Bad Muskau und die polnische Nachbarstadt Łęknica wollen ihre touristische Entwicklung stärker miteinander verbinden. Die Stadtverwaltung Bad Muskau hat dafür die Erstellung eines gemeinsamen deutsch-polnischen Tourismuskonzeptes ausgeschrieben. Das verfügbare Gesamtbudget beträgt maximal 45.000 Euro brutto.

Der beauftragte Dienstleister soll eine fachlich fundierte Strategie entwickeln und die beiden Städte bei der Vorbereitung erster Maßnahmen unterstützen. Die vorgesehene Vertragslaufzeit beträgt zwölf Monate nach der Zuschlagserteilung.

Ganzjähriger Tourismus statt kurzer Hauptsaison

Bad Muskau und Łęknica verfügen mit dem grenzüberschreitenden Fürst-Pückler-Park über ein touristisches Angebot von internationaler Bedeutung. Der Park gehört seit 2004 zum UNESCO-Welterbe und erstreckt sich auf beiden Seiten der Lausitzer Neiße.

Das neue Konzept soll jedoch über den Welterbepark hinausgehen. Ziel ist es, die touristischen, kulturellen und wirtschaftlichen Stärken beider Städte enger miteinander zu verknüpfen.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines nachhaltigen Ganzjahrestourismus. Damit soll die Region weniger abhängig von einzelnen Ferienzeiten, gutem Wetter und wenigen stark besuchten Veranstaltungstagen werden.

Angebote auf beiden Seiten der Grenze bündeln

Die gemeinsame Strategie soll untersuchen, wie bestehende Sehenswürdigkeiten, Übernachtungsangebote, Gastronomie, Rad- und Wanderwege sowie kulturelle Veranstaltungen besser miteinander verbunden werden können.

Für Gäste soll die Staatsgrenze im touristischen Alltag möglichst wenig spürbar sein. Denkbar sind gemeinsame Routen, mehrsprachige Informationen, abgestimmte Veranstaltungskalender und eine stärkere gemeinsame Vermarktung.

Auch die Aufenthaltsdauer der Besucher spielt eine wichtige Rolle. Viele Gäste reisen bislang für einen Tagesausflug in den Muskauer Park. Zusätzliche Angebote könnten dazu beitragen, dass mehr Besucher übernachten und weitere Ziele in der Umgebung kennenlernen.

Tourismus bleibt wichtiger Wirtschaftsfaktor

Für Bad Muskau ist der Tourismus ein bedeutender Standort- und Wirtschaftsfaktor. Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, gastronomische Betriebe und der Einzelhandel sind auf eine verlässliche Nachfrage angewiesen.

Eine gemeinsame Vermarktung mit Łęknica könnte die Reichweite auf dem deutschen und polnischen Markt erhöhen. Zugleich würde die Zusammenarbeit den besonderen Charakter der Doppelstadt an der Neiße stärker sichtbar machen.

Die Ausschreibung umfasst neben der Erstellung des Konzeptes auch Unterstützung bei ersten Umsetzungsschritten. Welche konkreten Maßnahmen daraus entstehen, entscheidet sich allerdings erst nach Abschluss der Analyse und der Abstimmung zwischen beiden Städten.

45.000 Euro für Analyse und erste Maßnahmen

Das maximale Gesamtbudget von 45.000 Euro brutto umfasst nach den Ausschreibungsunterlagen sämtliche Leistungen. Dazu können Personal-, Reise-, Druck- und Veranstaltungskosten gehören.

Die vergleichsweise begrenzte Summe zeigt, dass zunächst keine großen Bauvorhaben geplant sind. Im Mittelpunkt stehen eine belastbare Bestandsaufnahme, strategische Empfehlungen und realistisch umsetzbare erste Projekte.

Für Bad Muskau und Łęknica bietet das Vorhaben die Chance, den gemeinsamen Wirtschaftsraum touristisch weiterzuentwickeln und die Lage an der deutsch-polnischen Grenze stärker als Vorteil zu nutzen.

Quellen

Service Bund: Ausschreibung zur Erstellung eines grenzübergreifenden Tourismuskonzeptes für Bad Muskau und Łęknica.

Vergabepilot: Angaben zu Budget, Vertragslaufzeit und Zielen des Tourismuskonzeptes.

Parkverbund Lausitz: Informationen zum grenzüberschreitenden UNESCO-Welterbe Muskauer Park.