Die Landeshauptstadt Potsdam sucht sechs Kooperationspartner für ihre Ideen-Budgets der Jahre 2027 und 2028. Vereine, Begegnungshäuser, Stadtteilräte, Ortsbeiräte, lokale Netzwerke und andere gemeinwohlorientierte Einrichtungen können sich bis einschließlich 16. September 2026 bewerben. Insgesamt stellt die Stadt 120.000 Euro bereit. Jeder ausgewählte Partner kann ein eigenes Budget von bis zu 20.000 Euro verwalten und gemeinsam mit den Einwohnern Projekte entwickeln, auswählen und umsetzen.
Lokale Partner sollen Bürgerideen organisieren
Mit der aktuellen Ausschreibung beginnt zunächst nicht die eigentliche Ideensammlung. In einem ersten Schritt sucht Potsdam Organisationen und Einrichtungen, die vor Ort Verantwortung für eines der sechs Budgets übernehmen wollen.
Die Kooperationspartner sollen später als direkte Ansprechpartner für Einwohner fungieren. Sie organisieren die Sammlung von Projektvorschlägen, begleiten die Beteiligung und sorgen dafür, dass aus den eingereichten Ideen eine Auswahl getroffen wird.
Welche Vorschläge umgesetzt werden, kann beispielsweise durch eine Abstimmung oder eine Jury entschieden werden. Anschließend übernehmen die lokalen Partner auch die Organisation der ausgewählten Projekte.
Bürgermeister Burkhard Exner setzt dabei bewusst auf bereits in den Quartieren und Ortsteilen verankerte Strukturen. Lokale Akteure kennen nach seiner Einschätzung die Anliegen der Menschen besonders gut und können Beteiligungsverfahren deshalb nah am jeweiligen Stadt- oder Ortsteil organisieren.
Bis zu 20.000 Euro für jeden Kooperationspartner
Für die kommende Runde stellt die Landeshauptstadt insgesamt 120.000 Euro zur Verfügung. Bei sechs vorgesehenen Kooperationen ergibt sich ein maximales Budget von jeweils 20.000 Euro.
Mit dem Geld sollen vor allem die ausgewählten Bürgerideen finanziert und praktisch umgesetzt werden. Dadurch unterscheidet sich das Format von Beteiligungsverfahren, bei denen Vorschläge lediglich gesammelt und anschließend an Verwaltung oder Politik weitergereicht werden.
Bei den Ideen-Budgets können Projekte vergleichsweise direkt vor Ort verwirklicht werden. Die Kooperationspartner übernehmen dabei eine wichtige Vermittlerrolle zwischen Einwohnern, Projektideen und der finanziellen Umsetzung.
Welche Stadt- oder Ortsteile beziehungsweise Zielgruppen in der Runde 2027/28 berücksichtigt werden, steht noch nicht fest. Das hängt auch davon ab, welche Bewerbungen bis Mitte September eingehen und welche Partner anschließend ausgewählt werden.
Ideen-Budgets gibt es seit 2021
Das Beteiligungsformat ist Teil des Potsdamer Bürgerhaushalts. Seit 2021 können Einwohner über die Ideen-Budgets eigene Projekte vorschlagen und anschließend bei der Auswahl mitentscheiden.
Das Konzept wurde inzwischen in verschiedenen Teilen der Stadt erprobt. Ideen-Budgets gab es unter anderem in der Waldstadt und der Innenstadt sowie in mehreren Potsdamer Ortsteilen.
Zuletzt waren unter anderem Fahrland und Uetz-Paaren beteiligt. Daneben wurden einzelne Budgets gezielt auf bestimmte Bevölkerungsgruppen zugeschnitten.
So konnten beispielsweise Kinder und Jugendliche, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Behinderung eigene Vorstellungen einbringen.
Auch für die laufende Runde wurden insgesamt 120.000 Euro auf sechs Budgets verteilt. Das Grundmodell soll für 2027 und 2028 fortgeführt werden.
Von Sportprojekten bis zur Gestaltung des Wohnumfelds
Inhaltlich sind die Ideen-Budgets bewusst breit angelegt. In der Vergangenheit wurden kulturelle, soziale und sportliche Vorhaben ebenso unterstützt wie kleinere Maßnahmen zur Aufwertung des direkten Lebensumfeldes.
Auch Projekte zur Förderung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens können über das Beteiligungsformat umgesetzt werden.
Dadurch sollen insbesondere Vorhaben eine Chance erhalten, die aus dem unmittelbaren Alltag eines Quartiers entstehen. Entscheidend ist, dass sie einen gemeinwohlorientierten Nutzen besitzen und sich mit dem verfügbaren Budget praktisch realisieren lassen.
Die Stadt sieht in den bisherigen Kooperationen ein erfolgreiches Modell. Nach Darstellung von Bürgermeister Exner wurden dadurch zahlreiche Projekte angestoßen und umgesetzt, die unmittelbar aus den Wünschen der Bevölkerung hervorgegangen sind.
Bewerbungen laufen bis zum 16. September
Interessierte Einrichtungen müssen für ihre Bewerbung keine umfangreiche Projektplanung für sämtliche späteren Bürgerideen vorlegen.
Gefordert wird zunächst eine kurze Beschreibung, wie der jeweilige Kooperationspartner das Ideen-Budget durchführen möchte. Dabei dürfte insbesondere von Bedeutung sein, wie Einwohner angesprochen, Vorschläge gesammelt und die spätere Auswahl organisiert werden soll.
Die Bewerbungsfrist endet am Mittwoch, dem 16. September 2026.
Angesprochen sind insbesondere Träger von Begegnungshäusern, Stadtteilräte, Ortsbeiräte, Vereine und lokale Netzwerke. Die Ausschreibung ist jedoch nicht ausschließlich auf diese Gruppen begrenzt. Auch andere gemeinwohlorientierte Einrichtungen und sozialraumübergreifend arbeitende Akteure können sich beteiligen.
Für Rückfragen hat die Landeshauptstadt eine telefonische Beratung eingerichtet.
Bürger können ihre Vorschläge erst später einreichen
Für Einwohner ist wichtig, zwischen der aktuellen Partnerauswahl und der späteren Ideensammlung zu unterscheiden.
Bis zum 16. September werden ausschließlich Organisationen gesucht, die eines der sechs Budgets betreuen wollen. Bürger müssen derzeit noch keine eigenen Projektvorschläge einreichen.
Die eigentliche Beteiligungsphase beginnt erst nach der Auswahl der Kooperationspartner. Wann und in welchen Stadtteilen beziehungsweise für welche Zielgruppen die Vorschlagsrunden starten, will die Stadt gesondert bekannt geben.
Damit entscheidet sich in den kommenden Wochen zunächst, wer die sechs nächsten Ideen-Budgets organisatorisch übernehmen wird. Erst danach beginnt die Phase, in der die Potsdamer selbst konkrete Projekte für ihre Nachbarschaft vorschlagen können.
Quellen
Landeshauptstadt Potsdam – Presseinformation „Kooperationspartner für neue Ideen-Budgets 2027/28 gesucht“
Landeshauptstadt Potsdam – Informationen zu den Ideen-Budgets des Potsdamer Bürgerhaushalts