Der Speicherhersteller Tesvolt hat in Wittenberg ein neues Logistik- und Technologiezentrum eröffnet. Das Unternehmen investierte 23 Millionen Euro, während Sachsen-Anhalt das Vorhaben mit rund fünf Millionen Euro förderte.
Tesvolt investiert 23 Millionen Euro
Der Neubau am Unternehmenssitz umfasst eine Nutzfläche von mehr als 6.500 Quadratmetern. Tesvolt bündelt dort die Lagerung, Endfertigung und technische Ausstattung seiner Batteriespeicher.
Das Unternehmen verzehnfacht mit dem Zentrum seine bisherigen Logistikkapazitäten. Materialien und Bauteile können künftig in größerer Menge bevorratet werden. Dadurch will Tesvolt auch bei Störungen internationaler Lieferketten kurze Lieferzeiten sichern.
Batteriespeicher für Industrie und Gewerbe
Das Zentrum ist im Zweischichtbetrieb für eine jährliche Leistung von bis zu vier Gigawattstunden ausgelegt. Nach Unternehmensangaben können dort bis zu 80.000 Speichersysteme pro Jahr fertiggestellt werden.
Tesvolt produziert in Wittenberg keine eigenen Batteriezellen. Das Unternehmen kauft Speichertechnik auf dem internationalen Markt ein und verbindet sie mit eigener Software, Steuerungstechnik und Sicherheitssystemen. Die Lösungen richten sich vor allem an Gewerbebetriebe, Industrieunternehmen und Energieversorger.
Bis zu 110 Arbeitsplätze in Wittenberg
In dem neuen Gebäudekomplex sollen schrittweise bis zu 110 qualifizierte Arbeitsplätze entstehen. Davon sind 68 Stellen für die Systemintegration der Batteriespeicher und 42 Arbeitsplätze für Büro- und Entwicklungsbereiche vorgesehen.
Herzstück der Anlage ist ein vollautomatisches Hochregallager mit 4.500 Palettenplätzen. Es ist 72 Meter lang, 18 Meter breit und 27 Meter hoch. Automatische Waagen und Lasersysteme erfassen die eingelagerten Waren.
Energieversorgung aus Sonne und Wind
Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 292 Kilowatt sowie 16 Kleinwindanlagen auf dem Dach liefern Strom für das Zentrum. Eigene Speicher erhöhen den Anteil der Energie, den das Unternehmen direkt nutzen kann.
Luft-Wasser-Wärmepumpen versorgen das Gebäude mit Wärme. Zusätzlich nutzt Tesvolt die Abwärme des Hochregallagers. Automatische Löscheinrichtungen und eine Rückhaltung für Löschwasser sollen den besonderen Anforderungen bei der Lagerung von Batterien gerecht werden.
Mit der Investition baut Wittenberg seine Stellung in der Speicherbranche aus. Das Projekt zeigt zugleich, dass ein Teil der Wertschöpfung der Energiewende in Sachsen-Anhalt bleibt.
Quelle: Tesvolt AG; Landkreis Wittenberg; Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt