Wer durch die westsächsische Industriestadt Zwickau (Bundesland: Sachsen) reist, spürt auf Schritt und Tritt das Dröhnen von Zylindern und das Wehen von Motorenöl. Zwickau ist die Wiege des sächsischen Automobilbaus.

Dass Südsachsen heute ein Hochleistungs-Zentrum für Fahrzeugbau ist, ist vor allem einem Mann zu verdanken: dem genialen und kompromisslosen Ingenieur August Horch (1868–1951).

Inhaltsübersicht

  1. Vom Schmiedegesellen zum Benz-Meister: Der Weg von August Horch

  2. Zwickau 1904: Die Geburtsstunde der Edelmarke Horch

  3. Aus Horch wird Audi: Der lateinische Geniestreich von 1910

  4. Die Auto Union und die vier Ringe: Der Zusammenschluss von 1932

  5. Ortspunkt Zwickau: Wo du die Automobilgeschichte hautnah erlebst

  6. Leser-Aufruf: Welches historische Fahrzeug begeistert dich am meisten?

Vom Schmiedegesellen zum Benz-Meister: Der Weg von August Horch

Der gebürtige Moselländer August Horch lernte das Schmiedehandwerk von der Pike auf, studierte Maschinenbau und stieg Ende des 19. Jahrhunderts zum Leiter des Motorwagenbaus bei Carl Benz in Mannheim auf.

Doch Horch wollte eigene, technisch überlegene Wege gehen. 1899 machte er sich selbstständig und zog über Reichenbach schließlich nach Zwickau.

Zwickau 1904: Die Geburtsstunde der Edelmarke Horch

Im Jahr 1904 gründete er die A. Horch & Cie. Motorwagenwerke AG Zwickau. Horch brachte bahnbrechende Innovationen auf die Straße:

  • Der Kardanantrieb: Er ersetzte die störungsanfälligen Antriebsketten durch eine feste Welle.

  • Gehäuse aus Aluminiumguss: Reduzierten das Motorengewicht drastisch.

  • Stoßfreie Lenkungen und Hochleistungsbremsen: Machten die Wagen bei den berühmten Herkomer-Fernfahrten unschlagbar.

Aus Horch wird Audi: Der lateinische Geniestreich von 1910

Nach Meinungsverschiedenheiten mit dem Finanzvorstand verließ Horch 1909 sein eigenes Werk. Da der Name „Horch“ markenrechtlich geschützt war, gründete er direkt nebenan ein neues Unternehmen.

Die Rettung der Namenssuche brachte der Sohn eines Geschäftspartners, der im Nebenzimmer Latein lernte: „Horch!“ heißt auf Lateinisch „Audi!“. Am 25. April 1910 wurde die Audi Automobilwerke GmbH Zwickau eingetragen.

Die Auto Union und die vier Ringe: Der Zusammenschluss von 1932

Im Zuge der Weltwirtschaftskrise schlossen sich 1932 die vier sächsischen Automobilhersteller Zschopauer Motorenwerke (DKW), Horch, Audi und die Automobilabteilung von Wanderer zur Auto Union AG mit Sitz in Chemnitz/Zwickau zusammen.

Das Firmenzeichen wurden die vier ineinandergeschlungenen Ringe – das Symbol, das Audi bis heute weltweit trägt.

Ortspunkt Zwickau: Wo du die Automobilgeschichte hautnah erlebst

  • August Horch Museum Zwickau (Audistraße): Eines der beeindruckendsten Automobilmuseen Europas. Untergebracht auf dem originalen historischen Werksgelände von 1912 (inklusive August Horchs ehemaliger Villa, historischer Tankstelle und alten Produktionsstraßen vom Horch über den Trabant bis zum modernen E-Auto).

Leser-Aufruf

Fasziniert dich die Erfindergeschichte von Manfred von Ardenne oder schlägt dein Herz für klassische Automobile aus den Zwickauer Horch- und Audi-Werken?

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