Thüringens Bildungsminister Christian Tischner hat die Kita „Nemzer Rasselbande“ in Nöbdenitz besucht und sich über deren pädagogische Arbeit informiert. Im Mittelpunkt stand das Projekt „Kinder forschen“. Wie die Stadt Schmölln mitteilt, verbindet die Einrichtung naturwissenschaftliches Entdecken, Bildung für nachhaltige Entwicklung und alltagsnahes Lernen seit Jahren miteinander.
Kinder forschen selbstständig im Alltag
Bei einem Rundgang durch das Außengelände erhielten die Gäste Einblick in mehrere kleine Forscherstationen. Dort beschäftigen sich die Kinder eigenständig mit Phänomenen aus ihrem Alltag, entwickeln Fragen und suchen gemeinsam nach Antworten.
Die Kita wurde im August 2026 bereits zum achten Mal im Projekt „Kinder forschen“ zertifiziert. Voraussetzung dafür sind unter anderem eine dauerhaft verankerte MINT-Bildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, eine hohe pädagogische Qualität und die aktive Beteiligung der Kinder an Forschungsprozessen.
Natur wird zum täglichen Lernraum
Die Lage der Einrichtung wird gezielt in die pädagogische Arbeit eingebunden. Wald, Wiesen, Bäche und landwirtschaftliche Flächen dienen als Lernorte, an denen Kinder Tiere und Pflanzen beobachten, Naturphänomene untersuchen und ihre unmittelbare Heimat kennenlernen.
Ergänzt wird dieses Konzept durch Besuche bei der Agrargenossenschaft oder beim Fleischer im Ort sowie durch Projekte mit einem Jäger und Waldpädagogen. Damit verbindet die Kita naturwissenschaftliches Lernen eng mit Nachhaltigkeit und regionaler Verwurzelung.
Gesunde Ernährung gehört zum Konzept
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Ernährung und praktischem Lernen. Zwei Fachkräfte wurden im Rahmen der Initiative „Ich kann kochen“ der Sarah-Wiener-Stiftung zu Genussbotschaftern ausgebildet und kochen beziehungsweise backen regelmäßig gemeinsam mit den Kindern.
Zusätzlich beteiligt sich die Kita an Projekten wie „Gartenkinder“, dem Milchprojekt, dem Wikilino-Projekt zur Förderung von MINT-Fähigkeiten, verschiedenen Nachhaltigkeitsprojekten und dem EU-Schulmilchprogramm.
Weniger Kinder durch demografische Entwicklung
Neben den pädagogischen Themen wurde bei dem Besuch auch über die Entwicklung der Belegung gesprochen. Zum 1. Juli 2026 wurden 51 Kinder betreut, nach Angaben der Stadt wird die Zahl voraussichtlich auf 44 Kinder zum 1. September und 45 Kinder zum 1. Dezember sinken.
Bürgermeister Sven Schrade nutzte den Termin deshalb auch für ein Gespräch mit dem Minister über die Rahmenbedingungen der Kindertagesstätten und die Folgen des demografischen Wandels. Zugleich würdigte er die Verbindung von Forschen, Naturerfahrung und nachhaltigem Lernen in der Einrichtung.
Stadt investiert weiter in die Kita
Trotz der rückläufigen Kinderzahlen investiert die Stadt Schmölln weiter in den Standort. Aktuell werden die Sanitäreinrichtungen an eine geänderte Betriebserlaubnis angepasst, im Krippenbereich soll der Fußbodenbelag erneuert und zudem der Austausch verschlissener Rauchschutztüren umgesetzt werden.
Damit bleibt die „Nemzer Rasselbande“ nach Einschätzung der Stadt auch künftig ein wichtiger Bildungs- und Begegnungsort für Kinder und Familien in Nöbdenitz.
Quelle:
Stadt Schmölln, Pressemitteilung vom 13. August 2026.