Gegen einen Oberarzt der Universitätsmedizin Rostock liegen mehrere Strafanzeigen vor. Die Staatsanwaltschaft prüft unter anderem den Verdacht der Volksverhetzung, nachdem rassistische Beiträge aus einem öffentlichen Profil bekannt geworden waren.
Universitätsmedizin stellt Oberarzt frei
Die Universitätsmedizin konfrontierte den Mediziner mit den Vorwürfen und gab ihm Gelegenheit zu einer Stellungnahme. Nach Angaben der Klinik bestätigte er mündlich die Urheberschaft der Äußerungen.
Der Vorstand stellte den Oberarzt daraufhin mit sofortiger Wirkung von seiner Tätigkeit frei. Weitere arbeitsrechtliche und strafrechtliche Konsequenzen werden geprüft.
Anzeigen wegen Hass-Posts gestellt
Dem Arzt werden menschenverachtende, rassistische und gewaltbilligende Veröffentlichungen vorgeworfen. Eine Initiative gegen Hass im Internet hatte die Beiträge entdeckt und öffentlich gemacht.
Mehrere Anzeigen gingen bei der Staatsanwaltschaft Rostock ein. Der Fall wurde an die Polizei übergeben.
Ärztekammer prüft Konsequenzen
Die Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern verurteilte menschenverachtende Äußerungen und kündigte eine berufsrechtliche Prüfung an. Auch Wissenschaftsministerin Bettina Martin forderte deutliche Konsequenzen.
Nach Angaben der Universitätsmedizin hatte der Oberarzt seit mehreren Jahren keinen medizinischen Kontakt mehr zu Patienten. Beschäftigte und Betroffene können mögliche Diskriminierungserfahrungen vertraulich an die Klinik melden.
Quelle: NDR Mecklenburg-Vorpommern, Universitätsmedizin Rostock und Staatsanwaltschaft Rostock