Der Innenhof der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg wird heute Abend erneut zum Open-Air-Kino. Um 19.30 Uhr zeigt das Bundesarchiv auf dem heutigen Campus für Demokratie den Spielfilm „Das Versprechen“. Bereits zuvor können Besucher bei zwei Führungen tiefer in die Geschichte des Ministeriums für Staatssicherheit und des Stasi-Unterlagen-Archivs einsteigen.

Die Veranstaltung gehört zum Campus-Kino 2026. Die Filmreihe läuft im August über vier Wochen und beschäftigt sich mit DDR-Geschichte, Staatssicherheit, Opposition und der Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Fluchtversuch trennt junges Paar

„Das Versprechen“ erzählt die Geschichte von Sophie und Konrad.

Im Herbst 1961 wollen die beiden gemeinsam mit Freunden durch die Kanalisation nach West-Berlin fliehen. Während Sophie die Flucht gelingt, bleibt Konrad zurück und wird verhaftet. Die Berliner Mauer trennt das Paar anschließend über Jahrzehnte.

Ihre Lebenswege entwickeln sich auf unterschiedlichen Seiten der Grenze weiter. Begegnungen bleiben selten und finden teilweise heimlich in Prag statt.

Der Film begleitet beide Figuren durch den Kalten Krieg, politische Annäherungsprozesse und schließlich bis zum Fall der Berliner Mauer.

Margarethe von Trotta führte Regie

Der Spielfilm entstand 1994 unter der Regie von Margarethe von Trotta.

Die Hauptrollen spielen Meret Becker und Anian Zollner. Der Film hat eine Länge von 115 Minuten. Von Trotta wurde für die Produktion mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.

Die Vorführung verbindet damit eine persönliche Liebesgeschichte mit den politischen Folgen der deutschen Teilung.

Führung beginnt bereits um 17 Uhr

Das Begleitprogramm startet deutlich vor dem Film.

Um 17 Uhr beginnt die 90-minütige Gelände-Führung „Die Entstehung der Stasi und das Stasigelände“. Sie wird vom Bürgerkomitee „15. Januar“ angeboten.

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung des Ministeriums für Staatssicherheit und des weitläufigen Areals in Berlin-Lichtenberg, das über Jahrzehnte Machtzentrum des DDR-Geheimdienstes war.

„Wo ist meine Akte?“ führt ins Stasi-Unterlagen-Archiv

Eine zweite Führung beginnt um 17.45 Uhr.

Unter dem Titel „Wo ist meine Akte?“ erhalten Besucher Einblicke in das Stasi-Unterlagen-Archiv. Die Führung dauert etwa eine Stunde. Für beide Führungen ist nach Angaben des Bundesarchivs eine vorherige Anmeldung erforderlich; die Teilnahme gilt erst nach einer Bestätigung als reserviert.

Das Archiv verwahrt die Hinterlassenschaft des Ministeriums für Staatssicherheit und ermöglicht Betroffenen sowie Forschenden den Zugang zu den überlieferten Unterlagen.

Gespräche rahmen die Filmvorführung ein

Das Campus-Kino beschränkt sich nicht auf die Filmvorführung.

Vor dem Film ist ein Gespräch mit Sven Behrend, dem Direktor des Stasimuseums Berlin, vorgesehen. Im anschließenden Filmgespräch ist die Historikerin Franziska Gottschling von der Stiftung Haus der Geschichte angekündigt. Moderiert wird die Veranstaltung von Martin Stief vom Bundesarchiv.

Damit wird der Spielfilm in seinen historischen Kontext eingeordnet.

Historischer Ort wird zum öffentlichen Erinnerungsraum

Der Veranstaltungsort besitzt selbst eine besondere Bedeutung.

Der heutige Campus für Demokratie befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale in der Normannenstraße beziehungsweise Ruschestraße in Berlin-Lichtenberg. Dort befanden sich zentrale Dienststellen des Ministeriums für Staatssicherheit. Heute arbeiten auf dem Gelände verschiedene Einrichtungen zur Dokumentation und Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Gerade dadurch unterscheidet sich die Filmreihe von einem gewöhnlichen Open-Air-Kino: Die Geschichten über DDR, Staatssicherheit und deutsche Teilung werden an einem Ort gezeigt, an dem diese Geschichte unmittelbar präsent ist.

Eintritt zum Film ist frei

Die Vorführung von „Das Versprechen“ beginnt heute um 19.30 Uhr im Innenhof an der Ruschestraße 103.

Der Eintritt zur Filmveranstaltung ist frei.

Veranstaltet wird das Campus-Kino vom Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv gemeinsam mit dem Berliner Aufarbeitungsbeauftragten und der Robert-Havemann-Gesellschaft. Weitere Einrichtungen und Opferverbände wirken an der Reihe mit.

Quellen

Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv

Campus-Kino 2026

Berlin.de – Stasimuseum / Veranstaltungskalender

###