Sachsen-Anhalt unterstützt zwei Trinkwasserprojekte im Harz mit 35,3 Millionen Euro aus EU-Mitteln, und die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz investiert insgesamt 51,7 Millionen Euro, weil die Versorgung bei Trockenheit und steigendem Bedarf stabil bleiben soll.

Wasserwerk soll mehr Trinkwasser liefern

Das Wasserwerk im Blankenburger Ortsteil Wienrode soll bis 2030 erweitert werden. Die tägliche Aufbereitungskapazität steigt nach den Planungen um 30.000 auf 210.000 Kubikmeter Trinkwasser.

Als Gründe nennt das Umweltministerium einen wachsenden Wasserbedarf durch neue Industrieansiedlungen und längere Trockenperioden. Das Vorhaben kostet rund 23,2 Millionen Euro. Sachsen-Anhalt stellt dafür etwa 16,3 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung bereit.

Wienrode ist das größte Wasserwerk der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz. Die Anlage wurde in den 1960er-Jahren errichtet und verarbeitet Rohwasser aus dem System der Rappbodetalsperre.

Acht neue Sandfilter geplant

Im Zuge der Erweiterung erhält das Wasserwerk eine dritte Filterstufe. Geplant sind acht neue offene Sandfilter. Außerdem werden unter anderem Spülluftgebläse, Spülwasserpumpen und die Steuerlufttechnik angepasst.

Durch den Umbau soll mehr Rohwasser aus der Rappbodetalsperre entnommen und zu hochwertigem Trinkwasser aufbereitet werden können. Einzelne Ausbaustufen sollen künftig getrennt betrieben werden. Dadurch kann die Versorgung auch bei Wartungsarbeiten oder technischen Störungen stabiler bleiben.

Neue Leitung zwischen Thale und Bad Suderode

Parallel zum Ausbau in Wienrode ist eine zweite Trinkwasserleitung zwischen Thale-Nord und Bad Suderode vorgesehen. Für das 28,5 Millionen Euro teure Projekt stehen rund 19 Millionen Euro aus EU-Mitteln bereit.

Die neue Leitung mit einem Durchmesser von 1,20 Metern ergänzt das vorhandene Fernleitungssystem. Sie soll Spitzenlasten bei hohem Wasserverbrauch ausgleichen und die Versorgung absichern. Muss eine Leitung gewartet werden oder fällt sie aus, kann der zweite Strang weiterhin Wasser transportieren.

Die Förderanträge hatte der Wasserzweckverband Saale-Fuhne-Ziethe aus Bernburg gestellt. Er wird von der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz beliefert.

Versorgung für Millionen Menschen

Die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz beliefert Stadtwerke und Zweckverbände, die insgesamt rund 2,5 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgen. Etwa eine Million von ihnen lebt in Sachsen-Anhalt.

Das Unternehmen betreibt ein rund 800 Kilometer langes Leitungsnetz und stellt jährlich mehr als 80 Millionen Kubikmeter Trinkwasser bereit. Allein aus dem Wasserwerk Wienrode erhielt Sachsen-Anhalt im Jahr 2024 rund 47 Millionen Kubikmeter. Das entsprach nach Angaben des Ministeriums gut einem Drittel des gesamten Trinkwasseraufkommens im Land.

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Sachsen-Anhalt