Der Temperaturrekord von 39,6 Grad in Anklam hat das Interesse an Klimaanlagen in Mecklenburg-Vorpommern deutlich verstärkt. Fachbetriebe melden seit der Hitzewelle Ende Juni erheblich mehr Anfragen. Für den Einbau fest installierter Splitanlagen müssen Kunden derzeit häufig drei bis sechs Wochen warten.

Der Deutsche Wetterdienst hatte am 27. Juni an der Wetterstation Anklam vorläufig 39,6 Grad gemessen. Damit wurde der bisherige Landesrekord von 39,4 Grad aus Boizenburg übertroffen.

Nachfrage steigt nach Hitzewelle sprunghaft

Die Innung für Kälte- und Klimatechnik Mecklenburg-Vorpommern berichtet von einem deutlichen Anstieg der Kundenanfragen nach den besonders heißen Tagen am 27. und 28. Juni.

Viele Haushalte wollen offenbar verhindern, bei der nächsten Hitzewelle erneut unvorbereitet zu sein. Besonders gefragt sind Anlagen, die einzelne Wohnräume dauerhaft und vergleichsweise effizient kühlen können.

Drei bis sechs Wochen Wartezeit

Bei Split-Klimaanlagen liegt die Wartezeit bis zur Installation nach Angaben der Kreishandwerkerschaft derzeit häufig zwischen drei und sechs Wochen. Standardgeräte können teilweise schneller beschafft werden.

Splitanlagen bestehen aus einer Innen- und einer Außeneinheit. Für die Montage sind fachgerechte Leitungen und Arbeiten am Kältemittelkreislauf erforderlich.

Mieter brauchen meist eine Genehmigung

Für Mieter ist der Einbau nicht ohne Weiteres möglich. Da die Außeneinheit an der Fassade, auf einem Balkon oder an einer anderen Außenfläche befestigt wird, ist in der Regel die Zustimmung des Vermieters notwendig.

Auch in Eigentümergemeinschaften können Beschlüsse erforderlich sein, wenn die Außenansicht eines Gebäudes verändert oder Gemeinschaftseigentum genutzt wird.

Preisvorstellungen oft zu niedrig

Fachbetriebe berichten zugleich, dass viele Interessenten die Kosten für Planung, Gerät und Installation unterschätzen. Deshalb führt nicht jede Anfrage tatsächlich zu einem Auftrag.

Zum Kaufpreis kommen je nach Gebäude Leitungswege, Wanddurchbrüche, elektrische Anschlüsse und die Montage der Außeneinheit hinzu.

Mobile Geräte ebenfalls stark gefragt

Auch mobile Klimageräte verkaufen sich deutlich besser. Deutschlandweit wurden im ersten Halbjahr 2026 etwa 387.100 Geräte verkauft. Das waren rund 130 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Mobile Geräte sind schneller verfügbar und benötigen meist keine feste Installation. Sie arbeiten jedoch häufig weniger effizient und geben über Abluftschläuche einen Teil der gekühlten Raumluft wieder nach außen ab.

Zusätzlicher Stromverbrauch beachten

Klimaanlagen erhöhen den Stromverbrauch eines Haushalts. Vor dem Kauf sollten deshalb nicht nur der Anschaffungspreis, sondern auch Energieeffizienz, Raumgröße und tägliche Laufzeit berücksichtigt werden.

Oft helfen zunächst einfachere Maßnahmen: Außenjalousien, nächtliches Lüften, das Verschließen der Fenster während der größten Hitze und eine gute Dämmung können die Raumtemperatur spürbar senken.

Anklamer Rekord wirkt über den Sommer hinaus

Der Messwert von 39,6 Grad hat vielen Menschen vor Augen geführt, dass extreme Hitze auch im Nordosten Deutschlands auftreten kann.

Für Fachbetriebe bedeutet das volle Auftragsbücher. Für Haushalte stellt sich zugleich die Frage, welche Kühlung technisch sinnvoll, bezahlbar und langfristig energieeffizient ist.