Schwerin, 7. September 2026. Mecklenburg-Vorpommern stellt 45 Millionen Euro für 38 Feuerwehrprojekte bereit. Gefördert werden Neubauten, Erweiterungen und Sanierungen von Gerätehäusern sowie einzelne kombinierte Feuer- und Rettungswachen. Das Geld stammt aus dem MV-Plan 2035, der die Verwendung der Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur regelt.
Die ausgewählten Projekte verteilen sich über das gesamte Bundesland. Auf der Liste stehen kleine Gemeinden ebenso wie Rostock, Schwerin, Greifswald, Ludwigslust, Parchim, Neustrelitz und Güstrow.
Rein rechnerisch stehen für jedes Vorhaben knapp 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. Dieser Durchschnitt sagt allerdings wenig über die tatsächliche Förderung aus. Eine Feuerwache mit mehreren Stellplätzen und Rettungsdienst benötigt erheblich mehr Geld als die Erweiterung eines Sozialtraktes oder eine zusätzliche Fahrzeughalle.
Zweites großes Programm für die Feuerwehren
Das neue Programm ergänzt eine bereits im Frühjahr angekündigte Förderung. Damals hatte die Landesregierung 50 Millionen Euro für Feuerwehrgerätehäuser in 90 Gemeinden bereitgestellt. Dieses Angebot richtete sich vor allem an kleinere Freiwillige Feuerwehren und standardisierte Gebäude mit zwei Stellplätzen.
Nun folgen größere und teilweise technisch anspruchsvollere Vorhaben. Zusammen umfassen beide Programme 95 Millionen Euro und 128 kommunale Projekte. Damit reagiert das Land auf einen Investitionsstau, der viele Feuerwehren seit Jahren beschäftigt.
Alte Gerätehäuser sind häufig zu klein für moderne Fahrzeuge. Mancherorts fehlen getrennte Umkleiden, geeignete Sanitärbereiche, sichere Verkehrswege oder Möglichkeiten zur Reinigung belasteter Einsatzkleidung. Auch Anforderungen an Arbeitsschutz und Unfallverhütung lassen sich in älteren Gebäuden nicht immer erfüllen.
Von Boizenburg bis Bergen auf Rügen
Im Landkreis Ludwigslust-Parchim sollen unter anderem Projekte in Boizenburg, Zierzow, Grebbin, Plau am See, Sternberg, Ludwigslust und Parchim unterstützt werden. Hinzu kommen Vorhaben in Dargun, Neustrelitz, Penzlin, Leizen und Stavenhagen.
In Nordwestmecklenburg befinden sich Klütz, Schlagsdorf, Glasin, Lübstorf und Grevesmühlen auf der Liste. Rostock soll ein neues Feuerwehrgerätehaus in Groß Klein erhalten. In Schwerin ist der Umbau beziehungsweise die Erweiterung der Feuer- und Rettungswache Süd einschließlich der Integrierten Leitstelle Westmecklenburg vorgesehen.
In Vorpommern-Greifswald profitieren unter anderem Wolgast, Greifswald, Jarmen, Wusterhusen, Ferdinandshof, Groß Polzin, Gützkow, Murchin und Strasburg. Für Vorpommern-Rügen nennt die Landesregierung Projekte in Bergen auf Rügen, Grimmen, Sassnitz, Binz, Richtenberg und Zingst.
Die Maßnahmen unterscheiden sich erheblich. In Parchim soll ein Feuerwehrhaus mit zwölf Stellplätzen saniert werden. Plau am See plant einen Neubau mit acht Stellplätzen. In Binz ist ein Gebäude mit Zivilschutzlager und Rettungswache vorgesehen. Stavenhagen plant ebenfalls eine Verbindung von Feuerwehr und Rettungsdienst.
Einzelne Fördersummen bleiben zunächst offen
Die Pressemitteilung der Landesregierung nennt die Gesamtsumme und sämtliche ausgewählten Kommunen. Nicht ausgewiesen werden jedoch die Förderung jedes einzelnen Vorhabens, die jeweilige Förderquote, der kommunale Eigenanteil und der geplante Baubeginn.
Diese Angaben sind für die Bewertung des Programms entscheidend. Eine Aufnahme in die Förderliste bedeutet noch nicht zwangsläufig, dass ein Projekt kurzfristig gebaut werden kann. Kommunen benötigen geeignete Grundstücke, genehmigungsfähige Planungen und ausreichend Geld für ihren Eigenanteil. Steigende Baupreise können ältere Kostenschätzungen außerdem schnell überholen.
Für eine transparente Begleitung sollte das Land deshalb eine fortlaufende Übersicht veröffentlichen. Darin sollten für jedes Projekt die Gesamtkosten, der Landeszuschuss, der Eigenanteil, der Bearbeitungsstand und der vorgesehene Fertigstellungstermin genannt werden.
Investitionen stärken auch das Ehrenamt
Gut ausgestattete Gerätehäuser sind nicht nur Stellplätze für Fahrzeuge. Sie sind Arbeitsstätten, Ausbildungsorte und Treffpunkte für die Freiwilligen Feuerwehren. In vielen Dörfern gehören sie zu den wenigen verbliebenen Einrichtungen, in denen regelmäßig Ausbildung, Jugendarbeit und gemeinschaftliche Veranstaltungen stattfinden.
Moderne Bedingungen können dabei helfen, neue Mitglieder zu gewinnen und vorhandene Einsatzkräfte zu halten. Das gilt besonders für kleinere Orte, in denen Feuerwehren einen großen Teil der Gefahrenabwehr ehrenamtlich übernehmen.
Die 45 Millionen Euro sind deshalb eine wichtige Investition in die Sicherheit des Landes. Ob das Programm den tatsächlichen Bedarf deckt, lässt sich erst beurteilen, wenn die individuellen Fördersummen und die nicht berücksichtigten Anträge bekannt sind. Entscheidend wird sein, wie schnell aus den angekündigten Projekten tatsächlich nutzbare Gebäude werden.
Quellen
Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern: Weitere 38 Gerätehäuser