Potsdam: Turbine-U17 wird Vizeweltmeister bei Schul-WM in China
Finale vor 21.000 Zuschauern
Potsdam. Die U17-Fußballerinnen von Turbine Potsdam haben bei der Schulweltmeisterschaft in China die Silbermedaille gewonnen. Die Mannschaft trat für die Sportschule Potsdam „Friedrich Ludwig Jahn“ an und erreichte nach Siegen gegen Hongkong, Marokko und Kenia das Finale. Vor mehr als 21.000 Zuschauern mussten sich die Potsdamerinnen Gastgeber China mit 1:4 geschlagen geben. Der zweite Platz übertraf nach Angaben des Vereins die Erwartungen des Trainerteams deutlich.
Niederlage zum Auftakt gegen Gastgeber China
Gleich im ersten Gruppenspiel wartete mit China ein anspruchsvoller Gegner auf die Nachwuchsfußballerinnen aus Brandenburg. Nach der offiziellen Eröffnungsfeier trafen die Potsdamerinnen auf eine Mannschaft, die sowohl körperlich als auch taktisch hohe Anforderungen stellte.
Das Auftaktspiel ging verloren. Für das Trainerteam lieferte die Partie jedoch wichtige Erkenntnisse über das internationale Spielniveau.
Bereits in der nächsten Begegnung zeigte Turbine eine deutliche Leistungssteigerung. Gegen Hongkong übernahmen die Potsdamerinnen früh die Kontrolle und gewannen mit 6:0.
Da eine weitere Mannschaft aus der Gruppe nicht angereist war, qualifizierte sich die U17 als Gruppenzweiter für das Viertelfinale.
Deutlicher 4:0-Erfolg gegen Marokko
In der Runde der letzten acht Mannschaften trafen die Potsdamerinnen auf Marokko.
Die Turbine-Spielerinnen setzten ihre Gegnerinnen früh unter Druck, führten intensive Zweikämpfe und ließen nur wenige gefährliche Angriffe zu.
Besonders das schnelle Umschaltspiel der marokkanischen Mannschaft galt es zu unterbinden. Das gelang den Potsdamerinnen über weite Strecken der Begegnung.
Gleichzeitig nutzte die U17 ihre eigenen Torchancen konsequent. Mit einem 4:0-Erfolg sicherte sich das Team den Einzug ins Halbfinale.
Torhüterin wird gegen Kenia zur entscheidenden Spielerin
Im Halbfinale wartete mit Kenia der Finalist der vorherigen Schulweltmeisterschaft.
Die Potsdamerinnen bestimmten zunächst das Geschehen und hatten die Begegnung in der ersten Halbzeit weitgehend unter Kontrolle.
Nach dem Seitenwechsel machte sich die Belastung der zurückliegenden Turniertage bemerkbar. Kenia kam besser ins Spiel und erzielte nach einem langen Ball einen Treffer.
Die Turbine-U17 verteidigte anschließend entschlossen und erreichte das Elfmeterschießen.
Dort behielten die Potsdamerinnen die Nerven. Während ihre Torhüterin einen Strafstoß parierte, verwandelten sämtliche Turbine-Spielerinnen ihre Versuche.
Damit stand die Mannschaft im Finale der Schulweltmeisterschaft.
Finale vor mehr als 21.000 Zuschauern
Im Endspiel kam es zum erneuten Aufeinandertreffen mit Gastgeber China.
Die Kulisse war außergewöhnlich: Mehr als 21.000 Zuschauer verfolgten die Begegnung im Stadion.
Die chinesische Mannschaft nutzte ihre ersten Möglichkeiten und ging mit 2:0 in Führung.
Turbine gab sich jedoch nicht geschlagen. Mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 kämpften sich die Potsdamerinnen zurück und erhielten die Gelegenheit, noch vor der Halbzeit auszugleichen.
Ein weiterer Treffer gelang zunächst nicht.
Nach der Pause erhöhte China auf 3:1. Das Potsdamer Trainerteam reagierte mit einer offensiveren Aufstellung und setzte zeitweise auf drei Angreiferinnen.
Die Gastgeberinnen nutzten die entstehenden Räume und erzielten das 4:1. Damit war die Entscheidung gefallen.
In der Schlussphase erhielten auch die übrigen Spielerinnen der Potsdamer Delegation Einsatzzeit.
Trotz der Finalniederlage konnte die U17 mit der Silbermedaille einen der größten Erfolge ihrer internationalen Nachwuchsarbeit feiern.
Internationale Begegnungen abseits des Fußballplatzes
Die Schulweltmeisterschaft bot den Jugendlichen neben dem sportlichen Wettbewerb auch zahlreiche Möglichkeiten zum kulturellen Austausch.
Bereits bei der Eröffnungsfeier trafen die Potsdamerinnen auf Mannschaften aus unterschiedlichen Ländern.
Während des sogenannten Cultural Day besuchten sie unter anderem die Oper in Xuzhou und besichtigten eine traditionelle chinesische Wasserstadt.
Ein chinesisches Fernsehteam begleitete die deutsche Mannschaft bei einem Teil des Programms.
Auch der Austausch innerhalb der deutschen Delegation spielte eine Rolle. Beim Nations-Abend gestalteten die Potsdamer Spielerinnen gemeinsam mit den Jungen des Sportgymnasiums Magdeburg einen Auftritt.
Die Magdeburger Nachwuchsfußballer bildeten den männlichen Teil der deutschen Delegation.
Land Brandenburg unterstützte die Reise
Die Teilnahme an der Schulweltmeisterschaft wurde durch finanzielle und organisatorische Unterstützung ermöglicht.
Turbine Potsdam dankte insbesondere dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg sowie den zahlreichen Unterstützern einer Crowdfunding-Aktion.
Die Mittel trugen dazu bei, die Reise und die Teilnahme am internationalen Turnier zu ermöglichen.
Nach Angaben des Vereins waren neben der sportlichen Vorbereitung auch die medizinische Betreuung, eine abgestimmte Belastungssteuerung und der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft wichtige Voraussetzungen für den Erfolg.
Inzwischen sind die Nachwuchsfußballerinnen nach Deutschland zurückgekehrt.
Mit der Silbermedaille endet für die U17 eine internationale Turnierreise, bei der die Mannschaft ihre sportlichen Möglichkeiten unter Beweis stellte und Erfahrungen gegen Gegnerinnen aus mehreren Kontinenten sammelte.