Dr. Benedikt Neitzel hat den Peter-Dornier-Stiftungspreis 2026 erhalten. Seine Methode verbessert die Herstellung von Carbon- und Glasfaserbauteilen, weil sie unerwünschte Lufteinschlüsse gezielter vermeidet.

Porengehalt sinkt um bis zu 87,5 Prozent

Wie die Technische Universität Ilmenau mitteilt, untersuchte Neitzel in seiner Dissertation die Herstellung von Faserverbundwerkstoffen im Resin-Transfer-Moulding-Verfahren. Flüssiges Kunstharz wird dabei durch ein trockenes Fasergewebe gepresst; eine ungleichmäßige Durchströmung kann winzige Lufteinschlüsse und damit Poren erzeugen.

Neitzel entwickelte eine Methode zur genaueren Berechnung des Harzflusses und ergänzte sie um eine automatisierte Prozesssteuerung. In Versuchen konnte der Porengehalt von Probekörpern dadurch um bis zu 87,5 Prozent reduziert werden.

Weniger Ausschuss bei hochwertigen Bauteilen

Zu viele Poren können die Qualität von Faserverbundbauteilen beeinträchtigen und bei hochwertigen Carbonteilen zu Ausschuss führen. Eine präzisere Fertigung eröffnet deshalb Möglichkeiten, Material und Gewicht einzusparen.

Neben Luft- und Raumfahrt sieht die TU Anwendungsmöglichkeiten im Maschinenbau, Fahrzeugbau und in der Medizintechnik. Die Methode benötigt nach Angaben des Wissenschaftlers keine aufwendigen zusätzlichen Messungen und könnte deshalb direkt in industrielle Fertigungsprozesse übertragen werden.

Stiftungspreis ist mit 5.000 Euro dotiert

Der Peter-Dornier-Stiftungspreis wurde Mitte Juli bei der Lindauer DORNIER GmbH verliehen. Die seit 2021 vergebene Auszeichnung würdigt Nachwuchsforschung in Textil-, Folien- und Faserverbundtechnik sowie Luft- und Raumfahrt und ist mit 5.000 Euro dotiert.

Neben Neitzel wurde 2026 Johanna Buschmann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ausgezeichnet.

Quelle: Technische Universität Ilmenau