Wer an diesem Wochenende mit dem Auto durch Ostdeutschland fährt, sollte besonders aufmerksam auf die vorgeschriebenen Tempolimits achten. Noch bis Sonntag, 9. August, läuft die europaweit koordinierte Speedweek. In Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen kontrolliert die Polizei verstärkt die Geschwindigkeit. Ausgerechnet Sachsen beteiligt sich nicht an der gemeinsamen Aktionswoche.

Organisiert wird die Kontrollwoche im Rahmen der europäischen Verkehrssicherheitsaktion „Roadpol Operation Speed“.

Ziel ist ausdrücklich nicht nur, möglichst viele Geschwindigkeitsverstöße festzustellen. Die Aktion soll Autofahrer daran erinnern, dass zu hohes oder nicht angepasstes Tempo weiterhin zu den wichtigsten Ursachen schwerer Verkehrsunfälle gehört.

Besonders Gefahrenstellen stehen im Blickpunkt

Kontrolliert wird nicht ausschließlich auf Autobahnen oder großen Bundesstraßen.

In Mecklenburg-Vorpommern richtet die Polizei ihren Blick beispielsweise besonders auf unfallträchtige Straßen sowie auf Bereiche vor Schulen, Kindergärten, Altenheimen, Krankenhäusern und Baustellen.

Ähnlich gehen auch andere teilnehmende Länder vor.

Die genauen Kontrollstellen werden vielerorts bewusst nicht vorher veröffentlicht. Autofahrer sollen nicht lediglich an bekannten Blitzern langsamer fahren, sondern grundsätzlich die Geschwindigkeitsbegrenzungen beachten.

Fünf ostdeutsche Länder und Berlin beteiligen sich

Unter den ostdeutschen Ländern machen Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen bei der Speedweek mit.

Auch Berlin beteiligt sich.

Sachsen gehört dagegen gemeinsam mit Bayern und dem Saarland zu den drei Bundesländern, die auf eine offizielle Teilnahme verzichten.

Das bedeutet allerdings keineswegs, dass Autofahrer in Sachsen unkontrolliert fahren können.

Die Polizei führt dort unabhängig von der europaweiten Aktionswoche weiterhin reguläre Geschwindigkeitskontrollen durch.

Sachsen setzt auf eigene Schwerpunktaktionen

Sachsen verfolgt bei der Verkehrsüberwachung teilweise einen eigenen Ansatz.

Statt sich an der aktuellen Speedweek zu beteiligen, sind landeseigene Schwerpunktmaßnahmen vorgesehen.

So soll nach den Sommerferien insbesondere rund um den Schulstart verstärkt kontrolliert werden. Dabei geht es vor allem um die Sicherheit von Kindern auf ihren Schulwegen.

Damit unterscheiden sich weniger die grundsätzlichen Ziele als vielmehr Zeitpunkt und Organisation der Kontrollen.

Tempolimit bleibt Tempolimit

An den gesetzlichen Regeln ändert die Speedweek ohnehin nichts.

Auch während der Aktionswoche gelten genau dieselben Bußgelder, Punkte und möglichen Fahrverbote wie an jedem anderen Tag.

Die erhöhte Zahl von Kontrollen steigert lediglich die Wahrscheinlichkeit, dass Verstöße entdeckt werden.

Wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit einhält, muss die Aktionswoche deshalb nicht fürchten.

Geschwindigkeit bleibt Sicherheitsfaktor

Die Polizei verbindet mit solchen Aktionswochen vor allem einen präventiven Effekt.

Je höher die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs ist, desto länger werden Reaktions- und Bremsweg. Gleichzeitig steigt bei einem Zusammenstoß die Wahrscheinlichkeit schwerer Verletzungen.

Besonders auf Landstraßen können geringe Fehleinschätzungen schwere Folgen haben.

Die Speedweek soll deshalb nicht als einwöchige Ausnahme verstanden werden, sondern das Fahrverhalten langfristig beeinflussen.

Aktion endet am Sonntag

Die aktuelle Kontrollwoche läuft noch bis Sonntag, 9. August.

Damit fällt das letzte Wochenende mitten in die Ferien- und Reisezeit.

Gerade auf stark frequentierten Strecken Richtung Ostsee, Seenlandschaften oder touristische Regionen dürfte deshalb vielerorts ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf zusätzliche Kontrollen treffen.

Für Autofahrer bleibt die einfachste Strategie dieselbe wie außerhalb der Speedweek: Tempolimits beachten und die Geschwindigkeit den Straßen- und Verkehrsverhältnissen anpassen.

Quellen

ROADPOL – Operation Speed 2026

ADAC – Informationen zur Speedweek 2026

Polizeibehörden der beteiligten Bundesländer