Schwerin, 5. September 2026. Der Wohnungsbau in Mecklenburg-Vorpommern steckt in einer tiefen Krise. Ende 2025 waren 12.208 genehmigte Wohnungen noch nicht als fertiggestellt gemeldet, während die Zahl der vollendeten Wohnungen auf den niedrigsten Stand seit 1991 fiel.
Bei 6.776 Wohnungen fehlt der Baubeginn
Der sogenannte Bauüberhang umfasst alle genehmigten Wohnungen, für die noch keine Fertigstellung gemeldet wurde. Nicht jedes dieser Vorhaben ist aufgegeben oder verspätet. Die Zahlen zeigen jedoch, wie groß die Lücke zwischen Genehmigung und tatsächlicher Fertigstellung geworden ist.
Bei 6.776 Wohnungen war bis Ende 2025 noch kein Baubeginn registriert. Weitere 2.244 Wohnungen befanden sich im Bau, waren aber noch nicht unter Dach. Bei 1.588 Wohnungen war der Rohbau bereits weiter fortgeschritten.
Insgesamt sank der Bauüberhang gegenüber 2024 nur leicht. Damals lagen für 13.011 genehmigte Wohnungen noch keine Fertigstellungsmeldungen vor.
Wohnungsbau fällt auf Tiefstand seit 1991
Im gesamten Jahr 2025 wurden in Mecklenburg-Vorpommern lediglich 3.271 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 1.327 Wohnungen beziehungsweise 28,9 Prozent weniger als 2024.
Eine niedrigere Zahl hatte die amtliche Statistik seit 1991 nicht verzeichnet. Von den fertiggestellten Wohnungen entstanden 3.037 in reinen Wohngebäuden. Weitere 27 Wohnungen wurden in gemischt genutzten Nichtwohngebäuden geschaffen. Durch Umbauten, Ausbauten und Erweiterungen bestehender Gebäude kamen 207 Wohnungen hinzu.
Die durchschnittliche Wohnfläche neu errichteter Wohnungen lag bei 96,6 Quadratmetern. Das waren 2,8 Quadratmeter weniger als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Nach Einschätzung der Statistiker könnten kleinere Haushalte und der demografische Wandel die Nachfrage nach kompakteren Wohnungen erhöhen.
Genehmigung bedeutet noch keine neue Wohnung
Der Einbruch bei den Fertigstellungen ist zum Teil eine Folge der niedrigen Genehmigungszahlen aus den Vorjahren. Besonders der historische Tiefstand der Baugenehmigungen im Jahr 2024 machte sich 2025 auf den Baustellen bemerkbar.
Zwar stieg die Zahl der Genehmigungen zuletzt wieder. Ob daraus tatsächlich mehr fertige Wohnungen entstehen, hängt jedoch von den Finanzierungskosten, den Zinsen sowie der Verfügbarkeit von Baumaterial und Fachkräften ab.
Die Statistik macht damit ein grundsätzliches Problem sichtbar: Eine erteilte Baugenehmigung beseitigt noch keinen Wohnungsmangel. Solange Tausende Projekte nicht begonnen oder nicht abgeschlossen werden, bleibt der rechnerische Bauüberhang groß und die tatsächliche Bautätigkeit schwach.
Quelle: Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern