Der Technologiehersteller Altech beendet seine Pläne für ein neues Werk zur Herstellung keramischer Stromspeicher. Die Projektgesellschaft soll abgewickelt und das vorgesehene Grundstück zurückverkauft werden.

Von Paul Berger
3. August 2026, 13.48 Uhr · 3 Min. Lesezeit

Noch im vergangenen Jahr galt die geplante Batteriefabrik als Hoffnungsträger für den industriellen Umbau der Lausitz. Nun steht fest: Das Werk im Industriepark Schwarze Pumpe wird nicht gebaut. Altech hält die Aussichten auf eine erfolgreiche Finanzierung und Inbetriebnahme inzwischen für zu gering.

Suche nach strategischem Partner bleibt erfolglos

Nach Angaben der Altech Advanced Materials AG führte eine neunmonatige Suche nach einem strategischen Partner nicht zum gewünschten Ergebnis. Auch Gespräche mit einem weltweit tätigen deutschen Industriekonzern brachten demnach keine tragfähige Lösung.

Das Unternehmen erklärte, die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Finanzierung und späteren Inbetriebnahme sei mittlerweile so gering, dass weitere laufende Kosten nicht mehr gerechtfertigt seien. Die Altech Batteries GmbH soll deshalb abgewickelt werden.

156 Millionen Euro waren für das Werk vorgesehen

Geplant war eine Produktionsanlage für sogenannte Cerenergy-Batterien. Die keramischen Festkörperbatterien sollten vor allem als stationäre Speicher für Stromnetze und Industriebetriebe eingesetzt werden.

Für das Werk war eine Jahreskapazität von 120 Megawattstunden vorgesehen. Das Investitionsvolumen sollte bei rund 156 Millionen Euro liegen. Im Frühjahr 2025 hatte das Projekt bereits die erforderliche Umwelt- und Baugenehmigung erhalten.

Die Technologie sollte ohne kritische Rohstoffe wie Lithium, Kobalt und Graphit auskommen. An der Entwicklung war das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme beteiligt. Das Institut hielt nach den bisherigen Angaben 25 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen.

Grundstück geht für 675.000 Euro zurück

Das für die Fabrik erworbene Grundstück liegt auf der sächsischen Seite des länderübergreifenden Industrieparks Schwarze Pumpe. Altech will die Fläche nun an die Kommunalverwaltung in Spreetal zurückverkaufen.

Der vereinbarte Bruttoerlös beträgt nach Unternehmensangaben 675.000 Euro. Damit endet das Cerenergy-Vorhaben, bevor der geplante Aufbau der Serienproduktion begonnen hat.

Nächster Rückschlag für den Strukturwandel

Für die Lausitz ist die Entscheidung mehr als das Ende eines einzelnen Unternehmensprojekts. Die Region soll in den kommenden Jahren neue industrielle Wertschöpfung und Arbeitsplätze aufbauen, während die wirtschaftliche Bedeutung der Braunkohle schrittweise zurückgeht.

Batterietechnik, Energiespeicher und erneuerbare Energien gelten dabei als mögliche Zukunftsfelder. Gerade deshalb war mit der geplanten Fabrik die Hoffnung verbunden, Forschung, industrielle Produktion und neue Beschäftigung miteinander zu verbinden.

Wie viele Arbeitsplätze durch das Cerenergy-Werk unmittelbar entstehen sollten, wurde in früheren Veröffentlichungen unterschiedlich dargestellt. Klar ist jedoch, dass der Industriepark nun eine weitere vorgesehene Großinvestition verliert.

Weitere Batterieprojekte in der Lausitz unter Druck

Bereits 2024 hatte der chinesische Hersteller Svolt seine Pläne für eine Batteriefabrik in Lauchhammer aufgegeben. Auch die Zukunft der geplanten Lithiumhydroxid-Fabrik von Rock Tech in Guben war zuletzt mit Unsicherheiten verbunden.

Damit wächst der Druck auf Bund, Länder und regionale Wirtschaftsförderer, neue Investoren für die Lausitz zu gewinnen. Genehmigungen und Fördermöglichkeiten allein reichen offenbar nicht aus, wenn Unternehmen keine Partner und kein ausreichendes privates Kapital für die Umsetzung finden.

Das Scheitern von Altech zeigt erneut, wie schwierig der Übergang von einer technisch vielversprechenden Entwicklung zur wirtschaftlichen Serienproduktion ist.

Quellen

Altech Advanced Materials AG – Unternehmensmitteilung zur Einstellung des Cerenergy-Batterieprojekts und Abwicklung der Altech Batteries GmbH, veröffentlicht Ende Juli 2026

Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme – Informationen zur genehmigten Cerenergy-Produktionsanlage in Schwarze Pumpe, veröffentlicht am 24. April 2025