Die feinsandigen Strände und markanten Steilküsten sind das Markenzeichen der Insel Usedom – und zugleich ihr verwundbarster Punkt. Nach den Herbst- und Winterstürmen der vergangenen Jahre haben Wellen und Strömungen an mehreren Abschnitten erhebliche Mengen Sand abgetragen. Um die Infrastruktur der Seebäder und den Küstenschutz dauerhaft zu sichern, haben im Sommer 2026 die jährlichen Sandaufspülungen des Landes Mecklenburg-Vorpommern begonnen.
Schwerpunkte der aktuellen Arbeiten sind die gefährdeten Küstenbereiche unterhalb des Streckelsbergs bei Koserow sowie die Übergänge zwischen Bansin und Ückeritz.
Wie die Sandaufspülung funktioniert: Millionen Kubikmeter für die Küste
Das Prinzip des technischen Küstenschutzes setzt auf die Kraft der Natur: Der aufgespülte Sand dient als „Vorspülung“ und Pufferzone. Bei künftigen Sturmfluten greifen die Wellen nicht die eigentliche Düne oder den Küstenwald an, sondern tragen zunächst nur den neu aufgetragenen Sand ab.
Saugbaggerschiffe im Einsatz: Vor der Küste nimmt ein Spezialschiff Sand vom Meeresgrund auf, fährt nah an die Flachwasserzone heran und pumpt das Sand-Wasser-Gemisch über Spülleitungen an den Strand.
Verteilung an Land: An Deck festinstallierte und raupenmobile Planierraupen verteilen das Material sofort gleichmäßig am Strandabschnitt.
Abschnittsweise Sperrungen: Während der Arbeiten werden die jeweiligen Strandabschnitte für Badegäste aus Sicherheitsgründen kurzzeitig gesperrt.
Dünenschutz und Anpflanzung von Strandhafer
Parallel zu den Aufspülungen sichern Staatliche Ämter für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) die sensiblen Dünenzüge. Durch das gezielte Anpflanzen von tief wurzelndem Strandhafer und das Aufstellen von Holzzäunen wird der Flugsand gebunden und das Fundament der Dünen verstärkt.
Gemeinden und Kurverwaltungen appellieren in diesem Zusammenhang erneut an Urlauber und Einheimische, das strikte Betretungsverbot der Dünen einzuhalten, um die empfindliche Bepflanzung nicht zu schädigen.
Quellen & Datenbasis
Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern (StALU VP): Küstenschutzbericht und Aufspülplan für die Insel Usedom 2026.
Kurverwaltung Gemeinde Koserow: Anwohner- und Gäste-Informationen zu temporären Strandabschnitts-Sperrungen.