Ein ungewöhnliches Bild hat am Donnerstagmorgen Autofahrer und Anwohner im Berliner Osten überrascht: Zehn Wasserbüffel liefen frei durch Straßen in Marzahn und Neu-Hohenschönhausen. Ein Polizist entdeckte die Herde zufällig auf dem Weg zum Dienst. Gemeinsam mit dem Tierhalter gelang es den Einsatzkräften, alle Tiere unverletzt auf ihre Weide zurückzubringen.

Die Büffel waren am Morgen des 30. Juli 2026 im Bereich des Wustrower Kiezes unterwegs. Von dort bewegte sich die Herde durch Straßen in Marzahn und Neu-Hohenschönhausen und sorgte zeitweise für Behinderungen im Verkehr.

Polizist entdeckt die Herde auf dem Arbeitsweg

Der Einsatz begann nicht durch einen klassischen Notruf. Nach Angaben des Rundfunks Berlin-Brandenburg bemerkte ein Polizeibeamter die frei laufenden Tiere zufällig während seiner Fahrt zur Arbeit und verständigte seine Kollegen.

Die Büffel liefen zunächst gemeinsam als geschlossene Herde. Dennoch bestand eine schwer einzuschätzende Gefahr für den Straßenverkehr. Wasserbüffel sind kräftige und schwere Tiere. Werden sie erschreckt oder voneinander getrennt, können sie unvermittelt die Richtung wechseln.

Autofahrer mussten deshalb besonders vorsichtig reagieren. Nach den bisher bekannten Angaben kam es jedoch weder zu einem Verkehrsunfall noch zu Verletzungen bei Menschen oder Tieren.

Besitzer hilft mit Quad bei der Rückführung

Die Polizei nahm Kontakt zum Besitzer der Tiere auf. Gemeinsam mit ihm und einer weiteren Person wurde die Herde anschließend wieder in Richtung der Weide getrieben.

Der Tierhalter war dabei mit einem Quad unterwegs, ein weiterer Helfer unterstützte die Aktion auf einem Motorrad. Gegen 8 Uhr befanden sich alle zehn Tiere wieder sicher auf dem Gelände.

Gemeinsam mit dem Besitzer konnten die Büffel unverletzt auf ihre Weide zurückgetrieben werden.

Für die Einsatzkräfte ging es vor allem darum, die Tiere ruhig zusammenzuhalten und sie ohne hektische Bewegungen durch die Straßen zurückzuführen. Eine Betäubung oder ein Einsatz der Feuerwehr waren nach den vorliegenden Berichten nicht erforderlich.

Beschädigter Zaun entdeckt

Wie die Wasserbüffel ihre Weide verlassen konnten, ist noch nicht abschließend geklärt. Später wurde am Gelände ein beschädigter Zaun festgestellt. Die Polizei ermittelt deshalb wegen des Verdachts der Sachbeschädigung.

Offen ist bislang:

  • ob der Zaun absichtlich beschädigt wurde,
  • wann die Beschädigung entstand,
  • ob die Tiere die Schwachstelle selbst vergrößerten,
  • ob Zeugen verdächtige Beobachtungen gemacht haben,
  • wie hoch der entstandene Schaden ist.

Die Ermittlungen müssen nun klären, ob jemand den Zaun vorsätzlich geöffnet oder beschädigt hat. Hinweise auf einen konkreten Tatverdächtigen wurden bislang nicht veröffentlicht.

Große Tiere mitten im Wohngebiet

Wasserbüffel werden auch in Berlin und Brandenburg zur Landschaftspflege eingesetzt. Sie können feuchte Wiesen, Weiden und schwer zugängliche Flächen beweiden und tragen dazu bei, offene Landschaften zu erhalten.

Im Straßenverkehr entstehen durch entlaufene Tiere jedoch erhebliche Risiken. Ein Zusammenstoß mit einem ausgewachsenen Wasserbüffel könnte für Autofahrer, Radfahrer und das Tier schwere Folgen haben.

Verkehrsteilnehmer sollten bei frei laufenden großen Tieren:

  • deutlich abbremsen,
  • ausreichend Abstand halten,
  • nicht hupen,
  • die Herde nicht durchfahren,
  • keine Tiere zu Fuß verfolgen,
  • Polizei oder Feuerwehr verständigen.

Auch neugierige Passanten sollten sich nicht nähern. Selbst grundsätzlich ruhige Weidetiere können auf Lärm, Hunde oder Menschenansammlungen unberechenbar reagieren.

Einsatz endet ohne Verletzte

Der ungewöhnliche Ausflug der Herde ging glimpflich aus. Alle zehn Wasserbüffel kehrten unverletzt zurück, auch Menschen kamen nach bisherigem Kenntnisstand nicht zu Schaden.

Zurück bleibt die Frage, wie der Zaun beschädigt wurde und ob der Ausbruch hätte verhindert werden können. Die Polizei ermittelt weiter wegen Sachbeschädigung.

Für viele Bewohner des Wustrower Kiezes dürfte der Anblick dennoch lange in Erinnerung bleiben: Statt Bus, Lieferwagen und Berufsverkehr zogen am frühen Morgen zehn Wasserbüffel durch die Straßen des Berliner Ostens.

Quellen und Datenbasis

  • rbb24 und rbb-Abendschau: Angaben zum Ausbruch der zehn Wasserbüffel, zum Einsatz im Wustrower Kiez und zur unverletzten Rückkehr der Tiere.
  • Aktuelle Berichterstattung zur Rückführung mit Quad und Motorrad sowie zu den Ermittlungen wegen des beschädigten Zauns.