsborn bleibt auch nach 30 Jahren staatlich anerkanntes Seebad. Mit der Ostseeküste Mecklenburg wird erstmals eine Region aus neun zusammenarbeitenden Kommunen ausgezeichnet.

Biendorf und Am Salzhaff erhalten erstmals den Status als Tourismusorte. Das Land würdigt damit die vorhandene Infrastruktur, die Natur- und Erholungsangebote sowie die Zusammenarbeit der Gemeinden.

Quelle:
Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern, Pressemitteilung Nr. 106/2026 vom 23. Juli 2026.