Sebnitz. Das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs auf dem ehemaligen Alten Friedhof in Sebnitz ist in den vergangenen Tagen gereinigt und baulich aufgearbeitet worden. Auch die Fugen im Sockelbereich wurden instand gesetzt. Die Stadt nutzt die Arbeiten zugleich für eine Korrektur früher veröffentlichter Angaben zur Geschichte des Denkmals.

Das Ehrenmal befindet sich nahe der evangelischen Peter-Pauls-Kirche.

Es zeigt einen stehenden, halbnackten Krieger mit einem abgestellten Schild auf einem mehrstufigen Podest.

Einweihung im September 1924

Das Denkmal wurde im September 1924 durch den damaligen Bürgermeister Dr. Otto Steudner eingeweiht.

Als Urheber der Figur kommt nach den nun veröffentlichten Angaben vermutlich der Bildhauer Franz Naumann (1891–1960) aus Hertigswalde infrage. Steudner hatte Naumann auch bei anderen öffentlichen Bauprojekten hinzugezogen.

Am Sockel befindet sich die Inschrift:

„Laßt ein besseres Vaterland dieser Saat entsprießen.“

Die Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Sebnitzer waren ursprünglich auf Steinen verzeichnet, die pultartig um das Denkmal angeordnet waren.

Heroische Bildsprache der 1920er Jahre

Die Stadt ordnet das Ehrenmal heute deutlich kritischer in seinen historischen Kontext ein.

Die halbnackte Kriegerfigur greift auf eine antik-heroische Bildsprache zurück. Der Gefallene wird nicht als konkreter Soldat des industrialisierten Ersten Weltkrieges dargestellt, sondern als überzeitlicher, idealisierter Krieger.

Diese Form der Erinnerungskultur war in den 1920er Jahren weit verbreitet. Sie sollte dem Kriegstod einen höheren Sinn geben und verband Trauer häufig mit religiösen und nationalen Vorstellungen.

Auch die Inschrift mit dem Bild einer „Saat“, aus der ein besseres Vaterland hervorgehen solle, folgt diesem Muster.

Bereits 1990 restauriert

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde das Denkmal bereits einmal umfassender instand gesetzt.

1990 ließ die Bürgerinitiative „750 Jahre Sebnitz“ das Ehrenmal renovieren. Damals wurde auch eine zusätzliche Platte am Fuß des Denkmals angebracht.

Wie bereits 1990 führt auch diesmal die Firma MAAZ – Bau- und Natursteine die Arbeiten aus.

Knapp 6.000 Euro Kosten

Für die aktuelle Maßnahme sind knapp 6.000 Euro vorgesehen.

Etwa 50 Prozent der Kosten werden nach Angaben der Stadt aus Steuermitteln auf Grundlage der Denkmalförderung des Freistaates Sachsen finanziert.

Ziel ist es, den baulichen Zustand des mehr als 100 Jahre alten Denkmals langfristig zu sichern – zugleich soll seine Entstehung heute historisch differenzierter eingeordnet werden.

Quellen und Datenbasis

  • Stadt Sebnitz: Korrektur und Information zur Instandsetzung des Ehrenmals auf dem Alten Friedhof.
  • Angaben zur Entstehung, Restaurierung und Finanzierung laut übermittelter Mitteilung.