Eine kaum größere als zwei Streichholzschachteln gebaute Box könnte Potsdam bei der digitalen Stadtentwicklung helfen. Sie zeigt, wo Sensoren zuverlässig Daten übertragen können und wo Verbindungen abbrechen.
18 Geräte sammeln 20.000 Datenpunkte
Die Wirtschaftsinformatik-Studenten Michael Vesper und Thoralf Eminger entwickelten gemeinsam mit der Stadt und den Stadtwerken ein mobiles Messgerät für das Potsdamer LoRaWAN-Netz.
Bei einem Workshop bauten 15 Bürger eigene Geräte. Gemeinsam mit drei weiteren Boxen waren damit 18 Messgeräte fünf bis acht Wochen lang im Stadtgebiet unterwegs. Insgesamt kamen rund 20.000 Datenpunkte zusammen.
Innenstadt gut versorgt, Randgebiete schwächer
Die Auswertung zeigt nach Angaben der Universität eine gute Funkabdeckung in der Innenstadt und der Altstadt. In mehreren Randbereichen sowie an wichtigen Orten städtischer Projekte, darunter der Park Sanssouci, besteht dagegen Verbesserungsbedarf.
Die Ergebnisse werden auf der Urbanen Datenplattform Potsdam dargestellt. Sie sollen helfen, zusätzliche Empfangsstationen gezielt dort zu installieren, wo bislang Lücken bestehen.
Sensoren können viele Aufgaben übernehmen
Das stromsparende Funknetz kann kleine Datenmengen über größere Entfernungen transportieren. Geeignet ist es beispielsweise für Sensoren, die Bodenfeuchtigkeit, Temperaturen oder den Füllstand von Abfallbehältern messen.
In Potsdam sind nach Angaben des Projektes bereits 469 Sensoren und 44 Empfangsstationen im Einsatz. Zehn Gateways befinden sich in Gebäuden, 34 im Außenbereich.
Bürger dürfen das Netz ebenfalls nutzen
Das öffentliche Netzwerk steht nicht nur kommunalen Einrichtungen offen. Auch Privatpersonen können Projekte wie Wetterstationen oder die Beobachtung von Wildtieren damit verbinden.
Das Projekt zeigt zugleich, wie studentische Arbeit, Verwaltung und Bürgerforschung unmittelbar zusammenwirken können.
Quellen
Universität Potsdam – „Eine digitale Karte in der Streichholzschachtel“, veröffentlicht am 31. Juli 2026