Ein internationales Forschungsteam hat die vollständigen Genome von 81 Asiatischen Elefanten untersucht. Die Ergebnisse zeigen große Unterschiede zwischen den Unterarten, wobei Borneo-Elefanten besonders stark von langjähriger Inzucht betroffen sind.

81 Elefanten-Genome vollständig untersucht

Wie die Universität Potsdam mitteilt, war der Biologe Patrick Arnold an der internationalen Studie beteiligt. Analysiert wurden Tiere aller vier anerkannten Unterarten des Asiatischen Elefanten. Dazu gehörten auch seltene Borneo-Elefanten. Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift „Genome Biology and Evolution“.

Ein großer Teil der verwendeten Blutproben stammt von wild geborenen Tieren, die heute in europäischen und nordamerikanischen Zoos leben. Die internationale EAZA-Biobank stellte dafür Proben zur Verfügung.

Borneo-Elefanten zeigen besonders starke Inzucht

Die größten genetischen Auffälligkeiten fanden die Forschenden bei Borneo-Elefanten. Rund 65 Prozent ihres Genoms weisen identische Erbanlagen von beiden Elternteilen auf. Bei Sumatra-Elefanten liegt dieser Wert bei ungefähr 35 Prozent. Für Populationen auf dem asiatischen Festland und auf Sri Lanka ermittelte das Forschungsteam dagegen Werte von etwa zehn Prozent.

Inzucht kann die genetische Vielfalt einer Population reduzieren. Damit sinkt ihre Fähigkeit, auf Krankheiten oder veränderte Umweltbedingungen zu reagieren. Gleichzeitig können schädliche Erbanlagen häufiger wirksam werden und beispielsweise die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Genetische Rettung als mögliche Strategie

Trotz der Unterschiede besitzen die vier Unterarten weiterhin einen erheblichen Teil ihrer ursprünglichen genetischen Gemeinsamkeiten. Die Forschenden führen die heutigen Unterschiede vor allem auf den Verlust genetischer Vielfalt in einzelnen Populationen zurück. Inselpopulationen sind davon besonders betroffen.

Eine mögliche Schutzstrategie wäre die sogenannte genetische Rettung. Dabei werden Tiere aus anderen Populationen eingebracht und erweitern den vorhandenen Genpool. Für Borneo-Elefanten bewerten die Wissenschaftler diesen Ansatz grundsätzlich als vielversprechend. Vor einer praktischen Umsetzung sind jedoch weitere Untersuchungen nötig, damit lokal angepasste genetische Eigenschaften erhalten bleiben.

Quelle: Universität Potsdam