Berlin und Brandenburg erhöhen den Druck für eine bessere internationale Anbindung des Flughafens BER. Ministerpräsident Dietmar Woidke und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner fordern zusätzliche Langstreckenverbindungen, weil sie darin einen wichtigen Standortfaktor für die gesamte ostdeutsche Wirtschaft sehen.

BER soll deutlich mehr internationale Direktflüge bekommen

Der Flughafen Berlin Brandenburg verfügt nach Angaben der Staatskanzlei derzeit über weniger als zehn Langstreckenverbindungen. Berlin und Brandenburg halten dieses Angebot für zu gering.

Woidke fordert deshalb Änderungen auf Bundesebene. Internationale Fluggesellschaften sollen zusätzliche Verkehrsrechte erhalten können, ohne dafür Verbindungen zu anderen deutschen Flughäfen aufgeben zu müssen.

Emirates will Direktverbindung zwischen Dubai und BER

Besonders im Fokus steht die Fluggesellschaft Emirates. Das Unternehmen hat nach Angaben Brandenburgs wiederholt Interesse an einer direkten Verbindung zwischen Dubai und dem BER bekundet.

Das bestehende Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten begrenzt jedoch die Zahl der deutschen Ziele, die Emirates und Etihad bedienen dürfen. Etihad fliegt den BER bereits an.

Ostdeutsche Wirtschaft soll von mehr BER-Langstrecken profitieren

Wegner sieht zusätzliche internationale Verbindungen nicht ausschließlich als Berliner Thema. Eine bessere Anbindung des Hauptstadtflughafens könne aus seiner Sicht die gesamte Wirtschaftsregion Ostdeutschland stärken.

Internationale Unternehmen profitieren von direkten Flugverbindungen, weil Reisezeiten sinken und wichtige Wirtschaftsregionen ohne zusätzliche Umstiege erreichbar werden. Für den BER geht es damit auch um seine Rolle als zentraler internationaler Flughafen des Ostens.

Berlin und Brandenburg fordern Änderung vom Bund

Entscheidend ist nun die Bundesregierung. Die Länder können zusätzliche Verkehrsrechte für internationale Fluggesellschaften nicht allein vergeben.

Woidke fordert deshalb eine Anpassung des Luftverkehrsabkommens mit den Vereinigten Arabischen Emiraten. Berlin und Brandenburg wollen damit erreichen, dass der BER langfristig mehr direkte Verbindungen zu internationalen Wirtschaftszentren erhält.

Quelle: Staatskanzlei Brandenburg, Pressemitteilung vom 20. August 2026.Brandenburg hat in Frankfurt (Oder) ein neues Chancencenter eröffnet. Das Land verfolgt damit einen bundesweit besonderen Ansatz, der Menschen mit unsicherer Bleibeperspektive stärker zu Sprache, Qualifizierung und Arbeit führen soll. Sozialminister René Wilke eröffnete die Einrichtung am 21. August im Ortsteil Markendorf.

Chancencenter in Frankfurt (Oder) setzt auf Integration durch eigene Leistung

Das Chancencenter ist Teil der Landesübergangseinrichtung in Frankfurt (Oder). Es richtet sich an Menschen, deren Aufenthaltsstatus ungeklärt ist oder deren Ausreise aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht kurzfristig vollzogen werden kann.

Nach Darstellung der Zentralen Ausländerbehörde sollen die Betroffenen die Möglichkeit erhalten, durch eigene Integrationsleistungen eine Perspektive zu entwickeln. Dazu gehören insbesondere Sprache, Ausbildung und Beschäftigung.

Brandenburg erprobt bundesweit einmaliges Migrationsmodell

Die Zentrale Ausländerbehörde bezeichnet die Landesübergangseinrichtung als bundesweit einmaliges Modell. Der Ansatz unterscheidet sich von einer reinen Unterbringung, weil die Zeit des Aufenthalts gezielt für Qualifizierung und Integration genutzt werden soll.

Dabei entsteht kein automatisches Bleiberecht. Entscheidend bleiben die gesetzlichen Voraussetzungen des Aufenthaltsrechts und die individuelle Situation der jeweiligen Person.

Sprache und Arbeit sollen Bleibeperspektive verbessern

Brandenburg setzt bei dem Modell auf einen klaren Zusammenhang zwischen eigener Mitwirkung und möglicher Perspektive. Wer sich sprachlich qualifiziert, eine Ausbildung beginnt oder eine Beschäftigung aufnimmt, kann vorhandene gesetzliche Möglichkeiten für einen regulären Aufenthalt besser nutzen.

Die Landesregierung will damit auch verhindern, dass Menschen über längere Zeit ohne Beschäftigung oder konkrete Integrationsangebote in Unterkünften verbleiben.

Chancencenter könnte Vorbild für weitere Standorte werden

Der Standort befindet sich am Halbleiterwerk in Frankfurt (Oder). Sozialminister René Wilke eröffnete das Zentrum offiziell am Freitagvormittag.

Mit dem Modell verbindet Brandenburg Migrationspolitik stärker mit Arbeitsmarkt und Qualifizierung. Entscheidend wird nun sein, wie viele Teilnehmer tatsächlich den Weg in Ausbildung, Beschäftigung oder einen regulären Aufenthaltsstatus schaffen.

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg; Zentrale Ausländerbehörde des Landes Brandenburg.