Hans-Klakow-Gesamtschule steht vor grundlegender Veränderung

42 Millionen Euro für eine Schule sind Brieselang zu viel: Gemeinde beantragt Oberschule

Brieselang stellt seine Schulplanung neu auf. Die Gemeinde will beim Bildungsministerium die Einrichtung einer Oberschule beantragen. Hintergrund sind zu wenige Anmeldungen für die gymnasiale Oberstufe und explodierende Kosten für einen ursprünglich geplanten Schulneubau.

Von Niklas Brandt 2 Min. Lesezeit

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Brieselang steht vor einer der wichtigsten bildungspolitischen Entscheidungen der kommenden Jahre. Die Gemeindevertretung hat beschlossen, beim Land Brandenburg die Einrichtung einer Oberschule zu beantragen. Damit reagiert die Kommune auf zwei Probleme gleichzeitig: Für eine gymnasiale Oberstufe kommen nicht genügend Anmeldungen zusammen, während die kalkulierten Kosten eines neuen Schulgebäudes massiv gestiegen sind.

Nur 35 statt erforderlicher 40 Anmeldungen

An der Hans-Klakow-Gesamtschule konnte in den vergangenen beiden Jahren keine gymnasiale Oberstufe eingerichtet werden.

Nach den Vorgaben des Landes sind dafür mindestens 40 Anmeldungen für die Jahrgangsstufe 11 erforderlich. Im aktuellen Verfahren lagen lediglich 35 vor.

Ausnahmeregelungen beziehungsweise zusätzliche Zuweisungen durch das Land wurden nicht genehmigt.

Neubau wird 15 Millionen Euro teurer als ursprünglich gedacht

Parallel hat sich die finanzielle Grundlage verändert.

2019 war für einen Neubau einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe noch mit rund 27 Millionen Euro gerechnet worden. Inzwischen liegen die Schätzungen bei mehr als 42 Millionen Euro.

Das entspricht einer Steigerung von mehr als 15 Millionen Euro. Die Gemeinde nennt allgemeine Baukostensteigerungen, längere Planungszeiträume und notwendige Planänderungen als Gründe.

Kleinere Schule in Modulbauweise wird geprüft

Der Schulneubau ist damit allerdings nicht grundsätzlich vom Tisch.

Die Gemeindevertretung hat beschlossen, die Planungen fortzusetzen, gleichzeitig aber nach einer wirtschaftlicheren Variante zu suchen.

Geprüft werden soll insbesondere eine kleinere Ausführung, möglicherweise in Modulbauweise. Damit könnte der tatsächliche Bedarf gedeckt werden, ohne die kommunalen Finanzen dauerhaft zu überfordern.

Für jetzige Schüler ändert sich zunächst nichts

Die Umwandlung in eine Oberschule ist bislang lediglich beantragt. Die Entscheidung liegt beim brandenburgischen Bildungsministerium.

Für die derzeitigen Schüler der Hans-Klakow-Gesamtschule ergeben sich deshalb zunächst keine unmittelbaren Veränderungen. Sie können ihre Schulzeit bis zur Jahrgangsstufe 10 wie vorgesehen fortsetzen.

Für Brieselang geht es nun um weit mehr als einen Schulnamen. Die Gemeinde muss klären, welche weiterführende Schulform langfristig zur tatsächlichen Schülerzahl passt und gleichzeitig finanzierbar bleibt.

Quellen

Gemeinde Brieselang: Beschluss zur Zukunft der weiterführenden Schule, Juli 2026

Gemeindevertretung Brieselang: Sitzung vom 2. Juli 2026

Themen: BildungSchulneubauGemeindevertretungBrieselangHans-Klakow-GesamtschuleOberschule

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