Altenburg startet die Entwicklung eines neuen Industriegebiets mit rund 69 Hektar Fläche. Bund und Land stellen für die erste Projektphase fast 5,4 Millionen Euro bereit, weil der Stadt größere zusammenhängende Gewerbeflächen fehlen. Der Standort bei Windischleuba soll langfristig neue Unternehmen, Investitionen und Arbeitsplätze ins Altenburger Land bringen.
Industriegebiet Altenburg-Windischleuba umfasst rund 69 Hektar
Das geplante Industriegebiet entsteht am nordöstlichen Stadtrand von Altenburg. Rund 69 Hektar sollen für größere gewerbliche und industrielle Ansiedlungen entwickelt werden.
Der Standort verfügt über eine vergleichsweise große zusammenhängende Fläche und eine günstige Topografie. Das Thüringer Wirtschaftsministerium sieht darin gute Voraussetzungen für Unternehmen mit größerem Flächenbedarf.
Auch die Verkehrsanbindung spielt eine wichtige Rolle. Das Gebiet liegt unmittelbar an den Bundesstraßen B 93 und B 7 sowie am Knoten zur Landesstraße L 1355. Die Autobahn A 72 ist rund 15 Kilometer entfernt, bis zur A 4 sind es etwa 20 Kilometer.
Altenburg erhält fast 5,4 Millionen Euro für Industriegebiet
Für den ersten Entwicklungsschritt fließen gut 4,9 Millionen Euro aus Bundesmitteln nach Altenburg. Thüringen beteiligt sich über die Landesentwicklungsgesellschaft mit knapp 440.000 Euro.
Insgesamt kostet diese erste Projektphase rund 5,5 Millionen Euro. Das Geld ist zunächst für Planungs- und Ingenieurleistungen sowie den notwendigen Grunderwerb vorgesehen.
Die Bundesmittel stammen aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen. Damit sollen Regionen unterstützt werden, die vom Strukturwandel infolge des Kohleausstiegs betroffen sind.
Gewerbeflächen in Altenburg bereits zu 80 Prozent belegt
Der Ausbau ist auch eine Reaktion auf fehlende Flächen für neue Unternehmen. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums sind die bestehenden Gewerbe- und Industriegebiete Altenburgs bereits zu rund 80 Prozent belegt.
Die verbliebenen freien Grundstücke sind überwiegend klein oder bereits Gegenstand konkreter Anfragen. Für sämtliche freien Flächen in den Gewerbegebieten Nord-Ost I bis III liegen demnach Interessensbekundungen vor.
Größere Industrieansiedlungen kann Altenburg deshalb derzeit kaum bedienen. Das neue Gebiet bei Windischleuba soll diese Lücke schließen.
Industriegebiet soll Altenburg neue Unternehmen und Arbeitsplätze bringen
Oberbürgermeister André Neumann verbindet mit dem Projekt das Ziel, neue Investitionen und Unternehmen nach Altenburg zu holen. Gleichzeitig sollen bestehende Betriebe ausreichend Platz erhalten, wenn sie ihren Standort erweitern wollen.
Das Vorhaben ist eines der zentralen Strukturwandelprojekte des Altenburger Landes. Der Landkreis hatte den Industriepark Altenburg-Windischleuba bereits als eines seiner Leitprojekte für die Verwendung der Strukturhilfen festgelegt.
Die Lage zwischen Leipzig, Gera und Chemnitz könnte dabei zum Standortvorteil werden. Leipzig liegt etwa 50 Kilometer entfernt, Gera rund 35 Kilometer und Chemnitz etwa 55 Kilometer.
Erschließung des Industriegebiets soll nach 2030 folgen
Die Entwicklung des Standorts erfolgt in mehreren Schritten. Der erste Teilabschnitt mit Planung und Flächensicherung soll voraussichtlich 2030 abgeschlossen werden.
Anschließend ist die eigentliche Erschließung des Industriegebiets vorgesehen. Das Land hat dafür weitere Unterstützung angekündigt.
Für den gesamten Standort ist perspektivisch eine Förderung im mittleren zweistelligen Millionenbereich vorgesehen. Damit zählt Altenburg-Windischleuba zu den größeren langfristigen Industrieprojekten im Altenburger Land.
Quelle: Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum; Landratsamt Altenburger Land