Die C&A-Filiale in der Sankt-Annen-Galerie soll voraussichtlich am 31. August 2026 schließen. Damit verliert Brandenburg an der Havel einen langjährigen Modehändler und das größte Einkaufszentrum der Stadt einen weiteren bedeutenden Mieter.
Die Belegschaft wurde bereits im Mai über die geplante Schließung informiert. Seit Mitte der 1990er-Jahre gehört C&A zum Brandenburger Stadtbild. Die zunächst verbreitete Angabe, der Standort bestehe erst seit 17 Jahren, lässt sich durch die aktuellen Quellen nicht bestätigen.
Zu geringe Umsätze als Grund genannt
Der Eigentümer der Sankt-Annen-Galerie, die HGHI Holding GmbH, nannte auf Nachfrage unzureichende Umsätze als Grund für das Aus. Der Standort habe wirtschaftlich nicht genügend Nachfrage erzeugt.
Damit zeigt sich erneut, wie stark sich der stationäre Einzelhandel verändert. Onlinehandel, steigende Betriebskosten und veränderte Einkaufsgewohnheiten setzen viele Innenstadtgeschäfte unter Druck.
Nachmieter für große Verkaufsfläche gesucht
Nach Angaben des Centereigentümers gibt es bereits Gespräche mit verschiedenen Mietinteressenten. Ziel sei es, die Fläche möglichst zeitnah neu zu vergeben. Konkrete Namen oder Nutzungskonzepte wurden bislang nicht genannt.
Die Nachvermietung dürfte für die gesamte Sankt-Annen-Galerie wichtig sein. Große Ankermieter ziehen Besucher an, von denen auch kleinere Geschäfte, gastronomische Angebote und Dienstleister profitieren.
Beschäftigte von Schließung betroffen
Wie viele Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren oder an andere Standorte wechseln können, wurde öffentlich bislang nicht mitgeteilt.
Für die Betroffenen ist entscheidend, ob C&A Versetzungen, Abfindungen oder andere Beschäftigungsmöglichkeiten anbietet. Dazu liegen derzeit keine ausreichend belastbaren Angaben vor.
Filiale wird offiziell noch als geöffnet geführt
Auf der Internetseite von C&A wird der Brandenburger Standort weiterhin mit regulären Öffnungszeiten geführt. Das widerspricht der angekündigten Schließung nicht, solange die Filiale bis zum geplanten Termin weiterbetrieben wird.
Ein genauer letzter Verkaufstag sollte deshalb vor Veröffentlichung oder bei einer späteren Aktualisierung nochmals direkt beim Unternehmen beziehungsweise beim Center bestätigt werden.
Innenstadt verliert weiteren Anziehungspunkt
Die Schließung betrifft nicht nur ein einzelnes Geschäft. Sie wirft auch Fragen zur Entwicklung der Innenstadt und des Einkaufszentrums auf.
Entscheidend wird sein, ob für die Fläche schnell ein attraktiver Nachmieter gefunden wird. Ein längerer Leerstand könnte die Kundenfrequenz im Center zusätzlich schwächen.
Handel muss neue Konzepte entwickeln
Klassische Modehäuser stehen vielerorts unter Druck. Erfolgreiche Nachnutzungen verbinden deshalb häufig Einzelhandel mit Dienstleistungen, Gastronomie, Freizeitangeboten oder medizinischen Einrichtungen.
Welche Lösung in der Sankt-Annen-Galerie möglich ist, hängt von der Größe und Aufteilung der Fläche sowie den laufenden Verhandlungen ab.
Quellen
- Meetingpoint Brandenburg: Bericht über die angekündigte Schließung der C&A-Filiale vom 23. Mai 2026.
- Meetingpoint Brandenburg: Angaben des Eigentümers der Sankt-Annen-Galerie zum voraussichtlichen Auszug am 31. August und zu den Gründen der Schließung.
- C&A: Aktuelle Standortseite der Filiale in der Sankt-Annen-Straße 23.