Bernau bereitet seine Stromversorgung auf einen Alltag vor, in dem deutlich mehr Energie elektrisch benötigt wird. Die Stadtwerke haben einen weiteren Mittelspannungsring von zehn auf 20 Kilovolt umgestellt. Damit werden Viehtrift sowie Teile des Blumenhags, der Schwanebecker Chaussee und des Meckenheimer Rings inzwischen mit der höheren Netzspannung versorgt. Rund 2.600 Haushalte waren von den dafür notwendigen Umschaltungen betroffen.
Die Arbeiten wurden an zwölf Trafostationen gleichzeitig vorgenommen.
Wärmepumpen und Wallboxen verändern das Netz
Ein modernes Stromnetz muss deutlich größere Lastspitzen bewältigen als noch vor einigen Jahren.
Wärmepumpen ersetzen Gas- und Ölheizungen. Elektroautos werden zu Hause geladen. Gleichzeitig speisen immer mehr Photovoltaikanlagen Strom ein.
Dadurch fließt Energie nicht mehr nur vom Kraftwerk zum Verbraucher, sondern zunehmend in unterschiedliche Richtungen.
Höhere Spannung reduziert Verluste
Die Umstellung auf 20 Kilovolt ermöglicht es, elektrische Leistung effizienter über das Mittelspannungsnetz zu übertragen.
Kabel werden weniger stark belastet und Energieverluste können reduziert werden. Die Stadtwerke sprechen deshalb von einem wichtigen Schritt für Versorgungssicherheit und Zukunftsfähigkeit.
Nur wenige Minuten Unterbrechung
Für die Umstellung mussten einzelne Netzabschnitte spannungsfrei geschaltet werden.
Bei den rund 2.600 betroffenen Haushalten dauerten die Unterbrechungen nach Angaben der Stadtwerke zwischen drei und zehn Minuten.
Energieinfrastruktur wird zum Standortfaktor
Für eine wachsende Stadt ist ein leistungsfähiges Stromnetz längst nicht mehr nur technische Hintergrundinfrastruktur.
Neue Wohngebiete, Unternehmen, Wärmepumpen und Ladepunkte können nur angeschlossen werden, wenn ausreichend Netzkapazität vorhanden ist.
Die Modernisierung entscheidet deshalb auch darüber, wie schnell Bernau weiter wachsen und seine Wärme- und Verkehrswende umsetzen kann.
Quellen
Stadtwerke Bernau: Umstellung eines Mittelspannungsrings auf 20 Kilovolt, Juni 2026