Ein heftiges Gewitter mit Starkregen hat Dessau-Roßlau außergewöhnlich stark getroffen. Innerhalb kurzer Zeit gingen bei der Feuerwehr nahezu im Minutentakt Meldungen über vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und Wassereinbrüche ein. Bis 20 Uhr registrierten die Einsatzkräfte 121 Hilfeleistungen und acht Brandeinsätze.
Das Unwetter dauerte nach Angaben der Stadt lediglich rund 20 Minuten. Dennoch waren die Folgen im gesamten Stadtgebiet erheblich. Zeitweise befanden sich knapp 170 Angehörige der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz.
Notrufe gingen fast im Minutentakt ein
Der Starkregen setzte Straßen, Keller und Grundstücke unter Wasser. Einsatzkräfte mussten Wasser aus Gebäuden pumpen, Verkehrswege sichern und Wassereinbrüche über Dächer bearbeiten.
Neben zahlreichen Wohnhäusern waren auch Kindertagesstätten, eine Schule und ein Einkaufszentrum betroffen. Das Einkaufszentrum wurde vorsorglich geräumt. Verletzte wurden nach den vorliegenden Angaben nicht gemeldet.
Die Zahl der Einsätze lag deutlich über einem normalen Dienstbetrieb. Ein Feuerwehrmitarbeiter erklärte, so viele Einsätze in einem derart kurzen Zeitraum habe es in Dessau-Roßlau seit sehr langer Zeit nicht mehr gegeben.
121 Hilfeleistungen und acht Brände
Insgesamt registrierten die Feuerwehren 129 wetterbedingte Einsätze. Davon entfielen 121 auf technische Hilfeleistungen. Hinzu kamen acht Brandeinsätze im Zusammenhang mit dem Gewitter.
Nicht jeder Einsatz konnte sofort bearbeitet werden. Die Leitstelle musste die Meldungen nach Dringlichkeit ordnen und die verfügbaren Kräfte im Stadtgebiet verteilen.
Besonders gefährlich sind in solchen Situationen überflutete Unterführungen, vollgelaufene Keller und beschädigte elektrische Anlagen. Bewohner sollten deshalb vermeiden, überflutete Räume zu betreten, solange die Stromversorgung nicht sicher abgeschaltet wurde.
Kurzes Gewitter entwickelt enorme Wirkung
Der Deutsche Wetterdienst hatte für Sachsen-Anhalt vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen gewarnt. Örtlich wurden Regenmengen von bis zu 60 Litern pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit für möglich gehalten.
Dessau-Roßlau gehörte zu den besonders stark betroffenen Orten. Obwohl die Gewitterzelle nur wenige Minuten über der Stadt lag, konnte die Kanalisation die großen Wassermengen nicht überall sofort aufnehmen.
Solche Starkregenereignisse können sehr kleinräumig auftreten. Während einzelne Stadtteile massiv betroffen sind, fallen wenige Kilometer entfernt deutlich geringere Niederschlagsmengen.
Feuerwehr über Stunden im Einsatz
Auch nach dem Ende des Gewitters waren die Feuerwehren noch lange mit den Folgen beschäftigt. Vollgelaufene Keller mussten ausgepumpt, Straßen kontrolliert und beschädigte Bereiche abgesichert werden.
Der Einsatz zeigte erneut die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren für den Katastrophen- und Bevölkerungsschutz. Ohne die zusätzlichen Kräfte aus den einzelnen Stadtteilen hätte die große Zahl der Notrufe kaum zeitnah abgearbeitet werden können.
Die Stadt dürfte nun prüfen, an welchen Stellen besonders häufig Überflutungen auftraten und ob zusätzliche Vorsorgemaßnahmen erforderlich sind.
Quellen
Stadt Dessau-Roßlau und Deutsche Presse-Agentur: Angaben zur Einsatzbilanz und Zahl der eingesetzten Feuerwehrkräfte.
Welt: 121 Hilfeleistungen, acht Brandeinsätze und betroffene öffentliche Einrichtungen.
Deutscher Wetterdienst: Warnung vor Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen in Sachsen-Anhalt.