Pilotprojekt soll Versorgung von Patienten außerhalb großer Städte verbessern

Dresdner Uniklinikum bringt MS-Spezialisten digital aufs Land

Spezialmedizin soll nicht davon abhängen, ob Patienten in Dresden oder weit entfernt auf dem Land wohnen. Das Universitätsklinikum Dresden erprobt deshalb ein telemedizinisches Modell für Menschen mit Multipler Sklerose. Spezialwissen des Dresdner MS-Zentrums soll digital in medizinisch schwächer versorgte Regionen gelangen.

Von Robert Neumann 1 Min. Lesezeit

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Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden will eines der größten Probleme der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum mit digitaler Technik angehen. Ein Pilotprojekt soll Menschen mit Multipler Sklerose einen besseren Zugang zu hoch spezialisiertem Fachwissen ermöglichen, ohne dass sie für jeden Termin nach Dresden reisen müssen.

Das Projekt trägt den Titel „Expertenwissen für Menschen mit MS im ländlichen Raum“.

Im Mittelpunkt steht Telemedizin.

Deutschlands größte MS-Spezialambulanz sitzt in Dresden

Dresden besitzt dafür besondere Voraussetzungen.

Das Multiple-Sklerose-Zentrum am Universitätsklinikum behandelt nach eigenen Angaben monatlich rund 1.500 Patienten und ist damit die größte MS-Spezialambulanz Deutschlands.

Dieses Wissen soll künftig stärker über die Grenzen der Landeshauptstadt hinaus verfügbar werden.

Lange Wege erschweren Spezialversorgung

Gerade chronisch kranke Menschen benötigen regelmäßig hoch spezialisierte medizinische Beratung.

In ländlichen Regionen fehlen entsprechende Fachärzte jedoch häufig.

Das kann dazu führen, dass Patienten lange Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen.

Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität kann allein die Fahrt zu einer Spezialambulanz eine erhebliche Belastung darstellen.

Telemedizin verbindet Ärzte und Spezialisten

Digitale Sprechstunden und der fachliche Austausch zwischen behandelnden Ärzten und Dresdner Spezialisten können diese Lücke zumindest teilweise schließen.

Komplexe Untersuchungen lassen sich dadurch nicht vollständig ersetzen.

Viele Verlaufskontrollen und fachliche Einschätzungen können jedoch vorbereitet oder unterstützt werden.

Modell könnte über MS hinausweisen

Das Projekt besitzt deshalb eine Bedeutung, die über Multiple Sklerose hinausgeht.

Ostdeutsche Regionen stehen angesichts alternder Bevölkerung und Ärztemangel vor der Frage, wie hochwertige Medizin auch außerhalb großer Zentren verfügbar bleiben kann.

Telemedizin könnte dabei zunehmend eine Rolle spielen.

Dresdens Universitätsklinikum wird mit dem Pilotprojekt nun testen, wie gut dieser Ansatz im Alltag funktioniert.

Quellen

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden – Pilotprojekt „Expertenwissen für Menschen mit MS im ländlichen Raum“

Zentrum für klinische Neurowissenschaften Dresden – Multiple-Sklerose-Zentrum

Themen: DresdenDigitalisierungTelemedizinForschungGesundheitUniversitätsklinikumMultiple Sklerose

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