Das australische Team Bonds Flying Roos hat den SailGP vor Sassnitz gewonnen. Rund 12.000 Zuschauer verfolgten die Rennen von den Tribünen, nachdem die internationale Segelserie zum zweiten Mal auf Rügen Station gemacht hatte.

Australien gewinnt SailGP in Sassnitz

Die australische Mannschaft um Steuermann Tom Slingsby setzte sich im Finale des deutschen Sail Grand Prix durch. Das Team bestätigte damit seine starke Form in der laufenden Saison. Für die Bonds Flying Roos war es bereits der fünfte Veranstaltungssieg des Jahres.

Kanadas Team NorthStar belegte den zweiten Platz. Die spanische Mannschaft Los Gallos beendete den Wettbewerb auf Rang drei. Australien führt nach dem Rennen weiterhin die Gesamtwertung der internationalen Serie an.

Die Rennen fanden am 22. und 23. August unmittelbar vor der Sassnitzer Küste statt. Insgesamt traten 13 internationale Teams mit ihren F50-Katamaranen gegeneinander an. Die Boote bewegen sich auf Tragflächen über dem Wasser und erreichen dadurch Geschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde.

Frankreich fährt neuen SailGP-Geschwindigkeitsrekord

Das französische Team sorgte bereits am ersten Renntag für den sportlichen Höhepunkt. Der Katamaran erreichte eine Geschwindigkeit von 107,63 Kilometern pro Stunde. Damit stellte die Mannschaft einen neuen Rekord für die SailGP-Serie auf.

Der bisherige Bestwert war 2025 ebenfalls vor Sassnitz erreicht worden. Damals kam das dänische Team auf 103,93 Kilometer pro Stunde. Die Bedingungen vor Rügen machten die Strecke erneut zum schnellsten Kurs der Serie.

Mehrere Mannschaften übertrafen während des Wochenendes zeitweise die frühere Rekordmarke. Starker Wind und die eingesetzten kleineren Flügel ermöglichten hohe Geschwindigkeiten. Die französische Rekordfahrt endete mit einem abrupten Eintauchen des Katamarans. Das Team blieb dennoch im Wettbewerb.

Deutsches SailGP-Team erreicht Platz sieben

Das deutsche Team um Erik Kosegarten-Heil verpasste bei seinem Heimrennen das Podium. Die Mannschaft belegte in der Gesamtwertung des Wochenendes den siebten Platz. Damit blieb sie hinter ihrem selbst gesetzten Ziel.

Am ersten Renntag gelang dem deutschen Team ein Sieg in einem Gruppenrennen. Der Katamaran erreichte dabei eine Geschwindigkeit von mehr als 104 Kilometern pro Stunde. Schwächere Ergebnisse in anderen Läufen verhinderten jedoch den Einzug in das entscheidende Finale.

Das deutsche Team wird unter anderem vom Unternehmer Thomas Riedel und dem früheren Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel unterstützt. Nach dem Rennen in Sassnitz liegt die Mannschaft auf Platz acht der Saisonwertung. Das nächste SailGP-Wochenende findet am 5. und 6. September in Valencia statt.

12.000 Zuschauer verfolgen SailGP auf Rügen

Nach Angaben der Landespolizei verfolgten rund 12.000 Menschen die Rennen an beiden Veranstaltungstagen von den Tribünen. Weitere Besucher beobachteten das Geschehen außerhalb des offiziellen Zuschauerbereichs. Der Kurs lag wenige Meter vor der Ostmole und bot einen direkten Blick auf die schnellen Katamarane.

Die Polizei bewertete das Veranstaltungswochenende als ruhig und störungsfrei. Die Einsatzkräfte nahmen lediglich zwei Vorgänge zur Gefahrenabwehr auf. Außerdem wurde eine Fundsache abgegeben. Auch auf dem Wasser gab es keine größeren Zwischenfälle.

Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Stadt und Veranstalter arbeiteten eng zusammen. Die Zufahrt nach Sassnitz war an beiden Tagen zeitweise eingeschränkt. Größere Verkehrsprobleme wurden nach Abschluss der Veranstaltung nicht gemeldet.

SailGP stärkt Tourismusstandort Sassnitz

Die Landesregierung verbindet mit dem SailGP wirtschaftliche und touristische Erwartungen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sieht in der Veranstaltung eine internationale Bühne für Mecklenburg-Vorpommern. Besonders Hotellerie, Gastronomie und weitere touristische Betriebe sollen von den Besuchern profitieren.

Nach Angaben des Veranstalters erzeugte die Premiere im Jahr 2025 direkte wirtschaftliche Effekte von rund zehn Millionen Euro. Damals kamen etwa 13.000 Zuschauer nach Sassnitz. Die aktuelle Veranstaltung knüpfte mit 12.000 Tribünenbesuchern und weiteren Gästen an diesen Erfolg an.

Das Land investiert zugleich in Infrastruktur, Veranstaltungslogistik und maritime Einrichtungen. Sassnitz soll dadurch weitere internationale Veranstaltungen ausrichten können. Die SailGP-Serie hat bereits eine mehrjährige Zusammenarbeit mit dem deutschen Austragungsort vereinbart.

Auch 2027 soll die internationale Segelserie nach Sassnitz zurückkehren. Für die Stadt bietet das Rennen weltweite Bilder von der Ostseeküste, dem Hafen und der Insel Rügen. Der neue Geschwindigkeitsrekord stärkt zusätzlich den Ruf des Reviers als besonders schneller SailGP-Kurs.

Quellen

Quelle: Polizeipräsidium Neubrandenburg; Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern; SailGP

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