Neue Herausforderung für die Bergbaunachfolge
Die geplante Flutung der Braunkohletagebaue Vereinigtes Schleenhain in Sachsen und Profen in Sachsen-Anhalt könnte länger dauern als bisher erwartet.
Experten sehen vor allem die sinkenden Grundwasserstände und geringe Wasserführung in den Flüssen als mögliche Probleme.
Für die künftigen Tagebauseen werden große Wassermengen benötigt.
Fachleute prüfen verfügbare Wassermengen
Arbeitsgruppen untersuchen derzeit, wie viel Wasser langfristig für die Flutung zur Verfügung steht.
Dabei muss gleichzeitig sichergestellt werden, dass Flüsse nicht zu stark belastet werden.
Ökologische Mindestabflüsse müssen erhalten bleiben.
Das bedeutet: Nicht alles verfügbare Wasser kann einfach in die ehemaligen Tagebaue geleitet werden.
Zusätzliche Kosten möglich
Eine langsamere Flutung könnte erhebliche Folgen haben.
Je länger die Restlöcher leer oder nur teilweise gefüllt bleiben, desto länger müssen Böschungen und andere Bereiche technisch gesichert werden.
Dadurch können zusätzliche Sanierungsmaßnahmen notwendig werden.
Experten rechnen deshalb damit, dass längere Flutungszeiten auch höhere Kosten verursachen könnten.
Pereser See soll zwölf Quadratkilometer groß werden
Besonders groß sind die Pläne für den Tagebau Vereinigtes Schleenhain.
Dort soll unter anderem der Pereser See entstehen.
Mit einer Fläche von rund zwölf Quadratkilometern und einer Tiefe von bis zu 80 Metern wäre er einer der größten Bergbaufolgeseen im Leipziger Neuseenland.
Die Flutung soll nach bisherigen Planungen etwa 2039 beginnen.
Wasser aus Mulde und Weißer Elster
Nach Ende des aktiven Bergbaus steigt das Grundwasser wieder an.
Für die vollständige Flutung großer Restlöcher reicht dies jedoch voraussichtlich nicht aus.
Deshalb soll zusätzlich Wasser aus Flüssen wie Mulde und Weißer Elster genutzt werden.
Genau hier könnte der zunehmende Wassermangel zum Problem werden.
Mibrag hält bislang an Zeitplan fest
Der Bergbaukonzern Mibrag sieht derzeit noch keinen Grund, die bisherigen Planungen grundsätzlich zu ändern.
Für die Berechnungen würden langfristige Niederschlags- und Wasserreihen berücksichtigt.
Dennoch zeigen die aktuellen Diskussionen, wie stark der Strukturwandel im ehemaligen Braunkohlerevier vom verfügbaren Wasser abhängt.
Aus ehemaligen Tagebauen sollen Seenlandschaften entstehen – doch dafür wird Wasser zunehmend zu einem entscheidenden Faktor.