Die Zustimmung zum Kohleausstieg ist in der Lausitz deutlich gesunken. Nur noch 33 Prozent unterstützen ihn, während 56 Prozent dagegen sind.

Zustimmung nimmt deutlich ab

Im Jahr 2021 befürworteten noch 45 Prozent der Befragten den Kohleausstieg. Fünf Jahre später liegt dieser Anteil zwölf Prozentpunkte niedriger. Auch die Energiewende stößt nicht mehr auf eine klare Mehrheit. Ihren Zielen stimmen 43 Prozent zu, 44 Prozent lehnen sie ab.

Damit hat sich die Stimmung in einer Region verändert, die einen erheblichen Teil der deutschen Energieversorgung trägt. Der Lausitz-Monitor wird seit 2020 jährlich erhoben und macht inzwischen langfristige Entwicklungen sichtbar.

Strukturwandel bleibt für viele unsichtbar

Etwa zwei Drittel der Befragten halten tiefgreifende Veränderungen in der Lausitz grundsätzlich für notwendig. Rund die Hälfte ist jedoch der Ansicht, dass der grundlegende Wandel noch gar nicht begonnen habe. Nur etwa jeder Vierte nahm innerhalb der vergangenen zwölf Monate konkrete Maßnahmen wahr.

Die Ergebnisse deuten auf ein Vermittlungsproblem hin. Förderprogramme, Forschungseinrichtungen und neue Infrastrukturprojekte werden angekündigt, doch ihre Auswirkungen erreichen viele Einwohner offenbar noch nicht im persönlichen Alltag.

Arbeitsplätze werden zur entscheidenden Frage

Für 29 Prozent sind attraktive und sichere Arbeitsplätze die wichtigste Herausforderung der Region. Es folgen die allgemeine Wirtschaftsentwicklung mit 26 Prozent sowie Lebenshaltungskosten und Inflation mit 17 Prozent.

Auch die Bewertung der Lausitz als Wirtschaftsstandort fällt zurückhaltend aus. Lediglich 32 Prozent betrachten die Region als attraktiven Wirtschaftsstandort. Als geeigneten Standort für Unternehmen sehen sie 35 Prozent. Die Lebensqualität bewerten dagegen weiterhin 70 Prozent positiv.

Oberlausitz besonders skeptisch

Zwischen den beiden Teilen der Region zeigen sich deutliche Unterschiede. In der Niederlausitz blicken 57 Prozent optimistisch auf die weitere Entwicklung. In der Oberlausitz sind es nur 46 Prozent.

Insgesamt bleiben die Optimisten mit 51 Prozent knapp in der Mehrheit. Ihnen stehen inzwischen 43 Prozent Pessimisten gegenüber. Im Jahr 2022 betrug der Abstand zwischen beiden Gruppen noch 31 Prozentpunkte.

Der Lausitz-Monitor zeigt damit keine vollständige Ablehnung des Strukturwandels. Er macht jedoch deutlich, dass dessen wirtschaftlicher Nutzen schneller und sichtbarer bei den Menschen ankommen muss. Grundlage sind die Ergebnisse der Befragung vom Frühjahr 2026.

Quelle: Lausitz-Monitor 2026