Mecklenburg-Vorpommern steuert auf eine politisch schwierige Landtagswahl zu. Nach dem aktuellen MV-Trend bleibt die AfD mit 36 Prozent stärkste Kraft. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt auf 29 Prozent und verkürzt damit ihren Rückstand. Eine klare und stabile Regierungsmehrheit ist dennoch nicht in Sicht.

Der neue Landtag wird am 20. September 2026 gewählt. Die kommende Wahlperiode dauert regulär fünf Jahre.

AfD sieben Punkte vor der SPD

Die AfD liegt in der repräsentativen Infratest-dimap-Umfrage im Auftrag des NDR unverändert bei 36 Prozent. Die SPD gewinnt gegenüber der vorherigen Befragung zwei Punkte hinzu und erreicht 29 Prozent.

Die weiteren Werte:

  • Linke: 12 Prozent
  • CDU: 9 Prozent
  • Grüne: 5 Prozent
  • BSW: 4 Prozent

Damit würde das BSW den Einzug in den Landtag nach dem derzeitigen Stand verpassen. Die Grünen könnten dagegen knapp zurückkehren. Die Schwankungsbreite der Umfrage liegt je nach Parteiwert bei zwei bis drei Prozentpunkten.

Rot-Rot-Grün hätte rechnerisch eine knappe Mehrheit

SPD, Linke und Grüne kommen gemeinsam auf 46 Prozent. Nach der vom NDR vorgenommenen Sitzberechnung könnte dies für eine hauchdünne Mehrheit reichen.

Eine solche Koalition wäre ein Novum: Mecklenburg-Vorpommern wurde bislang noch nie von einem Dreierbündnis aus SPD, Linken und Grünen regiert. Ministerpräsidentin Schwesig könnte damit theoretisch im Amt bleiben, obwohl ihre SPD nicht stärkste Partei würde.

Wegen der knappen Werte wäre eine solche Mehrheit allerdings unsicher. Schon geringe Abweichungen am Wahltag könnten die rechnerische Ausgangslage verändern.

CDU fällt erstmals auf neun Prozent

Besonders schwierig ist die Lage für die CDU. Sie erreicht im MV-Trend nur noch neun Prozent und liegt damit erstmals im einstelligen Bereich.

Die Partei wird im Wahlkampf von Daniel Peters geführt. Inhaltlich setzt sie unter anderem auf Wirtschaft, Gesundheit, Bildung, innere Sicherheit und Bürokratieabbau. In der derzeit stark polarisierten Auseinandersetzung zwischen AfD und SPD findet sie bislang jedoch kaum Raum für eine eigene Aufholbewegung.

Schwesig bei Direktwahl deutlich vor Holm

Bei der Frage nach einer direkten Wahl des Ministerpräsidenten liegt Manuela Schwesig deutlich vor ihrem wichtigsten Herausforderer.

49 Prozent der Befragten würden sich für Schwesig entscheiden. AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm erreicht 27 Prozent. Die SPD profitiert damit stark von der persönlichen Popularität ihrer Ministerpräsidentin, obwohl die AfD in der Parteienfrage vorne liegt.

Umgang mit der AfD wird zur entscheidenden Frage

Die AfD könnte stärkste Kraft werden, verfügt nach der Umfrage aber nicht über eine eigene Mehrheit. Gleichzeitig schließen SPD, CDU und Linke eine Zusammenarbeit mit ihr weiterhin aus.

In der Bevölkerung ist die Haltung weniger eindeutig. Knapp jeder zweite Befragte hält eine Beteiligung der AfD an einer Landesregierung für akzeptabel. 44 Prozent lehnen dies ab. Einen AfD-Ministerpräsidenten halten dagegen 51 Prozent für nicht akzeptabel.

Noch größer ist die Offenheit bei parlamentarischen Abstimmungen: 62 Prozent finden es akzeptabel, wenn andere Parteien gemeinsame Anträge mit der AfD einbringen oder mit deren Stimmen beschließen. 59 Prozent sprechen sich dafür aus, dass andere Fraktionen auch Anträgen der AfD zustimmen können.

Wahlkampf dreht sich um Wirtschaft und Lebenshaltungskosten

Neben der Koalitionsfrage bestimmen wirtschaftliche Probleme den Wahlkampf. Viele Unternehmen im Land stehen unter Kostendruck, während Wohnen, Energie und der tägliche Bedarf für zahlreiche Haushalte teurer geworden sind.

Die SPD verspricht unter anderem einen Investitionsplan für Infrastruktur, Schulen und wirtschaftliche Entwicklung. Die AfD setzt auf Entlastungen, weniger Regulierung, eine veränderte Migrationspolitik und die Abschaffung der CO₂-Abgabe. Die CDU wirbt mit Bürokratieabbau, Wirtschaftsförderung und einem Stromkostenausgleich.

Wahl bleibt offen

Der MV-Trend zeigt eine klare Führung der AfD, aber keine klare Regierungsmehrheit. Die SPD hat aufgeholt und könnte zusammen mit Linken und Grünen knapp weiterregieren. Die CDU droht dagegen, erheblich an politischem Einfluss zu verlieren.

Entscheidend wird sein, ob die Grünen tatsächlich die Fünf-Prozent-Hürde überwinden, wie stark die SPD weiter zulegen kann und ob die AfD ihr derzeitiges Ergebnis bis zum Wahltag hält. Wahlumfragen bilden lediglich die Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung ab und sind keine Prognose des tatsächlichen Wahlergebnisses.

Quellen

  • Landtag Mecklenburg-Vorpommern: Wahltermin am 20. September 2026.