In Schwerin-Lankow hat der Bau eines neuen Schulgebäudes mit angeschlossenem Bürgerzentrum begonnen. Das 37-Millionen-Euro-Projekt, das bis zu 212 Schülerinnen und Schülern Platz bieten soll, verbindet inklusive Bildung mit einem neuen Treffpunkt für den Stadtteil.

Oberbürgermeister Sebastian Ehlers und Dr. Valerie Elss, Werkleiterin des Zentralen Gebäudemanagements, legten am Montag den Grundstein für den Neubau. Die Inbetriebnahme ist zum Schuljahr 2029/2030 vorgesehen. Das Gebäude entsteht an der Julius-Polenz-Straße in unmittelbarer Nähe zu einem bereits fertiggestellten inklusiven Wohnquartier mit 40 barrierefreien Sozialwohnungen.

Drei Gebäudeteile mit eigenen Eingängen

Der geplante Neubau wird in drei voneinander abgegrenzte Bereiche aufgeteilt. Der Grundschulbereich, der Regionalschulbereich und das Bürgerzentrum erhalten jeweils einen eigenen Hauptzugang. Dadurch sollen die unterschiedlichen Nutzungen innerhalb eines gemeinsamen Gebäudekomplexes klar voneinander getrennt werden.

Das dreigeschossige und teilweise unterkellerte Gebäude erreicht eine Bruttogeschossfläche von rund 8.500 Quadratmetern. Es wird längs zur Julius-Polenz-Straße errichtet. Hinter dem Gebäude entsteht der Schulhof, der durch eine bereits vorhandene Böschung begrenzt wird.

An der nördlichen Seite soll sich der Komplex zu einer Grün-, Sport- und Spielfläche hin öffnen. Dieser Bereich bildet zugleich die Verbindung zum Stadtteil. Für den Grundschulbereich soll der Neubau die räumlichen Voraussetzungen für eine ganztägige Betreuung schaffen.

Platz für bis zu 212 Kinder

Der inklusive Förderschulteil gehört organisatorisch zur Grundschule Lankow und zur Regionalschule Werner von Siemens. In dem neuen Gebäude sollen bis zu 212 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 1 bis 9 unterrichtet werden.

Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche mit einem besonderen Förderbedarf in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung. Dafür werden Grundschul- und Regionalschulbereiche in dem Gebäude zusammengeführt, bleiben räumlich aber voneinander abgegrenzt.

Mit dem Neubau setzt Schwerin einen weiteren Bestandteil seiner Schulentwicklungsplanung um. Die Stadt hatte darin ein größeres Maßnahmenpaket für die inklusive Beschulung von Kindern mit Förderbedarf festgeschrieben.

Zu diesem Paket gehören auch die bereits erfolgte Gründung einer Klinikschule auf dem Gelände der Helios Kliniken und die Einrichtung einer Regionalschule mit Grundschulteil auf dem Campus am Turm im Stadtteil Mueßer Holz.

Unterricht findet noch in früherer Kita statt

Der betreffende Förderschulbereich ist derzeit in einer ehemaligen Kindertagesstätte aus DDR-Zeiten in der Flensburger Straße 22 untergebracht. Nach Angaben der Stadt ist das Gebäude stark sanierungsbedürftig und entspricht nicht mehr den Anforderungen an zeitgemäße Lern- und Arbeitsbedingungen.

Mit der geplanten Inbetriebnahme zum Schuljahr 2029/2030 soll diese Übergangslösung beendet werden. Der Neubau bietet dann nicht nur zusätzliche Räume, sondern führt unterschiedliche Bildungs- und Betreuungsangebote an einem Standort zusammen.

Die Finanzierung erfolgt aus dem kommunalen Sondervermögen. Wie sich die veranschlagten Gesamtkosten von 37 Millionen Euro auf Gebäude, Außenanlagen und Ausstattung verteilen, geht aus der Pressemitteilung der Stadt nicht hervor.

Bürgerzentrum erfüllt langjährigen Wunsch

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist das geplante Bürgerzentrum. Oberbürgermeister Sebastian Ehlers bezeichnete es als Umsetzung eines langjährigen Wunsches der Einwohnerinnen und Einwohner von Lankow.

Das Bürgerzentrum soll einen eigenen Zugang erhalten und unabhängig vom Schulbetrieb nutzbar sein. Konkrete Angaben zur Größe der Räume, zu künftigen Angeboten oder zu möglichen Betreibern machte die Stadt bislang nicht.

Durch die Verbindung von Schule, Bürgerzentrum und dem benachbarten Wohnquartier soll an der Julius-Polenz-Straße eine neue Quartiersmitte entstehen. Das bereits übergebene Wohnprojekt umfasst 40 barrierefreie Sozialwohnungen und verfolgt ebenfalls einen inklusiven Ansatz.

Damit entsteht ein Standort, der verschiedene Generationen und unterschiedliche Bedürfnisse miteinander verbinden soll. Während der Schulteil auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet ist, soll das Bürgerzentrum allen Bewohnerinnen und Bewohnern des Stadtteils offenstehen.

Schwerin setzt künftig auf Schulsanierungen

Nach Angaben von Oberbürgermeister Ehlers handelt es sich bei dem Neubau in Lankow vorerst um das letzte neue Schulgebäude, das Schwerin als kommunaler Schulträger errichten will. Eine Ausnahme bildet die bereits geplante neue Berufsschule für Gesundheit und Soziales.

Künftig will die Landeshauptstadt ihre Investitionen stärker auf die Sanierung vorhandener Schulgebäude konzentrieren. Als nächste größere Projekte nannte Ehlers die denkmalgeschützte Fritz-Reuter-Grundschule und das Gymnasium Fridericianum.

Für Lankow beginnt unterdessen die mehrjährige Bauphase. Bis zur geplanten Eröffnung im Schuljahr 2029/2030 müssen das Hauptgebäude, die getrennten Schulbereiche, das Bürgerzentrum und die Außenflächen fertiggestellt werden.

Quellen

Landeshauptstadt Schwerin, Pressemitteilung vom 7. September 2026