Sachsen beginnt im Schuljahr 2026/27 mit der Modernisierung sämtlicher 528 Lehrplandokumente für alle Fächer und Schularten. Die Überarbeitung ist Teil der Strategie „Bildungsland Sachsen 2030“ und soll Unterricht stärker auf Kompetenzen, gesellschaftliche Veränderungen und neue pädagogische Anforderungen ausrichten.

Nach Angaben des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus werden die Lehrpläne erstmals seit 2004 gleichzeitig grundlegend überarbeitet. Die Novellierung soll bis 2030 abgeschlossen sein.

Mehr Freiräume für Übung und Vertiefung

Die neuen Lehrpläne sollen Schülerinnen und Schülern künftig stärker Kompetenzen vermitteln und Schulen zugleich mehr pädagogischen Spielraum geben. Vorgesehen sind unter anderem größere Freiräume für Übungs- und Vertiefungsphasen.

Zugleich sollen die Inhalte an gesellschaftliche und bildungspolitische Entwicklungen angepasst werden. Das Kultusministerium nennt dabei ausdrücklich Demokratiebildung, Medienbildung, Digitalisierung und sprachliche Bildung.

Medienbildung wird deutlich ausgebaut

Ein Schwerpunkt des neuen Schuljahres liegt auf Medienbildung und Digitalisierung. Das Lernsystem „bettermarks“ steht weiterhin allen weiterführenden Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft für die Klassenstufen 5 bis 12 zur Verfügung und wird nun zusätzlich auf die Primarstufe ab Klasse 3 ausgeweitet.

Hinzu kommen ein Medienpass für die Klassenstufen 5 bis 8 sowie ein Orientierungsrahmen „Medienbildung ab Klasse 1“. Damit will Sachsen digitale Kompetenzen früher und systematischer im Schulalltag verankern.

Handyverbot wird bis Klasse 8 ausgeweitet

Parallel zum Ausbau digitaler Bildungsangebote verschärft Sachsen die Regeln für private Smartphones an Schulen. Das seit Februar 2026 an Grundschulen sowie in den Primarstufen von Förder- und Gemeinschaftsschulen geltende Handyverbot wird auf die Klassenstufen 5 bis 8 ausgeweitet.

Begründet wird die Maßnahme mit dem Schutz vor hohen Bildschirmzeiten und dem Ziel, konzentriertes Lernen im Unterricht zu stärken.

Mehr als 527.000 Schüler starten ins neue Schuljahr

Rund 527.300 Schülerinnen und Schüler beginnen am Montag, 17. August, das neue Schuljahr in Sachsen. Darunter sind etwa 37.700 Erstklässler. Der Freistaat hat nach eigenen Angaben bislang 905 neue Lehrkräfte eingestellt.

Davon sind 731 grundständig ausgebildete Lehrer, 17 pädagogische Fachkräfte und 157 Seiteneinsteiger. Kultusminister Conrad Clemens sieht weiterhin eine besondere Herausforderung darin, Lehrkräfte gleichmäßiger zwischen den Ballungszentren Leipzig und Dresden sowie anderen Regionen Sachsens zu verteilen.

Reform soll bis 2030 abgeschlossen sein

Die Modernisierung der 528 Lehrpläne gehört zu den zentralen Vorhaben der Strategie „Bildungsland Sachsen 2030“. Das Schuljahr 2026/27 ist das zweite Jahr ihrer Umsetzung.

Neben neuen Lehrplänen und stärkerer Medienbildung gehören auch Änderungen in der Lehrkräfteausbildung und eine stärker datengestützte Schulentwicklung zu den angekündigten Reformen. Die vollständige Novellierung der Lehrpläne soll spätestens 2030 abgeschlossen sein.

Quelle

Sächsisches Staatsministerium für Kultus