Berlin – Es ist eine Summe, die selbst für Deutschlands größte Unternehmen außergewöhnlich ist.

Die Unternehmensinitiative „Made for Germany“ will zwischen 2025 und 2028 insgesamt mehr als 800 Milliarden Euro in Deutschland investieren.

Mittlerweile gehören der Initiative 147 Unternehmen an.

Als das Bündnis 2025 startete, waren es noch rund 60 Unternehmen und Investitionszusagen von gut 600 Milliarden Euro.

Investitionen in neue Standorte und Zukunftstechnologien

Das Geld soll unter anderem in neue Unternehmensstandorte, Forschung und Entwicklung sowie moderne Infrastruktur fließen.

Auch Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz, Mikroelektronik, Digitalisierung und neue Produktionsverfahren spielen eine wichtige Rolle.

Damit wollen die beteiligten Unternehmen demonstrieren, dass sie weiterhin an den Wirtschaftsstandort Deutschland glauben.

Mehr als 800 Milliarden sind keine staatlichen Fördergelder

Bei der Summe handelt es sich nicht um ein staatliches Investitionsprogramm.

Es sind Investitionszusagen privater Unternehmen und Investoren.

Ein Teil dieser Investitionen war bei Unternehmen bereits geplant. Entscheidend wird deshalb sein, welche zusätzlichen Projekte tatsächlich entstehen und wo sie umgesetzt werden.

Wo landet das Geld?

Für Ostdeutschland ist besonders interessant, welche Standorte von der Investitionsoffensive profitieren.

Die ostdeutschen Länder haben sich in den vergangenen Jahren bereits bei Halbleitern, Batterietechnologie, erneuerbaren Energien und moderner Industrieproduktion positioniert.

Dresden entwickelt sich weiter zum europäischen Halbleiterzentrum. Brandenburg hat große Investitionen in Elektromobilität und Energietechnik angezogen. Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern verfügen über große Flächen für erneuerbare Energien und neue Industrieprojekte.

Dennoch lässt sich aus der Gesamtsumme bislang nicht ableiten, wie viele Milliarden davon tatsächlich in die fünf ostdeutschen Flächenländer fließen werden.

Ostdeutschland braucht mehr als Werkhallen

Entscheidend wird zudem sein, welche Art von Arbeitsplätzen entstehen.

Neue Produktionsstätten bringen zwar Beschäftigung und Gewerbesteuern. Besonders wertvoll für eine Region sind jedoch gleichzeitig Forschung, Unternehmenszentralen, Entwicklungsabteilungen und hochqualifizierte Arbeitsplätze.

Gerade bei Unternehmenszentralen und Führungspositionen bestehen zwischen Ost- und Westdeutschland weiterhin strukturelle Unterschiede.

Merz spricht von Vertrauen in Deutschland

Bundeskanzler Friedrich Merz bewertet die Initiative als Zeichen wachsenden Vertrauens in den deutschen Wirtschaftsstandort.

Die Bundesregierung verbindet die Investitionszusagen mit ihren eigenen Plänen für schnellere Genehmigungen, bessere Infrastruktur und Reformen bei Steuern und Sozialabgaben.

Ob daraus tatsächlich die erhoffte Investitionswelle entsteht, wird sich allerdings erst zeigen, wenn aus den Zusagen konkrete Fabriken, Forschungszentren und Arbeitsplätze werden.

Für Ostdeutschland dürfte dabei eine Frage besonders wichtig werden:

Wie groß ist sein Anteil an den mehr als 800 Milliarden Euro?