Kurz vor dem Beginn des Spremberger Heimatfestes haben Unbekannte in der Nacht vom 6. auf den 7. August 2026 zahlreiche Aufkleber mit Bezug zum FC Energie Cottbus im gesamten Stadtgebiet angebracht. Betroffen sind nach Angaben der Stadt öffentliche Einrichtungen, Verkehrszeichen, private Gebäude und eigens für das Heimatfest aufgestellte Orientierungsschilder. Die Stadt spricht von erheblichem Sachschaden und setzt eine Belohnung von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur Identifizierung und Ergreifung der Täter führen. 0708 PM 198 Sachbeschädigung Spremberg kurz vorm Heimatfest.pdfPDF
Mehrere hundert Aufkleber müssen entfernt werden
Der Vorfall trifft Spremberg zu einem besonders sensiblen Zeitpunkt.
Seit Wochen bereitet sich die Stadt auf das Heimatfest im Jahr des 725. Stadtjubiläums vor. Bis zu 35.000 Gäste werden nach Angaben der Verwaltung erwartet.
Zahlreiche Vereine, Unternehmen, Ehrenamtliche und Beschäftigte der Stadt arbeiten seit Monaten an der Vorbereitung.
Nun müssen zusätzlich mehrere hundert Aufkleber im weitläufigen Festbereich und im übrigen Stadtgebiet entfernt werden.
Die Stadt rechnet deshalb mit erheblichem personellem und finanziellem Aufwand.
Auch Orientierungsschilder wurden beklebt
Besonders kritisch bewertet die Verwaltung, dass nicht nur Gebäude oder andere Flächen betroffen sind.
Auch Verkehrszeichen und Hinweisschilder wurden beklebt.
Dazu gehören nach Angaben der Stadt ebenfalls Schilder, die während des Heimatfestes der Orientierung dienen sollen.
Gerade bei einer Veranstaltung mit zehntausenden Besuchern sind solche Wegweiser für Verkehrsführung und Orientierung wichtig.
Werden Hinweise verdeckt oder schlechter lesbar, kann dies deshalb über den reinen Sachschaden hinaus praktische Auswirkungen haben.
Stadt sieht erheblichen Schaden für das Fest
Die Verwaltung macht deutlich, dass die Beseitigung der Aufkleber aus öffentlichen Mitteln finanziert werden muss.
Dadurch entstehen Kosten, die letztlich von der Allgemeinheit getragen werden.
Wie hoch der Gesamtschaden konkret ist, wurde in der Pressemitteilung zunächst nicht beziffert.
Klar ist jedoch, dass neben Materialkosten vor allem Arbeitszeit für die Entfernung und Reinigung der betroffenen Flächen benötigt wird.
Gerade unmittelbar vor dem Heimatfest bindet dies Personal, das eigentlich für andere Aufgaben rund um das Jubiläumswochenende vorgesehen ist.
Bürgermeisterin kritisiert Aktion deutlich
Bürgermeisterin Christine Herntier reagiert mit deutlichen Worten auf den Vorfall.
Sie verweist darauf, dass zahlreiche Menschen ehrenamtlich und hauptamtlich daran arbeiten, Spremberg zum Heimatfest von seiner besten Seite zu präsentieren.
Die Aufkleber-Aktion bewirke aus Sicht der Stadt genau das Gegenteil.
Herntier stellt zugleich klar, dass die Verantwortung für die Sachbeschädigungen bei den unbekannten Tätern liegt und nicht pauschal bei den Anhängern des FC Energie Cottbus.
Die große Mehrheit der Fußballfans unterstütze ihren Verein friedlich, fair und leidenschaftlich.
Stadt will FC Energie Cottbus nicht verantwortlich machen
Die Pressemitteilung ist zwar deutlich formuliert, grenzt die Täter aber ausdrücklich von der breiten Fanszene ab.
Aus Sicht der Stadt schadet eine solche Aktion nicht nur Spremberg, sondern möglicherweise auch dem Ansehen des Vereins, dessen Name und Logo für die Aufkleber verwendet wurden.
Ob die Täter tatsächlich der aktiven Fanszene des FC Energie Cottbus zuzuordnen sind, ist bislang nicht bekannt.
Die Stadt macht hierzu keine Feststellung.
Entscheidend ist zunächst die Frage, wer die Aufkleber angebracht hat und ob die Verantwortlichen ermittelt werden können.
1.000 Euro Belohnung für entscheidende Hinweise
Um die Aufklärung zu unterstützen, hat die Stadt eine Prämie in Höhe von 1.000 Euro ausgesetzt.
Sie soll für Hinweise gezahlt werden, die zur Identifizierung und Ergreifung der Täter führen.
Zeugen können sich an die zuständigen Behörden oder direkt an die Stadtverwaltung wenden.
Die Verwaltung bittet insbesondere Personen, die in der Nacht vom 6. auf den 7. August verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich zu melden.
Hilfreich können beispielsweise Angaben zu Personen, Fahrzeugen, Uhrzeiten oder konkreten Orten sein.
Neue Gefahrenabwehrverordnung ermöglicht Ahndung
Die Stadt verweist außerdem auf ihre seit diesem Jahr geltende Gefahrenabwehrverordnung.
Nach Angaben der Verwaltung ermöglicht diese bei einer Ermittlung der Verantwortlichen eine entsprechende Ahndung der Tat.
Welche Sanktionen im konkreten Fall infrage kommen, hängt vom Ermittlungsergebnis und der rechtlichen Bewertung ab.
Unabhängig davon können zusätzlich Fragen des Sachschadens und möglicher Kostenersatzansprüche relevant werden.
Heimatfest läuft im Zeichen des 725. Stadtjubiläums
Der Vorfall fällt ausgerechnet in das Wochenende des großen Heimatfestes.
Spremberg feiert 2026 den 725. Jahrestag seiner ersten urkundlichen Erwähnung. Das Heimatfest vom 7. bis 10. August gehört zu den zentralen Höhepunkten des Jubiläumsjahres.
Ein besonderer Programmpunkt ist der große Festumzug am 9. August.
Die Stadt erwartet insgesamt bis zu 35.000 Gäste.
Trotz des zusätzlichen Aufwandes durch die Aufkleber-Aktion soll das Fest wie geplant stattfinden.
Die Verwaltung setzt nun darauf, die betroffenen Flächen und Schilder möglichst schnell wieder in einen ordentlichen Zustand zu versetzen.
Quellen
Stadt Spremberg/Grodk – Pressemitteilung 198/2026 „Sinnlose Aufkleber-Aktion kurz vorm Heimatfest“ vom 7. August 2026