Die Bauarbeiten im Peenestrom erreichen eine neue Phase, und Spezialbohrungen schaffen nun die Fundamente der Brückenpfeiler, die künftig Festland und Usedom verbinden.

Seit dieser Woche werden tief gegründete Bohrpfähle in den Untergrund eingebracht. Sie sollen später die Pfeiler des wichtigsten Bauwerks der neuen Wolgaster Ortsumgehung tragen.

Damit verlagert sich ein wesentlicher Teil der Arbeiten erstmals sichtbar in den Peenestrom. In den vergangenen Wochen hatten Bauarbeiter dort bereits Spundwände gesetzt und die Arbeitsflächen für die Gründungen vorbereitet.

Bentonit stabilisiert Bohrlöcher

Bei den Bohrarbeiten kommt eine Stützflüssigkeit aus Bentonit zum Einsatz. Das Material verhindert, dass die tiefen Bohrlöcher während der Arbeiten einbrechen. Nach ihrer Fertigstellung bilden die Pfähle das Fundament für die Pfeiler im Wasser.

Auf der Festlandseite sind die Baugrundarbeiten bereits weiter fortgeschritten. Dort wurden seit dem Baustart im Mai die Flächen für das Widerlager und mehrere Pfeiler vorbereitet. Erste Bauteile ragen inzwischen über die Geländeoberfläche.

Schwertransporte durch die Bahnhofstraße

Parallel wird die Wolgaster Bahnhofstraße für spätere Schwertransporte angepasst. Große Stahlteile der Brücke sollen über diese Verbindung zur Baustelle gelangen. Dadurch will das Land zusätzliche Transporte durch andere Teile der Stadt vermeiden.

Für die Arbeiten werden unter anderem Fußgängerwege verändert und Bahnsignale versetzt. Die alte Bahnhofstraße soll deshalb vom 31. August bis zum 17. September vollständig gesperrt werden. Betroffene Anwohner sollen gesonderte Informationen erhalten.

Brücke soll Staus vermeiden

Die geplante Ortsumgehung der B111 wird rund 6,8 Kilometer lang. Ihr Herzstück ist die neue Peenestrombrücke, die etwa 42 Meter über das Wasser führen soll.

Wegen dieser Höhe soll die Brücke nicht für Schiffe geöffnet werden müssen. Die regelmäßigen Staus, die heute bei Öffnungen der bestehenden Klappbrücke entstehen, könnten damit entfallen.

Für Wolgast bedeutet das weniger Durchgangsverkehr. Zugleich soll die Verbindung zwischen der A20 und der Insel Usedom leistungsfähiger werden – ein wichtiger Faktor für Einwohner, Unternehmen und den Tourismus.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern, Mitteilung vom 21. August 2026