50Hertz investiert rund 600.000 Euro in Power-to-Heat-Projekt

Köthen macht überschüssigen Windstrom zu Fernwärme: Neue Anlage nimmt 1,2 Megawatt auf

In Köthen arbeitet seit diesem Sommer eine neue Power-to-Heat-Anlage. Sie kann überschüssigen Strom aus Wind- und Solaranlagen in Wärme für das Fernwärmenetz umwandeln. 50Hertz finanziert das rund 600.000 Euro teure Projekt und kann die Anlage bei Engpässen im Stromnetz gezielt steuern.

Von Andreas Feldmann 1 Min. Lesezeit

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Wenn Windräder und Solaranlagen mehr Strom erzeugen, als die Netze aufnehmen können, müssen Anlagen bislang teilweise abgeregelt werden. Köthen nutzt für solche Situationen inzwischen eine andere Lösung: Eine neue Power-to-Heat-Anlage kann überschüssigen Strom mit einer Leistung von bis zu 1,2 Megawatt aufnehmen und daraus Wärme für das örtliche Fernwärmenetz erzeugen.

Die Anlage wurde am 9. Juni von Köthen Energie und dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz offiziell in Betrieb genommen.

600.000 Euro kommen von 50Hertz

Der Netzbetreiber hat nach Angaben der Stadt rund 600.000 Euro in die Anlage investiert.

Im Gegenzug erhält 50Hertz Zugriff auf deren Steuerung. Entstehen Engpässe im Stromnetz, kann zusätzlicher Stromverbrauch in Köthen aktiviert werden.

Das klingt zunächst paradox: Während überall über Energiesparen gesprochen wird, soll die Anlage gezielt zusätzlichen Strom aufnehmen. Der Hintergrund ist jedoch, dass Stromerzeugung und Verbrauch zu jedem Zeitpunkt im Gleichgewicht bleiben müssen.

Weniger erneuerbarer Strom soll verloren gehen

Besonders im Norden und Osten Deutschlands wird viel Wind- und Solarstrom erzeugt.

Sind die Leitungen in Richtung großer Verbrauchszentren ausgelastet, können Windparks zeitweise heruntergeregelt werden. Die in diesem Moment mögliche Stromproduktion geht dann verloren.

Power-to-Heat nutzt einen Teil dieser Energie stattdessen für die Wärmeversorgung.

Fernwärme und Stromnetz wachsen zusammen

Das Projekt ist ein Beispiel für sogenannte Sektorenkopplung.

Strom-, Wärme- und künftig möglicherweise auch Verkehrssektor werden stärker miteinander verbunden. Überschüssige elektrische Energie lässt sich dadurch flexibel dort verwenden, wo sie gerade gebraucht wird.

Köthen wird Testfeld für kleinere Kommunen

50Hertz unterstützt nach eigenen Angaben mehrere Projekte nach dem Prinzip „Nutzen statt Abregeln“. Das Köthener Vorhaben gehört mit 1,2 Megawatt zu den kleineren Anlagen.

Gerade das macht es interessant: Die Technik ist nicht nur für Großstädte oder riesige Industrieanlagen geeignet, sondern kann auch in kleineren kommunalen Wärmenetzen funktionieren.

Quellen

Köthen Energie GmbH: Inbetriebnahme der Power-to-Heat-Anlage, 9. Juni 2026

Themen: KöthenEnergiewendeFernwärme50HertzWindenergiePower-to-Heat

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