Präzision, Geduld und medizinischer Ehrgeiz prägen den beruflichen Weg von Dr. Ahmed Elagamy Musa. Der aus Alexandria stammende Kardiologe kam 2020 als Assistenzarzt an das Sana-Herzzentrum Cottbus. Seit September 2025 gehört der heute 38-Jährige als Oberarzt zum Team der Kardiologie.

Früher Berufswunsch entstand nach persönlichem Verlust

Bevor Ahmed Elagamy Musa Arzt wurde, wollte er nach eigenen Angaben Künstler werden. Malen und Angeln hätten bereits in seiner Kindheit Eigenschaften gefördert, die ihm heute in der Herzmedizin zugutekämen: einen Blick für Details, Geduld, Konzentration und Ausdauer.

Die Entscheidung für die Kardiologie fiel während seines Medizinstudiums. Im zweiten Studienjahr verlor er seinen Großvater durch einen Herzinfarkt.

„Danach wusste ich, dass ich in die Kardiologie möchte.“

Aus dieser persönlichen Erfahrung entwickelte sich sein berufliches Ziel, Menschen mit Herzerkrankungen medizinisch und menschlich zu begleiten.

Von Alexandria nach Deutschland

Während seines Praktischen Jahres absolvierte Musa 2012 ein zweimonatiges Praktikum am Klinikum Harlaching in München. Dort vertiefte er seine Kenntnisse in der Echokardiographie, also der Untersuchung des Herzens mit Ultraschall.

Nach Tätigkeiten in einem privaten Herzzentrum und als Leiter eines Echo-Labors in Alexandria kehrte er 2016 nach Deutschland zurück. Er legte die Fachsprachprüfung ab, erhielt die Approbation und begann neben seiner klinischen Arbeit eine Promotion an der Berliner Charité.

Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt lag in der kardiovaskulären Bildgebung und im Kardio-MRT.

Weiterbildung im Cottbuser Herzkatheterlabor

Im April 2020 wechselte Musa als Assistenzarzt im dritten Weiterbildungsjahr an das Sana-Herzzentrum Cottbus. Neben seiner Erfahrung im Herzultraschall wollte er sich besonders in der interventionellen Kardiologie weiterentwickeln.

Bereits beim Vorstellungsgespräch habe er diesen Wunsch gegenüber Chefarzt Dr. Axel Harnath angesprochen.

„Ich hatte mehrere Optionen und habe Dr. Axel Harnath gefragt, ob ich mich im Herzkatheterlabor weiterentwickeln kann. Er hat mir das zugesichert – und sein Wort gehalten.“

Nach Angaben des Herzzentrums steht diese Entwicklung beispielhaft für die gezielte Förderung von Ärzten in der Spezialklinik. Nachwuchsmediziner sollen gemeinsam mit erfahrenen Fachärzten arbeiten und schrittweise zusätzliche Verantwortung übernehmen.

Facharztprüfung und Promotion abgeschlossen

Im Jahr 2024 erreichte Musa mehrere wichtige berufliche Etappen. Er bestand die Facharztprüfung für Innere Medizin und Kardiologie und schloss seine Promotion erfolgreich ab.

Darüber hinaus erhielt er vollständige Zertifizierungen der European Association of Cardiovascular Imaging für die transthorakale und die transösophageale Echokardiographie. Dabei handelt es sich um international anerkannte Qualifikationsnachweise im Bereich des Herzultraschalls.

Parallel arbeitete er bereits während seiner Assistenzarztzeit im Herzkatheterlabor. Dort baute er seine interventionellen Fähigkeiten aus. Heute führt er nach Angaben der Klinik auch komplexe Eingriffe an den Herzkranzgefäßen selbstständig durch.

Im September 2025 wurde er zum Oberarzt der Kardiologie ernannt.

Rund 2.800 kardiologische Behandlungen im Jahr

Das kardiologische Team um Chefarzt Dr. Axel Harnath behandelt nach Angaben des Sana-Herzzentrums jährlich rund 2.800 Menschen. Zu den behandelten Krankheitsbildern zählen:

  • Erkrankungen der Herzkranzgefäße,
  • Herzklappenfehler,
  • Herzrhythmusstörungen,
  • Entzündungen des Herzmuskels,
  • verschiedene Formen der Kardiomyopathie.

Zu den medizinischen Schwerpunkten gehören komplexe Koronarinterventionen, minimalinvasive Herzklappenbehandlungen, elektrophysiologische Untersuchungen und Ablationsverfahren.

Mehr als 600 sogenannte TAVI-Prozeduren werden laut Klinik jährlich vorgenommen. Bei diesem Verfahren wird eine neue Aortenklappe mithilfe eines Katheters eingesetzt, ohne dass eine klassische Operation am offenen Herzen erforderlich ist.

Persönlicher Kontakt bleibt entscheidend

Trotz moderner Technik und komplexer Eingriffe steht für Musa nach eigenen Worten der persönliche Umgang mit den Patienten im Mittelpunkt.

„Mir ist wichtig, meine Patientinnen und Patienten so zu behandeln, wie ich selbst oder ein Mitglied meiner Familie behandelt werden möchte.“

Seine Weiterbildung betrachtet der Oberarzt noch nicht als abgeschlossen. Nach der Spezialisierung auf Echokardiographie will er seine Fähigkeiten in der interventionellen Kardiologie weiter ausbauen.

Langfristig möchte er auch komplexe Verfahren wie TAVI- oder MitraClip-Implantationen auf hohem Niveau durchführen.

Herzzentrum behandelt jährlich mehr als 4.500 Patienten

Das Sana-Herzzentrum Cottbus behandelt nach eigenen Angaben jedes Jahr mehr als 4.500 Patienten stationär in der Herzchirurgie und Kardiologie. Die erste Operation am offenen Herzen wurde dort am 7. Juni 1995 durchgeführt.

Seitdem seien mehr als 100.000 Patienten behandelt worden. Die Klinik bezeichnet sich als eines der leistungsstärksten TAVI-Zentren Europas und verweist auf mehrere Auszeichnungen für ihre Kardiologie und Herzchirurgie.

Diese Angaben stammen vom Sana-Herzzentrum selbst.

Quellen und Datenbasis

  • Sana-Herzzentrum Cottbus: Pressemitteilung „Mit Präzision und Ausdauer zum Herzspezialisten“
  • Angaben und Zitate von Dr. Ahmed Elagamy Musa
  • Hintergrundinformationen des Sana-Herzzentrums Cottbus