Wie sicher fühlen sich die Menschen in Stendal in ihrem unmittelbaren Wohn- und Lebensumfeld? Darauf wollen die Hansestadt, die Hochschule Magdeburg-Stendal und das Polizeirevier Stendal mit einer neuen Bürgerbefragung Antworten finden. Insgesamt 3.500 Stendalerinnen und Stendaler erhalten einen Fragebogen. Die angeschriebenen Personen können diesen bis zum 8. September 2026 kostenfrei zurücksenden.

Stadt untersucht nicht nur Kriminalität, sondern auch Sicherheitsgefühl

Im Mittelpunkt der Befragung steht ausdrücklich das subjektive Sicherheitsgefühl der Einwohner. Damit geht es nicht allein um registrierte Straftaten oder polizeiliche Statistiken, sondern darum, wie Menschen ihren Alltag in der Stadt selbst wahrnehmen.

Für die kommunale Präventionsarbeit kann diese persönliche Wahrnehmung eine wichtige Rolle spielen. Ein Ort kann beispielsweise statistisch vergleichsweise unauffällig sein und von Einwohnern dennoch als unangenehm oder unsicher wahrgenommen werden. Umgekehrt müssen persönliche Sorgen nicht zwangsläufig mit einer tatsächlich höheren Zahl von Straftaten übereinstimmen.

Die Befragung soll deshalb Erkenntnisse darüber liefern, in welchen Bereichen sich die Menschen in Stendal sicher fühlen und wo aus ihrer Sicht weiterer Handlungsbedarf besteht.

Dabei ist gerade das unmittelbare Lebensumfeld von Bedeutung. Wege durch die Stadt, Wohngebiete, Plätze oder andere öffentliche Bereiche prägen die Wahrnehmung der Menschen oft stärker als abstrakte Zahlen zur allgemeinen Sicherheitslage.

3.500 Stendaler wurden angeschrieben

Für die aktuelle Untersuchung hat die Hansestadt insgesamt 3.500 Bürgerinnen und Bürger angeschrieben. Sie erhalten einen Fragebogen und einen Rückumschlag.

Die Teilnahme erfolgt durch Rücksendung des ausgefüllten Fragebogens. Für die angeschriebenen Personen entstehen dabei keine Portokosten.

Die Stadt bittet darum, die Unterlagen spätestens bis Dienstag, den 8. September 2026, zurückzusenden. Je mehr der ausgewählten Einwohner teilnehmen, desto breiter kann die Datengrundlage für die spätere Auswertung ausfallen.

Nicht jeder Einwohner Stendals erhält einen Fragebogen. Die Untersuchung richtet sich an die ausgewählten 3.500 Personen. Wer angeschrieben wurde, kann mit seinen Antworten unmittelbar dazu beitragen, ein aktuelles Bild des Sicherheitsempfindens in der Hansestadt zu erstellen.

Befragung gab es bereits vor fünf Jahren

Für Stendal ist die Untersuchung kein vollkommen neues Instrument. Bereits vor fünf Jahren wurde eine Befragung zum subjektiven Sicherheitsgefühl der Bürger durchgeführt.

Mit der Neuauflage lässt sich nun untersuchen, wie die Menschen die Situation heute wahrnehmen. Dadurch können nicht nur aktuelle Einschätzungen erfasst werden. Die erneute Befragung bietet grundsätzlich auch die Möglichkeit, Veränderungen gegenüber der vorherigen Untersuchung sichtbar zu machen.

Die Stadt will aus den Antworten insbesondere ableiten, ob und in welchen Bereichen weiterer Handlungsbedarf besteht.

Das kann für die kommunale Prävention von Bedeutung sein. Bevor Maßnahmen geplant werden, muss möglichst genau bekannt sein, welche Situationen oder Orte von den Einwohnern überhaupt als problematisch wahrgenommen werden.

Die Befragung schafft dafür eine direkte Verbindung zwischen den Erfahrungen der Bevölkerung und der Arbeit von Verwaltung, Wissenschaft und Polizei.

Hochschule und Polizeirevier arbeiten mit der Stadt zusammen

Die Hansestadt führt das Projekt nicht allein durch. An der Untersuchung beteiligen sich auch die Hochschule Magdeburg-Stendal und das Polizeirevier Stendal.

Damit treffen drei unterschiedliche Perspektiven zusammen: Die Stadt kennt kommunale Strukturen und öffentliche Räume, die Polizei verfügt über Erfahrungen aus ihrer täglichen Arbeit und die Hochschule kann die wissenschaftliche Begleitung der Befragung einbringen.

Gerade bei Fragen nach dem Sicherheitsgefühl ist eine systematische Erhebung wichtig. Persönliche Wahrnehmungen können sehr unterschiedlich ausfallen. Eine größere Befragung ermöglicht es, wiederkehrende Einschätzungen zu erkennen und Einzelmeinungen von breiteren Entwicklungen zu unterscheiden.

Die Stadt hat in ihrer aktuellen Mitteilung noch keine Angaben dazu gemacht, wann die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen oder öffentlich vorgestellt werden sollen.

Antworten können Grundlage für weitere Maßnahmen werden

Für die Einwohner ist die Befragung vor allem eine Möglichkeit, ihre eigene Wahrnehmung einzubringen. Sicherheit ist schließlich nicht nur eine Frage polizeilicher Einsatzstatistiken. Entscheidend für die Lebensqualität ist auch, ob Menschen Straßen, Plätze und Wege ohne größere Sorgen nutzen.

Die Ergebnisse können Hinweise darauf geben, wo die Stadt gemeinsam mit ihren Partnern genauer hinschauen sollte. Welche konkreten Maßnahmen möglicherweise aus der Befragung entstehen, wird jedoch erst nach deren Auswertung feststehen.

Bis dahin kommt es zunächst auf die Rückmeldungen der angeschriebenen Bürger an. Die Stadt appelliert deshalb ausdrücklich an die 3.500 ausgewählten Stendalerinnen und Stendaler, sich an der Untersuchung zu beteiligen und den ausgefüllten Fragebogen rechtzeitig zurückzusenden.

Die Frist endet am 8. September 2026.

Quellen

Hansestadt Stendal – Pressemitteilung „Wie sicher fühlen Sie sich in der Hansestadt Stendal?“

Hansestadt Stendal, Hochschule Magdeburg-Stendal und Polizeirevier Stendal – Bürgerbefragung zum Sicherheitsgefühl 2026