Die Initiative „MV zeigt Herz“ soll automatisierte externe Defibrillatoren im gesamten Land verbreiten. Schwerin übernimmt den Auftakt, während weitere Regionen später als Modellstandorte folgen sollen.

Mecklenburg-Vorpommern will nach Angaben der Landesregierung das erste Bundesland mit einem flächendeckenden Netz öffentlich zugänglicher AED-Geräte werden. Der Verein NOFIAS setzt das Projekt mit Unterstützung von LOTTO Mecklenburg-Vorpommern um.

Zum offiziellen Auftakt wurden zwei Defibrillatoren symbolisch an den Stadtsportbund Schwerin und die Stadtfeuerwehr übergeben. Das Projekt soll anschließend schrittweise auf weitere Orte ausgeweitet werden.

Mindestens 20 Defibrillatoren werden beschafft

LOTTO Mecklenburg-Vorpommern unterstützt zunächst die Anschaffung von mindestens 20 AED und 75 Witterungsschutzkästen. Die Schutzgehäuse sollen einen Einsatz der Geräte an öffentlich zugänglichen Standorten ermöglichen.

Der Schweriner Fachdienst 37 hat bereits rund 150 öffentliche Liegenschaften erfasst. Auf dieser Grundlage soll ein systematisches Netz geeigneter Standorte entstehen.

Weitere Regionen sollen später als Leuchtturmprojekte hinzukommen. Das langfristige Ziel der Initiative lautet, in möglichst jedem Dorf einen erreichbaren Defibrillator bereitzustellen.

Defibrillatoren sollen Zeit bis zum Rettungsdienst überbrücken

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Nach Angaben der Landesregierung können ohne ausreichenden Blutfluss bereits nach drei bis fünf Minuten dauerhafte Schäden am Gehirn entstehen.

Der Rettungsdienst benötigt im Durchschnitt acht Minuten oder länger bis zum Einsatzort. Menschen in unmittelbarer Nähe spielen deshalb eine entscheidende Rolle bei der Erstversorgung.

Eine sofort begonnene Herzdruckmassage und der schnelle Einsatz eines AED können die Überlebenschancen erhöhen. Die Geräte analysieren den Herzrhythmus und geben Anwendern verständliche Anweisungen.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese wirbt deshalb für mehr Mut zur Ersten Hilfe. Jeder zusätzliche öffentlich zugängliche Defibrillator könne die Chance verbessern, einen Menschen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes erfolgreich wiederzubeleben.

Initiative beginnt in Schwerin

Finanzminister Heiko Geue bezeichnet die Unterstützung des Projekts als gesellschaftliche Aufgabe der Landesbeteiligungen. Die ersten Geräte und Schutzkästen sollen die Grundlage für eine landesweite Infrastruktur schaffen.

NOFIAS möchte gleichzeitig mehr Menschen für Wiederbelebung und Erste Hilfe sensibilisieren. Der Verein setzt dabei auf öffentlich sichtbare Geräte, Informationsangebote und gemeinsame Aktionen.

LOTTO-Geschäftsführerin Elisabeth Aßmann sieht die Förderung als Anschub für weitere Partner. Kommunen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen sollen sich am Ausbau des Netzes beteiligen.

Weltrekordversuch zur Wiederbelebung geplant

Am 2. September 2026 plant die Initiative in Schwerin einen Weltrekordversuch. Ersthelfer sollen in einer Staffel 80 Stunden lang ohne Unterbrechung an einer Reanimationspuppe Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen.

Das Rekord-Institut für Deutschland soll den Versuch offiziell begleiten. Die Aktion soll Aufmerksamkeit für Herzdruckmassage, Defibrillatoren und schnelle Hilfe bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand schaffen.

Quelle: Ministerium für Finanzen und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern, Pressemitteilung vom 24. August 2026