Halle (Saale) – Der Preisdruck in Sachsen-Anhalt nimmt weiter zu. Die Verbraucherpreise lagen im September 3,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Damit beschleunigte sich die Inflation erneut.

Im August hatte die Jahresteuerung noch bei 3,2 Prozent gelegen, im Juli waren es 2,7 Prozent.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Kraftstoffen.

Diesel mehr als 43 Prozent teurer

Diesel kostete im September durchschnittlich 43,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Bei Superbenzin betrug der Preisanstieg 34,2 Prozent.

Damit gehören Kraftstoffe derzeit zu den stärksten Preistreibern im Land.

Für Pendler und Menschen im ländlichen Raum ist die Entwicklung besonders relevant. Gerade in Regionen mit weniger dichtem öffentlichen Nahverkehr bleibt das Auto für viele Beschäftigte unverzichtbar.

Auch andere Bereiche werden teurer

Nicht nur Autofahrer müssen höhere Preise verkraften.

Teurer wurden unter anderem alkoholische Getränke und Tabakwaren, Bekleidung und Schuhe sowie verschiedene Dienstleistungen.

Auch Versicherungen und Schmuck verteuerten sich.

Im Vergleich zum August stiegen die Verbraucherpreise insgesamt um weitere 0,5 Prozent.

Energie treibt Inflation

Die Entwicklung in Sachsen-Anhalt folgt dem bundesweiten Trend steigender Energiepreise.

Deutschlandweit erreichte die Inflation im September 3,3 Prozent. Energie verteuerte sich dabei erheblich stärker als der Durchschnitt.

Hintergrund sind insbesondere die gestiegenen Preise an den internationalen Öl- und Energiemärkten.

Damit könnten hohe Kraftstoff- und Energiekosten auch andere Waren verteuern. Transporte und Produktion werden für Unternehmen kostspieliger, was sich zeitversetzt auf Verbraucherpreise auswirken kann.

Entlastung an der Zapfsäule angekündigt

Die Bundesregierung reagiert auf die hohen Kraftstoffpreise mit einer zeitweisen steuerlichen Entlastung.

Dadurch sollen Benzin und Diesel vorübergehend günstiger werden.

Wie viel davon tatsächlich an den Tankstellen bei den Verbrauchern ankommt, hängt jedoch auch von Rohölpreisen, Raffineriekosten und Wettbewerb ab.

Verbraucher bekommen Preisentwicklung unmittelbar zu spüren

Eine Inflationsrate von 3,4 Prozent bedeutet nicht, dass jedes Produkt genau um diesen Wert teurer geworden ist.

Der Verbraucherpreisindex bildet einen durchschnittlichen Warenkorb ab.

Gerade bei Gütern, die regelmäßig benötigt werden, kann die persönliche Belastung jedoch wesentlich höher ausfallen.

Wer täglich mit dem Auto zur Arbeit fährt, spürt einen Anstieg der Kraftstoffpreise um mehr als 30 oder 40 Prozent sehr viel stärker als die allgemeine Inflationsrate vermuten lässt.