Mecklenburg-Vorpommern beginnt mit einem groß angelegten Ausbau seiner Feuerwehrinfrastruktur. In Rukieten im Landkreis Rostock und im Ribnitz-Damgartener Ortsteil Klockenhagen werden die ersten standardisierten Mustergerätehäuser des Landes gebaut. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig setzte am Freitag an beiden Standorten den ersten Spatenstich.
Die beiden Projekte sind Teil eines 50-Millionen-Euro-Programms der Landesregierung.
Ziel ist es, neue Feuerwehrgerätehäuser schneller und kostengünstiger zu errichten.
58 Orte bekommen Mustergerätehäuser
Nach Angaben der Staatskanzlei sollen an insgesamt 58 Standorten standardisierte Mustergerätehäuser entstehen.
Die Idee dahinter: Kommunen müssen nicht für jedes Bauvorhaben vollständig neue Planungen entwickeln.
Stattdessen greifen sie auf bereits vorbereitete Gebäudekonzepte zurück.
Dadurch sollen Planungskosten reduziert, Genehmigungsverfahren vereinfacht und Bauzeiten verkürzt werden.
Weitere 32 Orte profitieren ebenfalls
Das Programm beschränkt sich nicht ausschließlich auf die standardisierten Neubauten.
Weitere 32 Orte sollen ebenfalls vom 50-Millionen-Euro-Programm profitieren.
Dort werden bestehende Feuerwehrgerätehäuser modernisiert oder individuelle Neubauten unterstützt.
Insgesamt erreicht das Programm damit 90 Standorte im Land.
Gerätehäuser teilweise auch als Dorfgemeinschaftshaus
Ein Teil der neuen Mustergebäude soll mehr Funktionen erfüllen als lediglich die Unterbringung von Feuerwehrfahrzeugen und Technik.
Nach Angaben der Landesregierung können einzelne Häuser zugleich als Dorfgemeinschaftshäuser genutzt werden.
Gerade in kleineren Gemeinden könnte damit zusätzliche öffentliche Infrastruktur entstehen.
Versammlungen, Schulungen oder Veranstaltungen könnten dadurch in denselben Gebäudekomplex integriert werden.
Schwesig verweist auf jüngste Brände
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig stellte bei den ersten Spatenstichen einen direkten Zusammenhang zu den jüngsten großen Brandeinsätzen im Land her.
„Die Brände der vergangenen Woche haben gezeigt, wie wichtig modern ausgestattete Feuerwehren sind“, erklärte die Regierungschefin.
Neben zeitgemäßen Fahrzeugen gehörten dazu auch geeignete Feuerwehrgerätehäuser.
Mit standardisierten Gebäuden wolle das Land möglichst viele Standorte in kurzer Zeit modernisieren.
Müritz-Nationalpark zeigte Bedeutung der Feuerwehren
Erst vor wenigen Wochen waren zahlreiche Einsatzkräfte bei einem größeren Waldbrand im Müritz-Nationalpark gefordert.
Feuerwehren aus unterschiedlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns sowie Unterstützungskräfte arbeiteten dort gemeinsam an der Brandbekämpfung.
Auch die ODZ berichtete ausführlich über den Einsatz und die besonderen Gefahren durch munitionsbelastete Flächen.
Schwesig nutzte den Beginn des neuen Gerätehaus-Programms deshalb auch für einen Dank an die ehrenamtlichen Einsatzkräfte.
„Sie retten Leben und schützen Eigentum“
Die Ministerpräsidentin hob besonders hervor, dass Feuerwehrleute jederzeit einsatzbereit sein müssen.
„Sie retten Leben, schützen Eigentum und bewahren uns vor Gefahren. Am Tag oder in der Nacht, am Wochenende oder Feiertag“, erklärte Schwesig.
Gerade bei großen und gefährlichen Einsätzen werde sichtbar, wie wichtig die Zusammenarbeit der Feuerwehren aus unterschiedlichen Orten sei.
Freiwillige Feuerwehren sind Rückgrat im ländlichen Raum
In Mecklenburg-Vorpommern wird der Brandschutz außerhalb größerer Städte überwiegend von Freiwilligen Feuerwehren getragen.
Die Ausstattung ihrer Standorte ist deshalb nicht nur eine kommunale Infrastrukturfrage.
Fehlen moderne Umkleideräume, Fahrzeughallen, Sanitärbereiche oder Schulungsmöglichkeiten, kann dies auch die Attraktivität des Ehrenamts beeinträchtigen.
Moderne Gerätehäuser sollen deshalb zugleich bessere Arbeitsbedingungen für die Einsatzkräfte schaffen.
Rukieten und Klockenhagen machen den Anfang
Die Gemeinde Rukieten und der Ribnitz-Damgartener Ortsteil Klockenhagen stehen nun am Anfang des landesweiten Programms.
Ihre Neubauten sollen zeigen, wie das standardisierte Konzept praktisch umgesetzt werden kann.
Erfahrungen aus diesen ersten Projekten könnten anschließend in weitere Standorte einfließen.
Dankeschön-Fest im September
Die Landesregierung will das Engagement der Feuerwehren außerdem mit einem landesweiten Fest würdigen.
Am 12. September 2026 findet in Mühlengeez das alle zwei Jahre veranstaltete Dankeschön-Fest für die Feuerwehren Mecklenburg-Vorpommerns statt.
Damit verbindet die Landesregierung die Investitionen in Gebäude mit einer öffentlichen Anerkennung der ehrenamtlichen Arbeit.
50 Millionen Euro sollen langfristig Strukturen verbessern
Für viele kleinere Kommunen wäre der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses aus eigenen Haushaltsmitteln nur schwer zu stemmen.
Das Landesprogramm soll deshalb Investitionen ermöglichen, die ansonsten möglicherweise über Jahre verschoben würden.
Mit insgesamt 58 standardisierten Neubauten und weiteren 32 geförderten Standorten entsteht daraus eines der größeren Infrastrukturprogramme für die Feuerwehren Mecklenburg-Vorpommerns.
Quellen
Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern: „Schwesig setzt Spatenstich für erste Mustergerätehäuser“, 7. August 2026
Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern: 50-Millionen-Euro-Programm für Feuerwehrgerätehäuser