Integration soll in Potsdam weiterhin möglichst nah an den Menschen und ihren Wohnquartieren stattfinden. Dafür setzt die Landeshauptstadt auch 2027 auf dezentrale Projekte, Begegnungsangebote und zivilgesellschaftliches Engagement. Vereine und Institutionen können sich nun um Mittel aus dem Integrationsbudget bewerben – allerdings gelten für die neue Förderperiode einige veränderte Regeln.
Die wichtigste Änderung betrifft die Frist: Anträge für Projekte im Jahr 2027 müssen spätestens bis zum 30. September 2026 eingereicht werden. Der Termin wurde gegenüber dem bisherigen Verfahren um einen Monat vorgezogen, damit für die anschließende Auswahl und Entscheidung mehr Zeit bleibt.
Integration soll stärker in den Stadtteilen stattfinden
Das Integrationsbudget dient der Förderung von Projekten zur sozialen Integration von Geflüchteten.
Zu den Zielen gehören unter anderem der Abbau und das aktive Entgegentreten gegen Rassismus und Diskriminierung, die Stärkung zivilgesellschaftlichen und ehrenamtlichen Engagements sowie die Verbesserung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts.
Die Stadt versteht das Budget dabei ausdrücklich als Instrument, das dezentrale Angebote in unterschiedlichen Stadtteilen ermöglicht.
Auch migrantische Organisationen sollen stärker in die Förderung einbezogen werden.
Fast 30 Prozent der Mittel gingen 2025 an migrantische Projekte
Potsdams Migrationsbeauftragte Dr. Amanda Palenberg verweist darauf, dass bereits in den vergangenen Jahren immer mehr migrantische Selbstorganisationen über das Integrationsbudget unterstützt werden konnten.
Nach Angaben der Stadt gingen im Förderjahr 2025 fast 30 Prozent der abgerufenen Mittel an Projekte, die von Migrantinnen und Migranten selbst entwickelt und umgesetzt wurden.
Damit würden Menschen mit eigener Migrationsgeschichte Integrationsprozesse aktiv mitgestalten und zugleich konkrete Bedarfe vor Ort abdecken.
Neue Richtlinie und neue Antragsunterlagen
Für 2027 hat die Stadt sowohl die Förderrichtlinie als auch das Antragsformular überarbeitet.
Künftig sollen nicht nur Verwaltungsabläufe effizienter werden. Auch die Erfolgsmessung der geförderten Projekte erhält größere Bedeutung.
Ziele und Indikatoren sollen stärker in den Förderprozess eingebunden werden. Damit will die Stadt nachvollziehbarer machen, welche Wirkung einzelne Projekte erzielen und wie gut sie auf tatsächliche Bedarfe reagieren.
Mehr Transparenz im Förderprozess
Gregor Jekel, Fachbereichsleiter Wohnen, Arbeit und Integration, betont die Bedeutung kleinteiliger Angebote in den Quartieren.
Integration brauche Begegnungs- und Unterstützungsangebote vor Ort. Gleichzeitig veränderten sich Bedarfe und Themen im Laufe der Zeit.
Die Projektträger sollen deshalb stärker dabei unterstützt werden, ihre Angebote an neue Entwicklungen anzupassen und gemeinsam mit den Entscheidungsgremien nachvollziehbar zu machen, wie ihre Projekte wirken.
Bis zu 15.000 Euro Förderung pro Projekt
Die Landeshauptstadt fördert einzelne Maßnahmen mit bis zu 15.000 Euro.
Finanziert werden können projektbezogene Honorare, Personalkosten und Sachkosten.
Die maximale Projektlaufzeit beträgt zwölf Monate.
Antragsberechtigt sind anerkannte juristische Personen, darunter beispielsweise gemeinnützige Vereine und Institutionen.
Jury entscheidet im Dezember
Welche Projekte 2027 tatsächlich Mittel erhalten, entscheidet eine Jury.
Ihr gehören Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverordnetenversammlung und der Verwaltung an.
Die Auswahl soll im Dezember 2026 erfolgen.
Damit bleibt zwischen dem Ende der Bewerbungsfrist und der Förderentscheidung ausreichend Zeit für die Prüfung der Anträge.
Digitale Informationsveranstaltung am 1. September
Für interessierte Vereine und Träger bietet die Stadt zusätzlich eine digitale Informationsveranstaltung an.
Sie findet am 1. September 2026 um 16 Uhr statt.
Dort sollen die neue Richtlinie sowie der Antrags- und Förderprozess vorgestellt werden.
Interessierte können sich per E-Mail an Integrationsbudget@Rathaus.Potsdam.de anmelden. Unter dieser Adresse können auch vorab Fragen eingereicht werden.
Antragstellung bereits möglich
Vereine und Institutionen können ihre Anträge ab sofort einreichen.
Die Frist endet am 30. September 2026.
Mit der Neuausrichtung will Potsdam nach eigenen Angaben nicht nur weiterhin Integrationsprojekte finanzieren, sondern die Wirkung und Nachvollziehbarkeit der Förderung stärker in den Mittelpunkt rücken.
Quellen
Landeshauptstadt Potsdam – Information 350/2026 zum Integrationsbudget 2027 vom 10. August 2026