An der Universität Greifswald beginnt am heutigen Montag eine internationale Sommerschule mit besonderer politischer Aktualität. Das inzwischen 30. Greifswalder Ukrainicum läuft vom 10. bis 22. August und steht unter dem Titel „(Dis)Comfort Zones: Resilience and its Limits“. Im Mittelpunkt stehen Widerstandskraft, ihre Grenzen und das Verhältnis zwischen Resilienz und Friedensbildung.
Die wissenschaftliche Leitung übernehmen Professor Roman Dubasevych von der Universität Greifswald und Oleksandr Chertenko aus Gießen.
Damit startet heute nicht einfach ein Sprach- oder Kulturkurs, sondern eine fachlich ausgerichtete Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Folgen des Krieges gegen die Ukraine.
Jubiläum fällt in politisch hochbrisante Zeit
Das Ukrainicum findet zum 30. Mal statt.
Die Universität beschreibt die diesjährige Ausgabe als Versuch, ukrainische Erfahrungen von Leid und gesellschaftlicher Reaktion mit den europäischen Erfahrungen des extremen 20. Jahrhunderts in Verbindung zu bringen.
Der Begriff Resilienz wird dabei bewusst nicht ausschließlich positiv betrachtet.
Die Frage lautet auch, wie lange Einzelne und Gesellschaften Belastungen aushalten können und wann die Forderung nach immer größerer Widerstandsfähigkeit selbst problematisch wird.
Greifswald besitzt lange Tradition der Osteuropaforschung
Das Institut für Slawistik beschäftigt sich dauerhaft mit ukrainischer, polnischer, russischer und tschechischer Sprache, Literatur und Kultur.
Das Ukrainicum ist damit Teil eines wissenschaftlichen Profils, das Greifswald weit über Mecklenburg-Vorpommern hinaus mit Mittel- und Osteuropa verbindet.
Bis zum 22. August wird diese Verbindung nun für zwei Wochen besonders sichtbar.
Quellen
Universität Greifswald Institut für Slawistik der Universität Greifswald