Die neue Kindertagesstätte Feldstadtmäuse in Schwerin ist fertiggestellt und feierlich übergeben worden. Der moderne Hybridbau bietet auf mehr als 1.500 Quadratmetern Platz für 105 Kinder, darunter zwei integrative Gruppen.

Schwerin investiert 6,5 Millionen Euro

Rund 16 Monate nach der Grundsteinlegung konnte der Ersatzneubau seinen Betrieb aufnehmen. Die Kinder und Beschäftigten sind bereits aus der bisherigen Villa in der Demmlerstraße in das neue Gebäude umgezogen.

Das Zentrale Gebäudemanagement der Landeshauptstadt investierte insgesamt 6,5 Millionen Euro. Ergänzend erhielt die Stadt Fördermittel aus einem Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Die Kita gGmbH übernimmt den Betrieb der Einrichtung. An der feierlichen Übergabe nahmen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Oberbürgermeister Sebastian Ehlers teil.

Kita bietet Platz für 105 Kinder

Der Neubau verfügt über Betreuungsplätze für insgesamt 105 Kinder. Zwei Gruppen sind für die gemeinsame Betreuung von Kindern mit und ohne Beeinträchtigungen vorgesehen.

Ein Fahrstuhl erschließt das Obergeschoss und ermöglicht Kindern mit eingeschränkter Mobilität einen barrierearmen Zugang. Dort befindet sich außerdem eine große Terrasse mit Blick auf den Ostorfer See.

Zu den neuen Räumen gehören ein Bauraum, ein Kreativraum und ein Kinderrestaurant. Die unterschiedlichen Bereiche sollen den Kindern Möglichkeiten zum gemeinsamen Lernen, Spielen und Essen bieten.

Die Kindertagesstätte ist nach Angaben der Stadt bereits vollständig ausgelastet. Oberbürgermeister Ehlers sieht darin einen Beleg dafür, dass der Neubau den konkreten Bedarf im Wohngebiet trifft.

Hybridbau verbindet Beton und Holz

Das Erdgeschoss wurde in Betonbauweise errichtet, während im Obergeschoss überwiegend Holz zum Einsatz kam. Diese Kombination soll Stabilität, Brandschutz und einen geringeren Einsatz energieintensiver Baustoffe miteinander verbinden.

Bei der Planung berücksichtigte das Zentrale Gebäudemanagement auch nachhaltige Materialien und eine energieeffiziente Bauweise. Für den Neubau strebt die Stadt eine Zertifizierung nach dem Standard DGNB Gold an.

Nach Angaben der Landeshauptstadt wäre es die erste Schweriner Kindertagesstätte mit dieser Zertifizierung. Bewertet werden dabei neben Energieverbrauch und Baustoffen auch die Nutzungsqualität und die langfristige Wirtschaftlichkeit des Gebäudes.

Wärmepumpe und Photovoltaik versorgen Kita

Eine Sole-Wärmepumpe mit Erdsonden übernimmt die Beheizung des Gebäudes. Die Anlage nutzt die im Erdreich gespeicherte Wärme und soll den Bedarf an fossilen Energieträgern reduzieren.

Eine Teillüftungsanlage führt während warmer Sommernächte kühlere Außenluft in das Gebäude. Dadurch lassen sich die Räume temperieren, ohne dauerhaft energieintensive Klimaanlagen einsetzen zu müssen.

Auf dem Dach erzeugt eine Photovoltaikanlage einen großen Teil des benötigten Stroms. Ein Batteriespeicher nimmt überschüssige Energie auf und stellt sie später für den Eigenverbrauch zur Verfügung.

Außengelände folgt dem Schwammstadt-Prinzip

Eine extensive Dachbegrünung speichert einen Teil des Regenwassers und verbessert zugleich den sommerlichen Wärmeschutz. Eine unterirdische Rigole lässt Niederschlagswasser versickern und gibt überschüssige Mengen verzögert an das Kanalnetz ab.

Auch die rückwärtigen Terrassen und Spielbereiche wurden nach dem Prinzip der Schwammstadt gestaltet. Regenwasser soll möglichst auf dem Grundstück verbleiben, statt bei starken Niederschlägen sofort in die Kanalisation zu fließen.

Das Konzept entlastet die städtischen Abwassersysteme und versorgt gleichzeitig die Pflanzen auf dem Außengelände. Damit verbindet der Neubau moderne Kinderbetreuung mit Anforderungen an Klimaanpassung und nachhaltiges Bauen.

Neubau ersetzt frühere Stadtvilla

Vor den Sommerferien verabschiedeten sich die Feldstadtmäuse mit einem Fest von ihrer bisherigen Einrichtung in der Demmlerstraße. Mit dem abgeschlossenen Umzug beginnt für die Kinder und Beschäftigten nun der Alltag im Neubau.

Die neuen Räume bieten mehr Platz, eine moderne technische Ausstattung und bessere Voraussetzungen für integrative Betreuung. Trotz insgesamt sinkender Kinderzahlen in Schwerin hält die Stadt die Investition deshalb für vorausschauend.

Die vollständige Belegung zeigt, dass moderne und wohnortnahe Betreuungsplätze weiterhin stark nachgefragt werden. Der Neubau soll diese Versorgung langfristig sichern.

Quelle: Landeshauptstadt Schwerin